Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenberg: Verfahren gegen 19-Jährigen eingestellt

Der Angeklagte beteuerte, nicht am Tatort gewesen zu sein.
Der Angeklagte beteuerte, nicht am Tatort gewesen zu sein. Foto: dpa/EBENER

Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Rockenhausen hat das Verfahren gegen einen 19-Jährigen aus dem Donnersbergkreis eingestellt. Der junge Mann war im Zusammenhang mit einem aus dem Ruder gelaufenen Streit bei einer privaten Geburtstagsparty in Enkenbach-Alsenborn ins Visier der Ermittler geraten. Anschließend war er wegen einer mutmaßlichen Mittäterschaft angeklagt worden.

Allerdings beteuerte der 19-Jährige vor dem Gericht, in der fraglichen Nacht am 21. Dezember überhaupt nicht am Tatort gewesen zu sein. Unstrittig war vor Gericht aber, dass die Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen bei der Party in Enkenbach-Alsenborn stattgefunden hat. Deshalb wurde bereits ein Mann, der am Donnerstag als Zeuge geladen war, aber nicht vor Gericht erschien, rechtskräftig verurteilt, gab die Richterin bekannt.

Bei der Auseinandersetzung sollen zwei Gruppen aufeinander losgegangen sein. Baseball-Schläger sollen dabei als Waffen eingesetzt worden sein. Eine Gruppe junger Männer aus Eisenberg scheint einigen ihnen bekannten jungen Frauen nachgereist zu sein, die an der Party in Enkenbach-Alsenborn teilgenommen haben. Beim Streit vor dem Veranstaltungsort soll einer der unerwünschten Gäste wohl mit einem Auto in eine Gruppe von Angreifern gefahren sein, die wiederum versucht haben sollen, die Eisenberger zu stellen und an einer Flucht zu hindern. So beschrieben es die beiden Zeugen, die vor Gericht erschienen waren. Einer der beiden schien aus dem Umfeld des Angeklagten zu kommen. Er gab an, den Beschuldigten am Tatort nicht gesehen zu haben. Ähnlich äußerte sich auch der andere Zeuge, der als Gast an der Party teilgenommen hatte.

„Ich schwör’s ich war bei meiner Freundin“

Das Erinnerungsvermögen der beiden 19-Jährigen ließ aus Sicht des Gerichts allerdings zu wünschen übrig. Mehrfach erinnerte die Richterin die beiden Zeugen an frühere Aussagen. Keiner der beiden wollte allerdings Baseball-Schläger am Tatort gesehen haben oder den Angeklagten dort wahrgenommen haben. Auch aus der Akte konnte nicht abgeleitet werden, ob der Angeklagte tatsächlich in Enkenbach-Alsenborn gewesen ist. „Ich schwör’s, ich war bei meiner Freundin“, betonte er mehrfach.

Von dem Streit in Enkenbach-Alsenborn will er erst später durch Erzählungen erfahren haben. Einer der Zeugen, die ihre Ladung ignoriert haben, hatte den Angeklagten belastet, wollte ihn gesehen haben. Allerdings waren diesem Zeugen auch Bilderserien, in denen Fotos des Angeklagten enthalten waren, vorgelegt worden. Auf diesen Aufnahmen habe der Zeuge dann niemanden erkennen können, verwies der Anwalt des Beklagten auf die dürftige Beweislage. In Folge forderte der Rechtsbeistand dann, das Verfahren gegen seinen Mandanten einzustellen. Dem wollte sich auch das Gericht anschließen, das allerdings auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen die nicht erschienen Zeugen zunächst Ordnungsgelder in Höhe von 500 Euro verhängte. Es sei nicht zu erwarten, dass die übrigen Zeugen bei einem weiteren Termin Licht in die Sache bringen würden. Nach einer kurzen Rücksprache stimmte auch die Anklagevertreterin der Einstellung des Verfahrens gegen den 19-Jährigen zu.

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