Handball
Wie die Eulen in Essen zum ersten Auswärtspunkt kamen
Der Weg nach Essen ist nicht ganz unbeschwerlich. Einige Baustellen testen die Geduld der Autofahrer. Die Zweitliga-Handballer der Eulen Ludwigshafen reisten am Freitag zum Spiel gegen den Mitabsteiger Tusem Essen. Und die Ludwigshafener kamen auch mit einigen Baustellen im Gepäck. Dem Team fehlt die Konstanz, die Torhüterleistungen schwanken, im Angriff holpert es, und die Mannschaft ist in der Zweiten Liga noch nicht angekommen. In der Sporthalle Am Hallo haben die Eulen den nächsten Schritt beim Ankommen gemacht: Beim Spitzenteam Tusem Essen spielten sie 24:24 (12:12).
Am Freitag in Essen brausten die Eulen regelrecht in der Anfangsphase durch die Baustelle der Essener Abwehr. Eulen-Torwart Ziga Urbic hielt einige Bälle, die Eulen aber schafften es nicht, diesen Vorteil entscheidend auszubauen. Der Angriff steuerte eher ohne Führung in Richtung der aggressiven Essener Deckung, die am Anfang die beiden Rückraumriesen der Eulen, Hendrik Wagner (links) und Stefan Salger (rechts) nahezu aus dem Spiel genommen hatten. Essen nahm nun Fahrt auf und preschte mit vollem Tempo in die Offensive. Die Eulen patzten zusehends mit einigentechnischen Fehlern. „Es war ein gerechtes Unentschieden, aber die Fehler am Anfang ärgern mich schon“, meinte Eulen-Coach Ceven Klatt hinterher. „Da haben wir zu oft versucht, mit dem Kreis zu spielen und teils ohne richtige Chance geworfen.“
Zu viele technische Fehler der Eulen zu Beginn
Die Folge: Tusem ging in der neunten Minute erstmals in Führung. Ein Umstand, der nicht zwingend notwendig war. Aber: Ludwigshafen gab sich nicht geschlagen. Die Mannschaft kam zurück. Urbic hielt wieder, und vorne trafen die Gäste jetzt. Der Vier-Tore-Rückstand schmolz und schmolz. Das 12:12 durch Jan Remmlinger zur Pause war daher ein verdienter Zwischenstand. Es blieb bei einem engen Aufeinandertreffen. Essen nutzte immer wieder das Momentum und zog davon. Vor allem in den ersten zehn Minuten nach der Pause. Da kam viel zusammen: Strafzeiten, technische Fehler, die Rote Karte gegen Max Neuhaus. Alles schien da gegen die Gäste zu laufen.
Tolles Eulen-Comeback in den Schlussminuten
Doch die Eulen kamen wieder zurück. Stefan Salger zimmerte in der 57. Minute den Ball aus dem Rückraum in die Maschen – die erste Eulen-Führung in der zweite Halbzeit. Kurz danach traf Hendrik Wagner per Siebenmeter zum 24:23. Plötzlich war wieder alles drin, auch ein Sieg. Doch auch der starke Essener Linksaußen Noah Beyer verwandelte seinen letzten Strafwurf sicher. Eulen-Spielmacher Jan Remmlinger meinte nach dem Schlusspfiff: „Aufs ganze Spiel gesehen war es ein verdienter Punktgewinn, von der Schlussphase her ein Punktverlust.“ Selbstkritisch nahm er den letzten, schwächeren Wurf auf seine Kappe. „Wir sind in Überzahl sechs Sekunden vor Schluss. Wenn ich werfe, muss der Ball drin sein.“ Aber Eulen-Trainer Klatt verwies auch darauf, dass Remmlinger arg angeschlagen spielte und seit dem Pokalspiel gegen Minden nicht einmal trainiert hatte.
„Wir haben die schwere Aufgabe hier mit Courage und Leidenschaft gemeistert und uns mit toller Moral zurückgekämpft“, sagte Klatt in seinem Fazit zufrieden. Besonders lobte er die gute Torhüterleistung von Ziga Urbic. „Und unser Kapitän Gunnar Dietrich hat in der Abwehr einen tollen Job gemacht.“
So spielten sie
Tusem Essen: Bliss - Firnhaber (1), Müller, Szczesny (1) - Klingler (2/1), Beyer (5/3) - Dangers (5) – Seidel, Maldonado (3), Becher (5), Rozmann, Bergner, Ignatow (1/1)
Eulen Ludwigshafen: Urbic (60. Asanin für einen Siebenmeter) - Klein (2), Bührer (1), Wagner (4/1) - Falk (4), Hofmann (1) - Klimek – Dietrich, Salger (5), Neuhaus (2/1), Remmlinger (2), Haider (14), Keskic (2)
Spielfilm: 1:1 (4.), 4:3 (9.), 10:6 (22.), 10:9 (25.), 12:9 (27.), 12:12 (Halbzeit), 15:12 (32.), 17:15 (40.), 18:17 (44.), 22:22 (54.), 22:23 (57.), 24:24 (Ende) - Zeitstrafen: 2:3 - Rote Karte: Neuhaus (38./grobes Foul) - Siebenmeter: 8/6 - 3/2 - Beste Spieler: Bliss, Beyer - Urbic, Falk - Zuschauer: 1833 - Schiedsrichter: Bona/Frank (Remscheid/Radevormwald).