Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel der Rhein-Neckar Löwen findet ein beklemmendes Ende

In ausgezeichneter Form: Jon Lindenchrone.
In ausgezeichneter Form: Jon Lindenchrone.

Der Bundesliga-Heimspieltag mit dem 34:34 (18:15) gegen den TBV Lemgo Lippe endete tragisch. Nach einem aufregenden Spielverlauf gab es einen medizinischen Notfall auf der Tribüne.

Alle Aktivitäten erloschen nach der Partie urplötzlich. Die Türen zum Spielfeld der SAP-Arena wurden geschlossen, die Spieler kamen nicht zurück und schrieben so auch keine Autogramme. Die Pressekonferenz wurde abgesagt. Die Trainer Sebastian Hinze und Florian Kehrmann standen den Journalisten vor der Kabine zur Verfügung. Und: Weil die sogenannten „Scouter“, die für das Zählen der Tore zuständig sind, nur auf 33 Treffer des TBV kamen, legten die Löwen auf Verdacht Protest gegen die Spielwertung ein. Am Sonntag dann die Rolle rückwärts. „Nach der Sichtung der zweiten Halbzeit, auch durch die Scouter selbst, ist man zu dem Schluss gelangt, dass sich bei unserem Spiel gegen Lemgo gestern nicht verzählt wurde – das Ergebnis hat so wie angezeigt seine Richtigkeit“, erklärte Löwen-Sprecher Rüdiger Ofenloch am Sonntag.

Trainer: Bitteres Unentschieden

Der Blick auf den Sport. „Natürlich bitter, das Unentschieden ist ein Punktverlust. Schade, dass wir es nicht schaffen, zwei Punkte zu holen. Zum Fazit gehört auch, dass wir eigentlich ein gutes Spiel machen, gerade in der ersten Halbzeit. Bei sieben gegen sechs gab es Phasen, in denen wir es nicht so gut lösen. Lemgo spielt es auch gut“, erläuterte Sebastian Hinze. Sein Kollege Florian Kehrmann sagte: „In der zweiten Halbzeit gehen wir in das Sieben-gegen-sechs, das haben wir wieder sehr, sehr gut gespielt. Hinten heraus hat alles gepasst.“ Der anfangs überragende Torhüter David Späth fand: „Wir haben alles reingeworfen, verlieren leider einen Punkt. Lemgo hat es konsequent zu Ende gespielt und am Ende vielleicht auch verdient einen Punkt geholt.“

Jon Lindenchrone überragt

Auffälligster Feldspieler der Löwen war Jon Lindenchrone, im Sommer von Frisch Auf Göppingen gekommen. Der Halbrechte, der seit Patrick Groetzkis Verletzung als Rechtsaußen aushilft, warf neun Tore. „Unentschieden. Das ist natürlich schade, wir machen am Ende viel zu viele Fehler. Ich fand, es war ein Spiel, in dem wir die Kontrolle hatten“, sagte er. War die Mannschaft nach der Pause müde? Seit Wochen spielen die Löwen ja im Grunde jeden dritten Tag. „Das glaube ich nicht. Ich denke, dass wir in Hamburg und gegen Lemgo die Führung weggeworfen haben. Es war zu viel Stress am Ende“, meinte der Däne, für den es im Moment richtig gut läuft. „Auf jeden Fall. Ich finde, dass die Mannschaft in einem guten Flow ist, nicht nur ich bin das. Alle passen in ihre Rolle und machen ihren Job.“ Gleichwohl freut er sich, wenn Patrick Groetzki hoffentlich bald zurückkehrt. „Wir wissen, welche Rolle Patrick hat, auch als Kapitän.“

Und nun ruft der Pokal

Am Mittwoch (19 Uhr) steht nun ein sehr wichtiges Spiel an für die Löwen. Im DHB-Pokal-Achtelfinale gastiert der Titelverteidiger beim Zweitligisten TuSEM Essen. Sebastian Hinze, der mit seiner Auswahl im April den Pokal in Köln gewann, freut sich auf das Spiel, mit Michael Hegemann hat einer seiner früheren Spieler nun dort das Sagen. „Wir müssen 100 Prozent da sein, es gibt keine zweite Chance“, betonte Jon Lindenchrone.

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