Handball
Rhein-Neckar Löwen: Protest nach 34:34 angekündigt
Mit einem Siebenmeter von Samuel Zehnder – es war die letzte Aktion des Spiels – kam der TBV Lemgo Lippe am Samstagabend vor 7502 Zuschauern in der SAP-Arena zu dem 34:34-Unentschieden. Die Löwen waren enttäuscht. „Das ist sehr bitter. Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff hatten. Uns fehlte die Cleverness. Aber wir haben gekämpft, wir haben alles gegeben“, sagte Torhüter David Späth.
Ein Tor zu viel?
Die Löwen kündigten an, gegen die Wertung der Partie Protest einzulegen. Das berichtete Klub-Sprecher Rüdiger Ofenloch. Nach Ansicht der Löwen könnte dem TBV Lemgo Lippe ein Tor zu viel zugewiesen worden sein. Löwen-Co-Trainer Michael Jacobsen verließ die Arena mit den Worten, sich das Spiel noch einmal anzuschauen. Die Pressekonferenz nach der Partie fiel aus, weil es auf der Tribüne einen medizinischen Notfall gab.
Die Löwen zeigten zwei Gesichter. Vor der Pause trumpfte die Mannschaft auf, der Halbzeitstand von 18:13 schmeichelte den Gästen, die schon sieben Tore im Hintertreffen lagen. Die Löwen profitierten in der ersten Halbzeit von ihrem überragenden Torhüter David Späth, der in dem Abschnitt auf eine Fangquote von 44 Prozent kam. Das ist großartig.
Kein Mittel gegen siebten Feldspieler
David Späth konnte diese Quote nach der Pause nicht halten, weil seine Vorderleute nicht mehr mit der Konsequenz der ersten 30 Minuten zu Werke gingen. Am Ende standen 14 Paraden für ihn zu Buche. Die Abstände in der Defensive wurden größer. Die Abwehr fand kein Mittel gegen den siebten Feldspieler. Im Angriff schlichen sich etliche Fehler ein. Beim 22:20 war der TBV Lemgo Lippe wieder im Spiel und schaffte sogar den 26:26-Ausgleich. Aber die Löwen legten noch einmal zu, erarbeiteten sich wieder eine Drei-Tore-Führung, um auch diese abzugeben. Zumindest eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung war zu notieren: Andreas Holst traf mit seinem Wurf zwar den Kopf von Torhüter Finn Zecher, aber ein Gegenspieler fasste ihm in den Arm, und er konnte den Wurf nicht kontrollieren. Er kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, kurz darauf musste auch Juri Knorr wegen Meckerns vom Feld. Die zwei späten Tore von Gustav Davidsson reichten am Ende nicht.
Abermals in ausgezeichneter Verfassung präsentierten sich Niclas Kirkelökke und Jon Lindenchrone, die zwei dänischen Spieler von der rechten Seite. Lindenchrone spielt für den verletzten Patrick Groetzki als Rechtsaußen, macht das sehr gut und warf neun Tore. Sein Partner Niclas Kirkelökke kam auf sechs Treffer.
Spenden für Kinder
Die Partie war das sogenannte Löwenherz-Spiel, mit dem der Klub Spenden sammelt für „Kinder am Rande der Stadt“, eine Mannheimer Hilfsorganisation, die sich um notleidende Kinder kümmert.