Handball
Rhein-Neckar Löwen: Eine „bockstarke“ erste Halbzeit
Die Löwen waren den Mittelhessen in allen Belangen überlagen. Alles, was sie taten, taten sie mit mehr Überzeugung, mit mehr Freude. Die HSG Wetzlar war 30 Minuten lang die schlechteste Mannschaft, die sich in dieser Saison in der SAP-Arena vorgestellt hatte. Der Trainerwechsel, Hrvoje Horvat für Benjamin Matschke, hat überhaupt nichts gebracht. „Das Gesamtpaket stimmt nicht. Das Endergebnis ist noch gnädig für uns. Wenn die Löwen das durchziehen, sieht das ganz anders aus“, sagte Wetzlars Kreisläufer Erik Schmidt.
Mickrige acht Törchen
Mickrige acht Törchen schaffte der Abstiegskandidat vor der Pause, was natürlich an der hervorragenden Abwehr der Löwen lag, die in Torhüter Mikael Appelgren einen exzellenten Rückhalt hatte. Nach der Pause übernahm David Späth. Auch er hielt gut. „Wir haben eine bockstarke erste Halbzeit gespielt. Wir hatten eine sehr gute Abwehr. Die erste Halbzeit war unfassbar“, erläuterte der starke Linksaußen Benjamin Helander.
Wetzlar riss sich vor 6137 Zuschauern im zweiten Durchgang am Riemen, die Löwen konnten das fast fehlerlose Spiel nicht noch einmal wiederholen. Das HSG-Torhüter-Duo Till Klimpke und Anadin Suljakovic verbuchte vor der Pause nur eine Parade, Klimpke steigerte sich beträchtlich.
Chancenverwertung schlechter
Die Löwen hatten nicht mehr diese kaltblütige Chancenverwertung wie noch zu Beginn. Linksaußen Lion Zacharias war mutig, nahm sich drei Würfe, scheiterte aber dreimal. Auch der eine oder andere technische Fehler schlich sich ein. Trainer Sebastian Hinze nahm in der 50. Minute eine Auszeit, um seine Jungs auf die Schlussphase einzustimmen.
„Wir haben ein sehr fokussiertes Spiel gemacht, wir waren sehr gut vorbereitet. Wetzlar ist normal immer sehr gefährlich. Wenn man so deutlich führt, gibt man nicht 100 Prozent das ganz Spiel, das spielt im Kopf schon eine Rolle“, meinte Rückraumspieler Olle Forsell Schefvert, der fünf Jahre bei den Hessen unter Vertrag gestanden hatte. Erfolgreichster Löwen-Torschütze war Regisseur Juri Knorr mit sechs Treffern. Patrick Groetzki und Niclas Kirkelökke schlossen die Partie mit je fünf Toren ab. „Es war eine überragende erste Halbzeit, da kann man nicht viel aussetzen. Wir wollten Wetzlar das Tempospiel nehmen, das hat ganz gut geklappt“, resümierte Trainer Sebastian Hinze. Er sieht den ausgezeichneten Gesamteindruck durch den zweiten Abschnitt nicht gemildert.
Gensheimer EM-Botschafter
Ach ja: Uwe Gensheimer ist der EM-Botschafter für den Spielort Mannheim im Jahr 2024. „Ich wünsche mir als Botschafter, dass wir in Mannheim so viele Menschen wie möglich für diese tolle Sportart begeistern können, wenn sie das absolute Topniveau vor ihrer Haustür sehen können“, sagte der Linksaußen.