FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Rückkehr des Tor-Marschalls und ein weiterer Entscheidungsträger bei den Roten Teufeln

Erleichterter Jubel im Abstiegskampf: FCK-Verteidiger Alexander Winkler mit geballten Fäusten in der Düsseldorfer Arena. Die Lau
Erleichterter Jubel im Abstiegskampf: FCK-Verteidiger Alexander Winkler mit geballten Fäusten in der Düsseldorfer Arena. Die Lauterer schlugen Uerdingen am Samstag mit 2:0. Links Adam Hlousek.

Platz 15 nach 17 Partien. Die Konkurrenz im Drittliga-Abstiegskampf hat noch Nachholspiele. Beim FCK ist kurz vor Weihnachten erbittert über die Lage diskutiert worden – Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt im RHEINPFALZ-Gespräch. Eine Entscheidung steht.

Das 2:0 am Samstag beim KFC Uerdingen in Düsseldorf sorgte beim 1. FC Kaiserslautern für Erleichterung. Zuvor saß die Enttäuschung sehr tief nach dem desolaten Auftritt des FCK vor einer Woche bei der 0:3-Heimniederlage gegen den TSV 1860 München. Daraus macht Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt keinen Hehl. Die Situation wurde aufgearbeitet – auch in einer schon vor geraumer Zeit anberaumten Beiratssitzung. „Ein ,Weiter so’ kann und wird es mit uns nicht geben“, hatte Beiratsvorsitzender Markus Merk am Tag nach der Niederlage gegen die Münchner im RHEINPFALZ-Gespräch betont.

Marschall neuer Chefscout

„Wir wollen eine Entwicklung. Es gibt einige Dinge, an denen wir schon seit einiger Zeit im Hintergrund arbeiten und die wir nun mit Nachdruck angehen müssen“, sagt Voigt. Etwa das Thema Scouting, das es beim FCK auch aus finanziellen Gründen zuletzt nicht mehr in hauptamtlicher Form gegeben hat. Olaf Marschall (54) wird nun zum 1. Januar als Chefscout und als Individualtrainer im Nachwuchsbereich zurückkehren. „Wir sind mit Olaf schon seit einiger Zeit in Gesprächen“, sagt Voigt. Marschall soll nach nun abgeschlossenem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung des FCK hauptamtlich die wieder mit Leben zu füllende und neu zu strukturierende Scouting-Abteilung leiten. Marschall war schon von 13. Juli 2016 bis 30. Juni 2019 FCK-Scout.

Wie geht es mit dem Sportdirektor weiter?

Bei vielen Fans stark in der Kritik steht Sportdirektor Boris Notzon. Dessen Vertrag läuft am 30. Juni aus. Es laufen Gespräche mit dem Sportdirektor, der intern hohe Wertschätzung erfährt, wie es danach weitergeht. Notzon habe den Kader im Sommer zusammengestellt – erstmals übrigens hauptverantwortlich, betont Voigt. In den Jahren zuvor habe er zumindest in den Sommer-Transferperioden stets mit einem Sportchef oder aber einem sogenannten Sportausschuss noch explizite fachspezifische Vorgesetzte gehabt.

„Kein Mensch ist alleine für den Erfolg verantwortlich. Aber auch keiner alleine für den Misserfolg“, hebt Voigt hervor. „Wir sollten nicht vergessen: Die Mannschaft steht auf dem Platz, nicht Boris Notzon. Wir haben uns im Sommer im Gläubigerausschuss intensiv Gedanken darüber gemacht, wie es möglich ist, trotz eines Insolvenzverfahrens einen Kader zusammenzustellen.“ Boris Notzon habe eine qualifizierte Mannschaft zusammengestellt. Daran ändere auch die desaströse Bilanz mit nur 18 Punkten aus 17 Spielen nichts mit bislang nur drei Siegen. „Dass das nicht alles ein Augenschmaus war, was die Mannschaft auf den Platz gebracht hat, wissen wir auch.“ Voigt erinnert aber auch an das Verletzungspech, so habe Nicolas Sessa erst sieben Minuten gespielt, Marius Kleinsorge oder Alexander Winkler seien lange ausgefallen. „Die Mannschaft hat die Leistungsfähigkeit, woanders zu stehen.“ Voigt betont aber auch: „Die Tabelle lügt nicht. Da gibt es auch nichts schönzureden.“

Ein neuer Entscheidungsträger

Boris Notzon hatte zuletzt stets betont, dass er sich nicht der Verantwortung entziehen wolle. „Wir beschäftigen uns Tag und Nacht damit, warum was wie läuft und wie es besser werden kann“, betonte der 41-Jährige nach der 0:2-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching. „Aber den Ball reinschießen, wenn er direkt vor dem Tor liegt, das müssen die Spieler machen, die ja auch bei anderen Klubs nachgewiesen haben, dass sie es können.“

„Wie angekündigt werden wir auf die sportliche Entwicklung des FCK reagieren und im Bereich Profisport die operative Verantwortung um einen neuen Entscheidungsträger erweitern. Zudem werden wir die Strukturen gemeinsam mit dem Ziel einer qualitativen Verbesserung verändern“, erklärt Voigt. Außerdem solle der Kader noch im Winter verschlankt werden: „Einige Spieler“, so Voigt, sollen den 1. FC Kaiserslautern verlassen. „Die Entwicklung von unten“ soll vorangetrieben werden. Heißt: Der Übergang vom Nachwuchs- in den Profibereich soll noch fließender werden. Von extern soll im Winter zumindest ein schneller Offensivmann kommen, der rechts oder zentral spielen kann. Die fehlende Geschwindigkeit, das wurde selbst beim 2:0-Erfolg nun im letzten Spiel vor Weihnachten gegen den KFC Uerdingen deutlich, ist ein Problem der Mannschaft.

Am Trainer festhalten

Apropos Jeff Saibene: Am Trainer will der Klub festhalten. Er habe beim Erfolg gegen Uerdingen gezeigt, dass er das Team erreiche. „Die Mannschaft hat Ziele. Die Mannschaft ist auch eine Einheit. Da gibt es keine Grüppchenbildung. Und von der Mannschaft gibt es die klare Aussage, dass sie gewillt ist, die Situation anzunehmen“, sagt Voigt. Gemeinsam solle an kleinen Rädchen gedreht werden. Das gelte für die Mannschaft wie für den ganzen Klub. Das Ziel sei nach wie vor, endlich Kontinuität zu schaffen.

„Wir sind in diesem Jahr einige wichtige Schritte gegangen. Wir sind aber auch noch weiter auf dem Weg, Probleme, die es nach wie vor gibt, anzugehen und sie zu lösen. Das Schritt für Schritt“, berichtet Voigt. Dazu gehöre auch die Suche nach einem weiteren Großinvestor. „Da hilft uns die sportliche Situation, aber auch der harte Lockdown derzeit nicht“, sagt Voigt. Es gibt weiter viel zu tun beim FCK zur Jahreswende 2020/21. In allen Bereichen.

Kommentar: Nur zusammen eine Chance

Wieder zurück beim FCK: Olaf Marschall.
Wieder zurück beim FCK: Olaf Marschall.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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