Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Patrick Groetzki fährt mit einem guten Gefühl zur WM

Patrick Groetzki bezwingt in Hannover Islands Torhüter Viktor Gisli Halgrimsson.
Patrick Groetzki bezwingt in Hannover Islands Torhüter Viktor Gisli Halgrimsson.

Plötzlich der Dienstälteste. Mit nun 158 Länderspielen ist Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen der erfahrenste deutsche Spieler im Kader für die Handball-WM in Polen und Schweden.

Patrick Groetzki stand am Sonntag in den Katakomben der ZAG-Arena in Hannover – und war durchaus zufrieden. Die Bilanz des Testspielwochenendes: eine 30:31-Niederlage und ein 33:31-Sieg gegen Island. „Wir nehmen ein gutes Gefühl mit aus den Spielen. Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft. Defensiv standen wir richtig gut. Aber wir haben auch gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Es sind diese kleinen leichten Fehler. Wenn es nicht lief, hatten wir zu viele leichte Ballverluste. Die schlechten Phasen waren zu schlecht. Der Vorsprung war zu schnell aufgebraucht“, lautete die Einschätzung des 33-Jährigen, der in den Partien als Rechtsaußen begann. Lukas Zerbe ist sein junger Konkurrent, auch eine Variante mit Rückraumspieler Christoph Steinert auf außen ist denkbar.

Eine Zeit lang sah es nicht gut aus

Zwei Jahre sah es in puncto Nationalmannschaft gar nicht so gut aus für den Flügelflitzer. Die Bundestrainer Christian Prokop und Alfred Gislason setzten auf Timo Kastening und Tobias Reichmann. Groetzki war bei der Europameisterschaft 2020 in Norwegen und Österreich sowie bei der EM 2022 in der Slowakei nicht dabei, auch bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 wurde er nicht berücksichtigt. In Ägypten bei der WM 2021 wurde er nachnominiert. „So richtig weit weg war die Nationalmannschaft nie. Ich habe immer dran geglaubt, dass ich wieder dabei bin, wenn die Leistung passt. Ich habe zwischendurch gesagt, vielleicht muss die Nase nicht nur ein bisschen vorne sein, sondern noch ein Stück mehr, also noch besser sein, war das Ziel“, erklärte er.

Comeback im Oktober

„Und dann das. Timo Kastening zog sich eine Kreuzbandverletzung zu, Tobias Reichmann, sein Dauerkonkurrent in all den Jahren, spielt mittlerweile in der Dritten Liga beim TV Emsdetten. Im Oktober feierte Groetzki sein Comeback in der Nationalmannschaft, während des EHF-Euro-Cup-Spiels gegen Schweden in der Mannheimer SAP-Arena. 33:37 ging das Match damals verloren, der Spieler der Rhein-Neckar Löwen war dennoch glücklich, wieder an Bord zu sein. Bundestrainer Alfred Gislason kündigte seine Rückkehr mit den Worten an: „So stark habe ich Patrick Groetzki noch nie gesehen. Wir haben zwar das Team verjüngt, aber Leistung wird belohnt. Patrick ist in der Form seines Lebens.“

Ja, so konnte man das sehen. Deshalb war absehbar, dass Patrick Groetzki mit zur WM fährt, zumal er bei den Löwen Woche für Woche starke Leistungen abliefert. Beflügelt hat ihn sicher auch, dass ihm die Mannschaft im Sommer das Amt des Kapitäns anvertraute. Groetzki selbst erklärte seine konstant guten Leistungen auch damit, dass er seit geraumer Zeit mit einem Mentaltrainer arbeitet.

Der Erfahrenste

Patrick Groetzki, der Mann mit den meisten Länderspielen im Kader. „Alles ist wie gehabt. Da gibt es nichts spezielles. Das ist eine schöne Randnotiz. Mehr auch nicht“, sagte Groetzki der RHEINPFALZ. Wie sieht er die deutsche Auswahl wenige Tage vor der WM? „Die ganze Woche im Training hat sich schon gut angefühlt. Wir haben uns Tag für Tag weiterentwickelt. Gerade wenn man das vergleicht mit dem Lehrgang im Oktober und den Spielen gegen Schweden und Spanien.“

Was ist möglich? „Wir wollen erst mal die Vorrunde gut überstehen. Die K.o.-Runde sollte schon unser Ziel sein. aber es ist ein recht steiniger Weg, Serbien wird ein schwieriger Brocken“, betonte der Rechtsaußen.

Das erste WM-Spiel in der deutschen Gruppe ist am Freitag, dem 13., gegen Katar. Abergläubisch? „Überhaupt nicht“, antwortete Patrick Groetzki. Er glaubt an andere Dinge.

Zur Person

Die WM in Polen und Schweden ist das zehnte große Turnier für Patrick Groetzki. Der 33-Jährige spielt seit 2007 bei den Rhein-Neckar Löwen. Im November verlängerte er seinen Vertrag bis 2026. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat er „Digitale Medien und Medienkommunikation“ im Bachelor studiert und er möchte noch einen Master in „Sportmanagement und Leadership“ draufsatteln. Willkommen in der Branche!

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