FCK
Neu-FCK-Trainer Marco Antwerpen: Klare Ansagen und schnelle erste Schritte
Marco Antwerpen hat sich vieles schon sehr genau angeschaut. Seit Montag ist der 49-Jährige in der Pfalz, um sich ganz seiner neuen Aufgabe beim abstiegsbedrohten Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern zu verschreiben. Erster Coronatest, tags darauf ein zweiter. Als auch der negativ war, durfte er zu seiner künftigen Mannschaft auf den Platz.
Einer seiner ersten Schritte: Antwerpen hat Rückkehrer Jean Zimmer (27) zum Kapitän gemacht. Und das gleich zum Derby beim SV Waldhof Mannheim. „Jean Zimmer wird die Mannschaft am Samstag auf den Platz führen“, betonte der 49-Jährige. Mit dem bisherigen Kapitän Carlo Sickinger habe er gesprochen, sagte der neue Trainer, und ihm „diesen Rucksack abgenommen“. In der Tat spielt das 23 Jahre alte FCK-Eigengewächs Sickinger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, bisher seine schwächste, auch durch gesundheitliche Probleme geprägte Runde.
Zimmer trainiert nur leicht
Außenbahnspieler Zimmer trainierte am Mittwoch nach überstandenem grippalen Infekt nur leicht und soll am Donnerstag wieder voll einsteigen. Er wird wie der zuletzt mit Knieproblemen gegen Wehen Wiesbaden nach der ersten Hälfte ausgetauschte Kevin Kraus am Samstag voraussichtlich voll einsatzfähig sein, sagte Antwerpen. „Wir müssen als Mannschaft wie wir alle extremen Zusammenhalt an den Tag legen. Die Qualität in der Mannschaft ist da“, sagte Antwerpen, „und wir werden sie auf den Platz bringen.“ Beobachtet hat der aus Unna stammende neue FCK-Cheftrainer auch in seiner ersten, 80-minütigen Einheit am „Betze“ am Mittwochvormittag alles ganz genau.
Und er zeigte sich wie sein Co-Trainer Frank Döpper (49), den der neue Kaiserslauterer Chefcoach vor allem aus gemeinsamen Tagen bei Fortuna Köln kennt, als Freund klarer Ansagen – etwa mit Blick auf die Zweikampfführung, elementar im Abstiegskampf: „Ekelhaft sein, Jungs!“, rief Antwerpen. Und immer wieder streute der 49-Jährige bei der Arbeit auch ein Lächeln ein.
„Erfolgreich ist für mich das Wichtigste“
Seine Fußballphilosophie habe er zuletzt bei seinen letzten Kurzstationen Eintracht Braunschweig, wo ihm der Zweitliga-Aufstieg gelang, danach aber Schluss war, und dem 42-Tage-Intermezzo bei den Würzburger Kickers nicht entwickeln können, sagte Antwerpen. Da habe er jeweils Mannschaften kurzfristig übernommen. So wie jetzt in Kaiserslautern. Daher hänge die Spielweise auch immer vom vorhandenen Kader ab, führte Antwerpen aus. Zuvor bei Viktoria Köln habe er offensiv spielen lassen, „in Braunschweig habe ich ein bisschen defensiver spielen lassen, erfolgreich ist für mich das Wichtigste“.
Erfolg muss beim aktuellen Tabellen-16. der Dritten Liga auch dringend her angesichts der prekären Lage im Abstiegskampf. So ist Antwerpens Vertrag stark erfolgsabhängig – auch die Laufzeit. „Ich komme über Nacht und zu Fuß“ habe Antwerpen zu seiner Verfügbarkeit gesagt, berichtete FCK-Aufsichtsrats- und Beiratssprecher Markus Merk von einem Telefonat mit Antwerpen am Samstagabend. Das war kurz nach der Entlassung Jeff Saibenes infolge des desaströsen Auftritts der Mannschaft beim 0:1 gegen Wiesbaden.
Lieberknecht und Antwerpen in Endausscheidung
In der Endausscheidung um den Trainerposten bei den Roten Teufeln standen der aus Haßloch stammende Ex-FCK-Spieler Torsten Lieberknecht (47) und Antwerpen. Lieberknecht habe nicht sofort zur Verfügung gestanden, man habe aber schnell handeln müssen, sagte Merk. Und man habe die Investoren eingebunden, „das sind unsere Partner“, bekräftigte Merk noch einmal.
Auf dem Podium bei Antwerpens Präsentation am Mittwoch nahm auch Aufsichtsrat und Beirat Fritz Fuchs Platz. Er habe Antwerpen damals als Spieler von Preußen Münster zu Rot-Weiss Essen geholt, ließ Fuchs wissen. „Er war mein Spieler, als Trainer hat er Preußen Münster vor dem Abstieg gerettet und in der Folgesaison weiter vorangebracht, er hat Braunschweig zum Aufstieg geführt.“
Fuchs: „Ein Kurzstreckenrennen“
Auch Antwerpens Wille und sein Charakter qualifizierten ihn für die schwere Aufgabe beim FCK, führte Fuchs aus. 16 Spiele knüppelharter Abstiegskampf stehen aus. „Es ist jetzt für uns ein Kurzstreckenrennen“, betonte Fuchs. Antwerpen soll es angehen. Mit klaren Ansagen und genauen Beobachtungen. Die in die richtigen Schlüsse münden.
