FCK
Lauterer könnten am Sonntag Rettung feiern – alle Augen auf München
Die Rettung aus eigener Kraft hat der 1. FC Kaiserslautern am Samstag nicht erreicht. Verhaltene Freude gab’s dennoch nach dem Schlusspfiff. Der FCK kann auf der Couch den Verbleib in der Dritten Liga erleben, wenn der FC Bayern II am Sonntag (14 Uhr, Magenta Sport) nicht gegen Aufstiegskandidat 1860 München gewinnt. Dann läge der FCK vor dem letzten Spieltag uneinholbar vor den „kleinen Bayern“. Meppen, Lübeck und Unterhaching können den FCK ohnehin nicht mehr schnappen. Alternativ braucht der FCK einen Punkt am Samstag gegen Verl.
Timmy Thiele nimmt die Einladung an
Bei Viktoria Köln, das jenseits von Gut und Böse im Tabellenmittelfeld steht, erkämpften die Roten Teufel nach 1:0-Führung und 1:3-Rückstand ein 3:3 (1:3). „Wir laden Köln ein“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen zu den drei Gegentreffern in der ersten Hälfte, die die Lauterer selbst servierten. Aus einer anfangs jeweils sehr geordneten Struktur heraus setzten beide Teams zunächst Nadelstiche. Dem FCK gelang die klug herausgearbeitete 1:0-Führung. Jean Zimmer bediente Marvin Pourié, der für seinen Stürmerkollegen Daniel Hanslik auflegte. Der platzierte seinen Flachschuss prima – die nicht unverdiente Führung der Lauterer (14.). Der „Auswärtssieg“, wie mehrere Dutzend hinter der Gegengerade postierte FCK-Fans skandierten, und damit die vorzeitige Rettung schien klare Konturen anzunehmen.
Bis die Roten Teufel ihre Gastgeber einluden, doch ein bisschen Party zu machen. Kevin Kraus leistete sich einen folgenschweren Ballverlust. Der ehemalige FCK-Stürmer Timmy Thiele traf nach Zuspiel von Viktoria-Kapitän Mike Wunderlich zum 1:1 (18.). Die Fans hinter der Gegengeraden im Sportpark Höhenberg hatten kaum Zeit, ihrem Entsetzen über den teuflischen Fehler Ausdruck zu verleihen, da kam gleich der nächste ganz dicke Patzer. Tim Rieder „bediente“ unbedrängt mit einem zu kurzen Rückpass Thiele, der sich wieder per Lupfer mit seinem neunten Saisontor zum 2:1 (19.) bedankte. Stürmerpflicht erfüllt, zu jubeln traute er sich gegen die Ex-Kollegen jedoch kaum. „Ich drücke dem FCK die Daumen“, sagte Thiele später. „Lautrer geben niemals auf“, sangen die Unermüdlichen draußen.
Es geht noch peinlicher
Doch es ging noch peinlicher. Nach einem verunglückten Abschlag von FCK-Torwart Avdo Spahic kombinierte Kai Klefisch mit dem als Zweikämpfer und Passgeber lange überragenden Wunderlich – Klefisch vollstreckte per Kopf zum 3:1 (32.). „Kämpfen, Lautern, kämpfen“, riefen die ausgesperrten Fans verzweifelt. Und: „Fritz-Walter-Wetter“. Es begann in Strömen zu regnen.
FCK-Trainer Antwerpen wechselte mit Beginn der zweiten Hälfte gleich dreimal und beorderte Hoffnungsträger Felix Götze aus dem Zentrum der Abwehrkette ins Mittelfeld, ihm gelangen einige gescheite Zuspiele. Nach einer leichten Drangphase der spielfreudigen Viktoria verkürzte der FCK durch den eingewechselten Elias Huth auf 2:3 (71.). „Holt den Sieg für uns“, schallte es unter den Bäumen hervor, und eine furiose Aufholjagd begann. Wermutstropfen: FCK-Konkurrent Uerdingen ging in Führung (76.), der Siegtreffer.
Daniel Hanslik lässt Fan-Laune viel besser werden
Aber in Köln ließ Hanslik – dem kurz zuvor nach Foul ein Elfmeter verweigert wurde – mit seinem zweiten Treffer zum 3:3 (88.) die Stimmung unter den FCK-Freunden deutlich besser werden. „Tolle Moral der Mannschaft, so zurückzukommen und das, was wir verbockt haben, gerade zu biegen“, sagte Hanslik. Der allerletzte Schritt indes fehlt noch.
So spielten sie
FC Viktoria Köln: Mielitz - Koronkiewicz (86. Kyere), Rossmann, Schultz, Holthaus (22. Fritz) - Klefisch, Lorch - Risse (74. Holzweiler), Wunderlich, Handle - Thiele (74. Seaton)
1. FC Kaiserslautern: Spahic - Rieder (46. Senger), Götze, Kraus - Hercher, Sickinger (46. Sessa), Ouahim, Redondo - Zimmer (71. Ritter), Pourié (46. Huth), Hanslik
Tore: 0:1 Hanslik (14.), 1:1 Thiele (18.), 2:1 Thiele (19.), 3:1 Klefisch (32.), 2:3 Huth (71.), 3:3 Hanslik (88.) - Gelbe Karten: Klefisch (11), Schultz (5) - Senger (3), Hercher (4), Redondo (8), Kraus (6), Götze (3) - Beste Spieler: Wunderlich, Thiele, Klefisch - Hanslik, Götze, Sessa - Schiedsrichter: Lechner (Hornstorf).
Kommentar: Leichtes Zittern der Roten Teufel.

