1. FC Kaiserslautern
Kompletter Thines- und Liebrich-Nachlass nun im FCK-Museum
Norbert Thines war die Seele des 1. FC Kaiserslautern. Für den ehemaligen Präsidenten war der Verein eine große Familie. Thines pflegte und lebte eine tiefe Beziehung zu den Fans in der Pfalz und in aller Welt. Der Ehrenbürger von Kaiserslautern begründete viele neue Fanklubs. Thines war für die Anhänger der Roten Teufel der „Oberteufel“ und eine Identifikationsfigur. Er war ein Präsident zum Anfassen, ein Ehrenmann. Der gebürtige Kaiserslauterer, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, wurde in den 1970er Jahren Geschäftsführer des Vereins, dann Vizepräsident, bevor er 1988 als Nachfolger von Jürgen Friedrich das Amt des Präsidenten übernahm.
Die Norbert-Thines-Nordtribüne
Die unzähligen Verdienste dieses selbstlosen Menschen würdigte der FCK mehrmals. Er ernannte Thines zum Ehrenpräsidenten und benannte die Nordtribüne in Norbert-Thines-Nordtribüne um. Jenes Bauwerk ließ Thines in die Felsen des Betzenbergs rammen – er machte aus dem Stadion nun auch optisch eine Bastion.
Am Sonntag in der Jahreshauptversammlung sagte Wolfgang Erfurt, Vorsitzender des FCK e.V., dass Beatrix Thines, den gesamten Nachlass ihres 2021 verstorbenen Ehemannes dem FCK-Museum als Dauerleihgabe kostenlos zur Verfügung stellt. Unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Ehrenring der Stadt Kaiserslautern, der FCK-Ehrenring, die Goldene Stadtplakette der Stadt Kaiserslautern, der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz, außerdem Zinnkannen, Uhren, die es zu besonderen Anlässen wie der deutschen Meisterschaft 1991 gab, sind nun im FCK-Museum ausgestellt.
Diese Geste honorierte der 1. FC Kaiserslautern. Er ernannte Beatrix Thines zum Ehrenmitglied. Nicht nur Beatrix Thines wurde für ihre Großzügigkeit ausgezeichnet. Auch Anne-Marie Liebrich wurde diese Ehre zuteil. Die Gattin des legendären Abwehrspielers Werner Liebrich spendete dem FCK-Museum den kompletten Nachlass, darunter so bedeutende Exponate wie das Nationalmannschaftstrikot aus den 1960er Jahren, den FCK-Ehrenring zur WM 1954, die Uhr von der WM 1954 oder die FCK-Manschettenknöpfe.
Der „Rote“ war der Turm in der Schlacht
Werner Liebrich war ein Held von Bern. Er war im Finale gegen die Ungarn der Turm in der Schlacht. Die Aufgabe des 1927 in Worms geborenen Liebrich war es, den gefährlichsten Angreifer des Gegners zu zermürben. Doch außerhalb des Platzes war der „Rote“, wie Liebrich wegen seiner roten Haare außerhalb der Pfalz genannt wurde, ein feiner, liebenswerter Mensch und überzeugter Pazifist. Er engagierte sich nach dem Krieg gegen die Wiederbewaffnung, später gegen das Hochrüsten. Als einmal einige Pfälzer Hobbymannschaften ein „Fußball für den Frieden“-Turnier spielten und es nach Werner Liebrich benannten, übernahm seine Witwe Anne-Marie die Schirmherrschaft.
„Wir sind den Familien Thines und Liebrich sehr dankbar, denn wir sind auf Spenden und Leihgaben im Museum angewiesen“, sagt Wolfgang Erfurt. Im FCK-Vorstand seien sich alle schnell einig gewesen, dass diese Geste gewürdigt werden müsse. Dies erfolgte mit der Ehrenmitgliedschaft. Beatrix Thines und Anne-Marie Liebrich gehören nun zum erlesenen Kreis der rund 400 FCK-Ehrenmitglieder.
