Sport Kapitän im Kinderzimmer
SANDHAUSEN (zkk). „Wir brauchen noch ein paar Punkte, die wollen wir so schnell wie möglich holen.“ Dies ist die Ansage von Trainer Alois Schwartz, der am Sonntag (13.30 Uhr) mit dem SV Sandhausen zum Zweitliga-Derby beim 1. FC Kaiserslautern antritt.
Für Schwartz ist es das 100. Zweitligaspiel als Trainer. Die ersten vier erlebte er nach der Entlassung von Milan Sasic als Interimstrainer beim FCK. „Bei den Ausfällen heißt es bei uns schon, sich nach der Decke zu strecken“, sagt Schwartz, der neben dem gesperrten Stefan Kulovits auf die verletzten Kevin Kratz, Manuel Stiefler und Robert Zillner verzichten muss. José Pierre Vunguidica, Erik Zenga und Steven Zellner, einer von vier Ex-Lauterern im Kader, haben Trainingsrückstand. Wieder im Training steht Flügelflitzer Jakub Kosecki, der sich beim Hinrundenspiel tolle Duelle mit Jean Zimmer lieferte. Denis Linsmayer, der bis 2013 neun Jahre das FCK-Trikot trug, führt den SV Sandhausen heute als Kapitän aufs Feld. Der „Betze“ ist quasi sein Kinderzimmer, hier war der heute 24-Jährige auch als Balljunge engagiert. Er sieht seine Mannschaft nach der jüngsten Negativserie in Zugzwang. „Wir haben eine super Hinrunde gespielt, sind jetzt auch in einer schwierigen Situation. Vielleicht hatte mancher auch schon im Kopf drin, wir sind durch“, sagt Linsmayer, der im zentralen Mittelfeld für Stabilität steht. „Unser Spiel mit seiner defensiven Grundausrichtung haben wir zuletzt so nicht mehr auf den Platz gebracht. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und für unsere Verhältnisse viele Standard-Tore bekommen“, analysiert Linsmayer. „Wir wissen, was wir können. Wir wissen aber auch, was wir nicht können. Und müssen sehen, dass wieder auf dem Platz zu bekommen, was wir können“, fordert Trainer Schwartz. „Auf dem Betzenberg habe ich als gegnerischer Trainer noch nie gewonnen. Aber dieses Jahr sind schon so viele Gesetze gebrochen worden; Sandhausen hatte bis dahin auch noch nie in Braunschweig gewonnen. Und hat dann dort gewonnen ...“
