Handball
Juri Knorr im Video-Interview: „Spiele nächste Saison für die Löwen“
Herr Knorr, wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Ich hatte eine Bronchitis, beim Rückspiel in Lissabon hatte ich viele Probleme. Davon habe ich mich nicht ganz so gut erholt, es hat sich hingezogen. Der Lehrgang bei der Nationalmannschaft ging noch nicht. Kiel war okay, danach hatte ich wieder einen kleinen Rückschlag. Es war gut, dass ich jetzt ein paar Tage Pause hatte.
Sie haben mit Ihrer Ankündigung im April, die Löwen zu verlassen, die Handball-Welt in große Aufregung versetzt. Wie geht es Ihnen damit nun zwei, drei Wochen danach?
Ich kann dazu wenig sagen, natürlich habe ich es mitbekommen. Im Endeffekt gibt es ein Statement von meiner Seite und von der Löwen-Seite. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt alles gesagt.
Und der Stand ist der: Sie spielen nächste Saison noch einmal bei den Rhein-Neckar Löwen?
Ja. Davon gehe ich aus.
Mit dem Final Four in der European League steht nun noch ein großer Höhepunkt in dieser Saison an. Lässt sich die Rolle der Löwen mit der im vergangenen Jahr vor dem Pokal-Halbfinale in Köln vergleichen?
Ich würde sagen, dass es eine andere Rolle ist. Im vergangenen Jahr, klar, haben wir die vier Spiele vorher verloren, aber in der Liga war es ganz in Ordnung, auch wenn wir einen schlechten Lauf hatten, wir hatten einige Verletzungen in der Zeit. Eigentlich waren wir gefestigt als Mannschaft. Halil Jaganjac hat uns natürlich gefehlt. Aber wir haben eine sehr gute Saison gespielt. Und wir waren besser als dieses Jahr. Aber in der Europa League haben wir diese Saison performt. Wir sind noch mehr der Underdog als im vergangenen Jahr. Wir spielen gegen eine absolute Top-Mannschaft, wir brauchen wieder ein kleines Handball-Wunder.
Sie haben im Pokal-Halbfinale in Köln gegen Flensburg vielleicht das beste Spiel überhaupt für die Löwen gemacht. Muss jeder wieder ein bisschen über sich hinaus wachsen?
Ja, genau. Das braucht es im Endeffekt. Ich kann mich generell an niemanden erinnern, der da nicht am Optimum gespielt hat. Manche Mannschaften können es vielleicht ein bisschen besser kompensieren, wir brauchen jeden Mann.
In der Bundesliga haben die Löwen zweimal ganz deutlich gegen die Füchse verloren. Hat das noch Aussagekraft?
Ja, sicher, wir wissen, dass wir gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft spielen. Wir brauchen einen guten Tag, aber das ist sowieso klar. Aber es ist nur ein Spiel. Vielleicht sind wir die Glücklicheren an dem Tag.
Inwieweit geht Ihr Blick schon Richtung Sommer, zu den Olympischen Spielen in Paris?
Sehr wenig. Ich hoffe natürlich, dass ich dabei sein kann. Ich habe die letzte Maßnahme leider verpasst. Es wäre schön, das wäre schon was Cooles, die Olympischen Spielen nun in der Version zu erleben, ohne Corona.
Den Januar, die Heim-EM, haben Sie das alles verarbeitet?
Ja, das ist ziemlich weit weg. Es ist sowieso ja nicht viel Zeit. Ich weiß auch nicht, was das Verarbeiten immer bedeutet. Im Endeffekt war es ein sehr ereignisreicher Januar. Die Zeit war sehr erfahrungsreich, und das war auch gut so. Verarbeiten tue ich es vielleicht auch dann, wenn die vier Wochen Pause anstehen.
Zur Sache
Beim Final Four in der European League treffen die Rhein-Neckar Löwen in Hamburg am Samstag um 18 Uhr auf die Füchse Berlin. Um 15 Uhr spielt die SG Flensburg-Handewitt gegen Dinamo Bukarest. Das Finale am Sonntag steigt um 18 Uhr, Spiel um Platz drei ist um 15 Uhr.