FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Jubel im Schneetreiben: Rote Teufel siegen zum Hinrundenabschluss

Lauterer Jubel im Münchner Olympiastadion: Die FCK-Torschützen Hikmet Ciftci und Daniel Hanslik (von links). Rechts Dominik Scha
Lauterer Jubel im Münchner Olympiastadion: Die FCK-Torschützen Hikmet Ciftci und Daniel Hanslik (von links). Rechts Dominik Schad .

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern legt mit zwei schnellen Treffern die Basis für seinen 2:1 (2:0)-Erfolg bei Türkgücü München. Lohn ist der Sprung auf Platz drei, zumindest bis Samstagnachmittag. Souverän agieren die Roten Teufel zum Hinrundenabschluss allerdings nicht.

Die Älteren mögen sich entsinnen, wann der 1. FC Kaiserslautern vor diesem nassen Freitagabend am Ende des Jahres 2021 das letzte Mal im Münchner Olympiastadion gespielt hatte. Es war am 20. November des Jahres 2004, als die Bayern die damals von Kurt Jara trainierten Roten Teufel empfingen und mit 3:1 bezwangen. Thomas Riedl war zwar das Führungstor gelungen, dann trafen Paolo Guerrero, Torsten Frings und Claudio Pizarro. 40.000 wohnten an einem typischen November-Tag der Bundesliga-Begegnung bei.

An diesem Freitagabend im Dezember nun war es bitterkalt. Eine dünne Schneedecke zuckerte die Wiesen im Olympiapark, die im Laufe der Drittliga-Partie zwischen Türkgücü und dem FCK frisch bestäubt wurden. Des Coronavirus und hoher Inzidenzen wegen musste die Arena schier menschenleer bleiben. Und der FCK hatte nicht allein auf seinen Anhang zu verzichten, sondern auch auf den wegen der vierten Gelben Karte gesperrten Cheftrainer Marco Antwerpen und seine Stammkräfte Felix Götze, René Klingenburg und Philipp Hercher. Götzes Ausfall hatte aufgrund von Rückenbeschwerden schon am Donnerstag festgestanden, Klingenburg (grippaler Infekt) und Hercher (Adduktorenprobleme) verlängerten kurzfristig die Liste der Ausfälle.

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Ciftci rechtfertigt seine Nominierung mit dem 2:0

Für die Aufstellung des im 3-2-4-1-System ausgerichteten FCK bedeutete dies: Dominik Schad ersetzte Hercher auf dem rechten Flügel, Hikmet Ciftci spielte an der Seite Mike Wunderlichs auf der Halbposition. Ciftci rechtfertigte seine Nominierung gleich in der siebten Spielminute, als er vom rechten Strafraumeck abzog und ins Münchener Tor traf. Daniel Hanslik hatte Ciftci den Ball überlassen, Schlussmann Franco Flückiger griff ins Leere. „Das Tor war ein Geschenk für uns“, sagte Geschäftsführer Thomas Hengen in der Halbzeit bei „Magenta Sport“. Ciftcis Treffer war bereits der zweite Teil eines Kaiserslauterer Doppelschlages. Zum ersten Hieb hatten die Roten Teufel zwei Minuten zuvor ausgeholt: Nach einem öffnenden Pass von Max Hippe spurtete Hendrick Zuck auf der linken Außenbahn davon und flankte wunderbar in die Mitte, wo Daniel Hanslik zum Kopfball emporstieg und Flückiger keine Chance ließ; Hanslik allerdings bewegte sich frei, Türkgücü mit dem ehemaligen Kaiserslauterer Tim Rieder im Zentrum der Viererkette verteidigte völlig unzureichend.

Elfmeterreifes Einsteigen – der Pfiff bleibt aus

Der von der Tribüne aus zuschauende Marco Antwerpen dürfte daran seine helle Freude gehabt haben. Er erlebte die erste Hälfte weitgehend entspannt. Seine Schützlinge hatten die Partie fest im Griff, obschon Türkgücü Mitte des Abschnitts die Schockstarre ablegte. Allerdings dauerte es bis zur 30. Minute, ehe Petar Sliskovic mit einem Kopfball FCK-Torhüter Matheo Raab erstmals prüfte. Der Gast reihte fortan zu viele Ungenauigkeiten aneinander, wirkte gegen forschere Münchner fahrig und passiv.

Der Trend setzte sich nach dem Wechsel fort. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Petar Sliskovic veredelte einen gekonnten Angriff über Barry, Sararer und Vrenezi zum 1:2 (55.). Zuvor hatte Hanslik den Ball verloren. Der FCK schaffte es einfach nicht, nachhaltig für Entlastung zu sorgen. Im Gegenteil, Mergim Mavraj hatte den Ausgleich auf dem Fuß, sein Schuss streifte den linken Außenpfosten. Apropos Mavraj: Der rammte Hanslik den Ellenbogen ins Gesicht, es hätte Elfmeter für den FCK geben müssen. Das sahen später auch Lauterns Coach Frank Döpper, der Antwerpen vertrat, und sein Türkgücü-Kollege Alper Kayabunar so.

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Der neunte Sieg im 19. Spiel

Die Führung hielt irgendwie. „Nicht unser bestes Spiel“, sagte der wichtige Akzente setzende Zuck, „aber wir haben uns in jeden Ball geworfen und das Ding nach Hause geschaukelt.“ 2:1 (2:0) – es war zum Hinrundenabschluss der neunte Saisonsieg des FCK.

So spielten sie

Türkgücü München: Flückiger - Kusic (80. Knöll), Rieder, Mavraj, Scepanik - Irving (70. Tosun), Chato (80. Sorge) - Barry, Sararer, Vrenezi (70. Hottmann) - Sliskovic

1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Hippe - Schad, Zuck - Ritter - Ciftci (60. Zimmer), Wunderlich - Redondo - Hanslik (81. Huth)

Tore: 0:1 Hanslik (5.), 0:2 Ciftci (7.), 1:2 Sliskovic (55.) - Gelbe Karten: Kusic (3), Sorge (4) - Hanslik (1), Huth (2) - Beste Spieler: Barry, Sliskovic - Zuck, Hanslik - Schiedsrichter: Müller (Bremen).

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