Interview
Eulen-Spieler Kian Schwarzer und Tim Schaller – zwei allerbeste Freunde
Herr Schwarzer, Herr Schaller, geben Sie uns einen Einblick: Seit wann genau kennen Sie sich?
Schwarzer: Wir kennen uns quasi seit der Geburt. Ich bin einen Monat früher auf die Welt gekommen als Tim. Unsere Eltern kannten sich, ich glaube, sie haben auch mal in einem Haus gewohnt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das die Zeit war, als wir geboren wurden.
Schaller: Christian Schwarzer, der Vater von Kian, ist der Patenonkel von meinem Bruder.
Was sind die ersten Erinnerungen an diese lange Freundschaft?
Schwarzer: Ich war ja lange weg, bis mein Vater 2007 zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte. Zu dem Zeitpunkt sind wir wieder ins Saarland gezogen. Dann sind wir ab der dritten Klasse zusammen in die Schule gegangen. Da hat man ganz viele Erinnerungen. Sei es, was die Grundschule betrifft, sei es, was die weiterführende Schule angeht. Irgendwann habe ich zu Tim gesagt: Geh doch mal mit in die Handball-AG, in der Grundschule damals noch. So fing es an, dass wir auch zusammen Handball gespielt haben.
Mit dem Fahrrad einst unterwegs
Und Sie beide waren dann auch außerhalb der Schule unterwegs?
Schaller: Was man halt so macht als Kind. Mit dem Fahrrad irgendwo rumfahren.
Schwarzer: Tim hat noch Tennis gespielt, ich hatte meinen Handball, wir haben aber auch zusammen Fußball in Niederwürzbach gespielt, bis wir 15, 16 Jahre alt waren. Mittags sind wir schon mal mit dem Bike in den Wald gefahren. Aber irgendwann hieß es nur noch: Konzentration auf den Handball.
Es wurde dann aber nicht nur eine Freundschaft, die sich primär aus dem Sport speiste, oder?
Schaller: Wir hatten ja von Anfang an nebenher miteinander zu tun. Es hat sich all die Jahre eigentlich nicht verändert.
Schwarzer: Wir waren bis zur zehnten Klasse auf einer Schule, ich bin dann auf die Wirtschaftsinformatik-Schule in Saarbrücken gegangen, Tim hat auf dem Sportgymnasium weitergemacht. Nichtsdestotrotz haben wir im Verein in Zweibrücken weiter zusammen Handball gespielt und auch außerhalb der Halle waren wir unterwegs. Und zwar auch deswegen, weil wir Luftlinie eineinhalb Kilometer auseinander wohnten.
Sie haben zusammen in der Auswahl gespielt ...
Schaller: Schon immer.
Schwarzer: Das erste Turnier war immer das Walter-Laubersheimer-Turnier. Es gab den Sparkassen-Cup in Merzig. Wir haben alle Auswahlmannschaften gemeinsam durchlaufen.
Zusammen im Skiurlaub
Haben Sie auch zusammen Urlaub gemacht?
Schaller: Auch. Das begann schon mit den Eltern, als beiden Familien zusammen waren. Wir feierten auch Heiligabend zusammen. Dann waren wir mit Kollegen in Urlaub, oder wir ohne Eltern.
Schwarzer: Wir waren viele Jahre zusammen Ski fahren, weil unsere Eltern auch das Hobby teilen.
Oft wird es kompliziert, wenn Mädchen ins Spiel kommen. Wie war das bei Ihnen?
Schaller: Da hat jeder sein Ding gemacht. Wer eine Freundin hatte, hat sie mitgebracht.
Schwarzer: Auch wenn die Mädels dabei waren, hatten wir keine Probleme. Ich kannte seine Freundin auch vorher schon aus Zweibrücken.
Überhaupt kein Neid
Eine Frage, die sich aufdrängt: Zwei Freunde, eine Position. Wie gehen Sie mit der Konkurrenzsituation um, mit dieser sportlichen Rivalität?
Schaller: Es ist im Moment so, dass wir uns ergänzen. Kian ist prima in die Saison gestartet, deshalb hat er viel gespielt. Als er krank war, habe ich viel gespielt. Es klappt bei uns beiden so gut, dass es gar keinen Grund gibt, aufeinander sauer zu sein. Oder, dass man gar Neid empfindet. Grundsätzlich ist es vielleicht so, dass es schwierig ist, wenn man sich nicht leiden kann, aber bei uns ist es unkompliziert. Wenn man befreundet ist, macht es das einfacher.
Schwarzer: Ich finde, wir ergänzen uns extrem gut. Das spiegelt sich in unserer Abschlussquote. Ich glaube, Tim hat eine Quote von über 80 Prozent, ich bin bei über 75 Prozent. Ich würde sagen, das macht uns zu einem Top-Duo auf Linksaußen in der ganzen Liga. Das soll unser Ziel weiterhin sein. Platz eins als Duo zu werden. Wie Tim schon sagte, es ist keinesfalls Neid oder Eifersucht im Spiel. Sondern der eine gibt dem anderen die Energie, die er braucht.
Wie ist der Austausch im Trainingsalltag?
Schwarzer: Vor dem Spiel gucken wir uns beide noch den jeweiligen Torhüter an. Und darüber tauschen wir uns aus, gerade weil wir ja auch beide Siebenmeter werfen. Dann gucken wir, was der Torhüter für Bewegungen macht. Vielleicht sieht der eine etwas, was der andere nicht sieht.
Es war ja nicht geplant, dass Sie beide so schnell wieder zusammen kommen.
Schaller: Gedacht hatten wir es auf jeden Fall nicht. Zwei Jahre waren wir auseinander. Dass wir uns so schnell auf professioneller Ebene wiedersehen, das war in der Form nicht erwartet.
Info
Die Eulen Ludwigshafen spielen am Mittwoch (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) gegen den HC Elbflorenz Dresden.