Handball
Eulen: Sieg verspielt, aber Punkt gewonnen
Kai Wandschneider ließ auf sich warten. Der Trainer der HSG Wetzlar kam spät zur Pressekonferenz. Es gab Redebedarf mit seiner Mannschaft in den Katakomben der Friedrich-Ebert-Halle.
Dabei konnte der 61 Jahre alte HSG-Coach zufrieden sein mit dem Punkt. Denn es war ein schmeichelhafter Zähler für die Hessen. „Es war ein glückliches Unentschieden“, gab Wandschneider zu. Die Eulen Ludwigshafen führten nämlich das ganze Spiel über. Bis 30 Sekunden vor Schluss. Dann erzielte Kristian Björnsen den Ausgleich, als die HSG in Unterzahl war. Wetzlar spielte die letzten beiden Minuten mit einem Mann weniger. Der ehemalige Ludwigshafener Alexander Feld musste vom Platz. Da führten die Eulen noch mit 27:25 – und waren in Ballbesitz. „Das müssen wir in dieser Situation cleverer spielen“, haderte Max Neuhaus mit der Endphase.
Aktivposten Neuhaus bleibt bis 2023
Der 21 Jahre alte Spielmacher der Eulen Ludwigshafen war Donnerstagabend ein Aktivposten. Fünf Tore erzielte er aus dem rechten Rückraum. Eine für ihn ungewohnte Position, denn Neuhaus ist Rechtshänder. Doch das störte ihn nicht. Vielmehr beflügelte den Spielmacher eine Unterschrift. Neuhaus hat nämlich seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 2023 verlängert. Er will sich künftig in Ludwigshafen durchsetzen. 2019 kam er vom SC Magdeburg. Dort spielte er hauptsächlich in der Drittliga-Mannschaft. Neuhaus hat aber gezeigt, dass er Bundesliga spielen kann. Doch hinter Dominik Mappes kommt er kaum zum Zug. Weil Mappes aber nach dieser Saison zum Zweitligisten TV Hüttenberg geht, wird Neuhaus wohl häufiger spielen.
Abwehrumstellungen stressen die Eulen
Im ersten Rückrundenspiel – wobei die Hinrunden-Partie gegen die MT Melsungen noch aussteht – gegen die HSG Wetzlar überzeugten die Eulen fast auf ganzer Linie. Die Körpersprache stimmte, das Abwehrverhalten war stark, die Torausbeute effektiv. 15:10 führte Ludwigshafen denn auch verdient zur Halbzeit. Doch der Vorsprung war trügerisch. Denn Wetzlar fand ins Spiel zurück – und zwar mit taktischen Kniffen von Wandschneider. Er ließ die Abwehrformationen wechseln – von 6:0 auf 4:2 oder 3:3. „Dieser Wechsel machte uns zu schaffen“, sagte Dominik Mappes. Er war mit sieben Toren bester Spieler der Gastgeber, ein Motor in der Offensive. „Wir haben aber auch auf diese Wechsel eine Antwort gehabt“, sagte Eulen-Trainer Ben Matschke.
Ein Ballverlust zu viel
Doch die entscheidende Antwort blieb am Ende aus. „Eine Szene war spielentscheidend“, sagte Wandschneider. Ein technischer Fehler 90 Sekunden vor Schluss führte zum Ballgewinn für Wetzlar. Den Tempogegenstoß verwertete Lindskog. „Wenn wir da den Ball nicht bekommen, dann verlieren wir das Spiel“, räumte Wandschneider ein. So aber trauern die Eulen Ludwigshafen einem verlorenen Punkt hinterher. „Ein Lob an meine Mannschaft. Das wir überhaupt in so eine Situation kommen, freut mich“, sagte Matschke.
Eulen Ludwigshafen: Tomovski (ab 42. Škof) - Wagner (1), Mappes (7), Dietrich (3) - Durak (4/2), Remmlinger (3) - Klimek (2) – Neuhaus (5), Valiullin (2), Haider, Meddeb, Scholz
HSG Wetzlar: Ivanisevic (54. Suljakovic, 55. Ivanisevic für einen Siebenmeter) - Srsen (1), Frederiksen (1), Forsell Schefvert (4) - Björnsen (3), Holst (3/3) - Lindskog (6) – Gempp (1), Rubin (5), Henningsson, Weissgerber (1), Feld (2), Mirkulowski, Mellegard
Spielfilm: 3:0 (6.), 3:1 (7.), 5:2 (13.), 7:5 (16.), 9:5 (17.), 15:10 (Hz.), 19:14 (38.), 20:18 (47.), 23:18 (49.), 24:21 (52.), 27:25 (57.), 27:27 (Ende) - Zeitstrafen: 4:3 - Siebenmeter: 2/4 - 3/3 - Beste Spieler: Neuhaus, Mappes - Lindskog, Ivanisevic – Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst).