Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen taumeln dem Abstieg entgegen

Michael Biegler gibt die Richtung vor, doch die Mannschaft folgt nicht.
Michael Biegler gibt die Richtung vor, doch die Mannschaft folgt nicht.

Die Krise bei den Eulen Ludwigshafen spitzt sich zu. Zwölf Spiele, elf Niederlagen – der Gang in die Dritte Liga droht. Am Sonntag setzte es beim 24:31 (13:14) gegen Hagen die nächste Klatsche. Dabei rückt Trainer Michael Biegler in die Kritik. Seit sieben Spiele ist er Coach – sechsmal verlor der Zweitligist unter ihm. Schmeißt er vorzeitig hin?

Er sollte der Retter werden, doch wird er nun zum Totengräber? Die Eulen Ludwigshafen haben Mitte April Ceven Klatt wegen Erfolglosigkeit freigestellt und Michael Biegler verpflichtet. Er sollte mit seiner Erfahrung, seinem Fachwissen die Wende bringen. Doch unter Biegler hat sich die Situation beim Handball-Zweitligisten dramatisch verschlechtert, ja zugespitzt. Sieben Spiele, sechs Niederlagen – das Arbeitszeugnis von Biegler ist noch schlechter als das seines Vorgängers.

Der 61 Jahre alte ehemalige polnische Nationaltrainer sorgt mit seinen Aussagen nicht gerade für Entspannung. Vielmehr trägt er mit seinen Statements zur ohnehin schon großen Verunsicherung bei. „Ich erreiche die Mannschaft nicht mehr“, sagte Biegler vorige Woche nach der Niederlage in Hüttenberg. Nach dem 24:31 am Sonntag zu Hause gegen Hagen kritisierte Biegler die Mannschaft wieder. „Von dem, was wir auf dem Matchplan stehen hatten, hat die Mannschaft von der ersten Minute an viel vermissen lassen. Die kämpferische Note müsste höher sein. Eine 4:2-, gar 5:2-Führung beruhigt überhaupt nicht. Die Parameter, die wir bieten wollten, habe ich nicht gefunden und dass wir gar keine Torhüterleistung haben, verunsichert noch einmal zusätzlich“, bemängelte Biegler.

Nur teilweise mitgehalten

Die Eulen taumeln dem Abstieg entgegen. Gegen Hagen hielt die Mannschaft nur zeitweise mit. Sie holte einen Vier-Tore-Rückstand auf und glich zum 21:21 aus (47.). Doch dann lief nicht mehr viel, eigentlich gar nichts. Die Mannschaft ist wie gelähmt. Hinzu kommt die exklusive Taktik Bieglers. Er ließ Marc-Robin Eisel und Kreisläufer Nicola Sorda das ganze Spiel über auf der Bank. Dabei haben die Eulen Probleme auf der Kreisläufer-Position. Denn Christian Klimek und Maximilian Haider sind verletzt. Stefan Job wurde deshalb vor Wochen reaktiviert. Sorda traf in Hüttenberg zweimal. „Marc-Robin Eisel ist ab und zu im Training. Er ist etwas überspielt, musste in der zweiten Mannschaft marschieren. Ich muss nicht über andere diskutieren. Wir haben keine Kreisläufer an Bord, auch nicht im Training. Sorda ist nur noch ein Spiel da. Ich muss aber auch eine Formation für die restlichen Spiele finden“, sagt Biegler.

Wirft Biegler hin?

Nur, ist er dann überhaupt noch da? Am Sonntag sagte er vielsagend: „Ich bin um Hilfe gebeten worden. Ich kann diese aber nicht leisten, wie man sieht. Lassen sie mich erst einmal mit dem Auftraggeber sprechen.“ Wirft Biegler hin oder hat er das am Sonntag schon intern getan?

Fakt ist: Die Eulen brauchen laut Geschäftsführerin Lisa Heßler noch zwei Siege aus vier Spielen, um sicher in der Zweiten Bundesliga zu bleiben. Das aber traut Biegler der Mannschaft nicht zu. „Ich wünsche, dass es die Eulen schaffen, aber ich sehe im Moment nicht, dass wir zwei Spiele gewinnen. Auch das habe ich diese Woche deutlich gesagt.“

Sätze, die einem Offenbarungseid gleichkommen. Biegler wertet dies als ehrliche Aussagen und sagte zum Abschluss der denkwürdigen Pressekonferenz gestern: „Sie können sicher sein, dass, wenn das hier vorbei ist, der nächste Schritt folgt.“

So spielten sie

Eulen Ludwigshafen: Urbic (17. - 35. Peribonio, ab 43. Hoblaj)- Salger (6), Meyer-Siebert (5), Wagner (4) - Durak, Hofmann (5/3) - Dietrich, Keskic (1), Job (2), Neuhaus (1)

Eintracht Hagen: Mahncke (ab 30. Grzesinski, 43. Mahncke für einen Siebenmeter) - Vorlicek (7), Pouya, Schmidt (7/4) - Toromanovic (2), Buergin (2) - Pröhl (2) – Queckenstedt, Stefan (9), Kister, Bednar, Panisic, Kraus, Klein (1), Mestrum (1)

Spielfilm: 5:2 (8.), 6:4 (12.), 8:8 (18.), 9:10 (22.), 11:13 (27.), 13:14 (Hz.), 13:16 (34.), 21:21 (47.) , 22:25 (53.), 24:28 (56.), 24:31 (Ende) - Zeitstrafen: 4:3 - Siebenmeter: 3/3 - 4/4 - Beste Spieler: Meyer-Siebert – Stefan, Schmidt, Grzesinski - Zuschauer: 1621 - Schiedsrichter: Kauth/Kolb (Taufkirchen/Augsburg).

x