Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen sind in Göppingen ganz nah dran

Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich (beim Wurf) begann gegen Göppingen im linken Rückraum und ackerte wie immer vorbildlich in der Dec
Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich (beim Wurf) begann gegen Göppingen im linken Rückraum und ackerte wie immer vorbildlich in der Deckung.

Zwei Minuten vor Schluss schnuppern die Eulen Ludwigshafen am zweiten Auswärtssieg in dieser Bundesliga-Saison. Doch am Ende sind es Kleinigkeiten, die Frisch Auf Göppingen zum 24:22 (15:12)-Erfolg verhelfen. Dabei trumpft ein Spieler auf, obwohl er auf einer für ihn ungewohnten Position ran muss.

Frisch Auf Göppingen ist ein Gegner, dem die Eulen Ludwigshafen immer mit Ehrfurcht begegneten. Das dokumentiert schon die Bilanz der Vergangenheit. Neun Spiele – neun Niederlagen. Doch im Dezember 2019 geschah Sensationelles. Ludwigshafen siegte erstmals gegen den neunmaligen deutschen Meister früherer Tage. 24:23 gewannen die Eulen damals. Wenige Monate später folgte ein weiterer Erfolg. In einem Vorbereitungsspiel auf die aktuelle Saison behielt Ludwigshafen mit 29:27 die Oberhand. Doch der Respekt blieb.

Eulen nicht kaltschnäuzig genug

Vielleicht war es dieser Respekt, der dafür sorgte, dass die Eulen gegen Schluss, als das Spiel auf der Kippe stand, nicht kaltschnäuzig genug waren und am Sonntagnachmittag aus Göppingen nicht wenigstens mit einem Punkt nach Hause fuhren. Vielleicht. Vielleicht waren es aber auch die paar technischen Fehler zu viel in der durchwachsenen ersten Hälfte der Eulen. Dabei hatten sie da schon einen ganz starken Hendrik Wagner im rechten Rückraum. Bereits vor der Pause waren die Eulen immer drin im Spiel, liefen ab etwa der zehnten Minute aber stets einem Rückstand von zwei, drei Toren hinterher. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen die Eulen, aber das ist ja immer so. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt“, sagte Göppingens Trainer Hartmut Mayerhoffer.

Ein kluger Schachzug des Göppinger Trainers

„Es waren am Ende Nuancen, die das Spiel entschieden haben“, meinte Eulen-Trainer Ben Matschke in seiner Analyse bedauernd. „Göppingen war sehr gut eingestellt – und am Ende hat Kastelic drei wichtige Bälle gehalten.“ Es war in der Tat ein kluger Schachzug des Göppinger Coachs, den Kroaten Urh Kastelic ab der 44. Spielminute in den Kasten zu beordern. Der 24-Jährige parierte den Gegenstoß gegen den beim Spielstand von 21:21 (54.) frei vor ihm auftauchenden Azat Valiullin. Und kurz darauf meisterte er auch den Wurf von Christian Klimek vom Kreis – zwei Riesenchancen für die Eulen, um am Ende mit einem Erfolgserlebnis dazustehen. Dazu kam, dass sie in der Phase zuvor ihre häufigen Überzahlsituationen nicht clever genug ausspielten. So spielte in der 45. Minute Pascal Durak von Rechtsaußen einen arg riskanten Kempa-Pass auf die linke Seite zu Jonathan Scholz.

Müde Gastgeber

In der zweiten Halbzeit hatten die Göppinger laut Mayerhoffer genug Chancen, deutlich in Führung zu gehen. „Die haben wir aber nicht genutzt. Und dann mussten wir von der 41. bis 52. Minute neun Minuten in Unterzahl spielen.“ Da habe sich Müdigkeit bei seinem Team eingeschlichen, „weil die Intensität in diesem Spiel auch so hoch war“. Das lag aber auch daran, dass Mayerhoffer wenig wechselte, seine erste Sieben ganz lange auf dem Spielfeld ließ. Mayerhoffer: „Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten von uns gesehen.“

Dass der Trainer auch am Ende jubeln durfte, lag eben an Kostelics Paraden. Denn Göppingen hatte fast zwei Monate kein Punktspiel mehr bestritten. Die Begegnungen gegen Minden und die Füchse Berlin waren vor Weihnachten abgesagt worden. Der erste Härtetest im neuen Jahr brachte jetzt die Punkte 16 und 17, auch weil Nationallinksaußen Marcel Schiller den letzten Strafwurf eine Minute vor dem Ende gewohnt sicher verwandelte. Eulen-Keeper Gorazd Škof war nur in der 24. Minute einmal Sieger gegen Schiller von der Linie geblieben.

So spielten sie

Frisch Auf Göppingen: Rebmann (ab 44. Kastelic) - Zelenovic, Kneule (2), Heymann (4) - Goller (3), Schiller (10/4) - Kozina (3) – Bagersted (1), Ellebaek (1), Theilinger

Eulen Ludwigshafen: Tomovski (24., 30. Škof für je einen Siebenmeter, ab 31. Škof) - Wagner (10), Mappes (2), Dietrich - Durak (1/1), Scholz - Haider (1) – Valiullin (5), Klimek (1), Neuhaus, Remmlinger (2), Falk

Spielfilm: 2:0 (3.), 2:1 (4.), 4:4 (9.), 7:5 (14.), 11:8 (21.), 15:12 (Hz.), 18:15 (38.), 18:17 (42.), 20:19 (49.), 21:21 (53.), 23:22 (58.), 24:22 (Ende) - Zeitstrafen: 4/2 - Siebenmeter: 5/4 – 1/1 - Beste Spieler: Schiller, Kastelic - Wagner, Valiullin - Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum).

x