1. FC KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Niederlage für den FCK: Plattes Tor schmerzt dezimierte Teufel

Die Entscheidung auf dem Betzenberg: Felix Platte überwindet Andreas Luthe zum 0:1.
Die Entscheidung auf dem Betzenberg: Felix Platte überwindet Andreas Luthe zum 0:1.

Fußball-Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern kassiert gegen den abgeklärter spielenden SC Paderborn eine knappe, aber verdiente erste Saisonniederlage. Erstmals am „Betze“ kommt der Videobeweis zum Einsatz. Die anschließende Schiedsrichter-Entscheidung hat fatale Folgen.

Den ersten Rückschlag für ihre Lieblinge in dieser bisher so erfolgreichen Punktrunde nahmen die Fans des Fußball-Zweitliga-Aufsteigers 1. FC Kaiserslautern trotzig zur Kenntnis. Noch lange sangen sie „Olé, Rot-Weiß, olé“. Mit 0:1 (0:0) haben die nach Platzverweis gegen Hendrick Zuck (50., Notbremse) dezimierten Lauterer ihr Heimspiel am Freitagabend gegen den SC Paderborn verloren. Den Treffer erzielte Felix Platte, nachdem FCK-Schlussmann Andreas Luthe einen Versuch Julian Justvans nicht aus der Gefahrenzone hatte bugsieren können (82.). Die Paderborner sind neuer Spitzenreiter, siegten in einer engen Begegnung auch ungeachtet der Überzahl verdient, waren passsicherer, hatten mehr Struktur und Tempo in ihrem Offensivspiel.

Einschwören in der Trinkpause: Dirk Schuster und seine Elf.
Einschwören in der Trinkpause: Dirk Schuster und seine Elf.

Rot für Zuck – aber wer zog zuerst?

„Mir persönlich fällt es brutal schwer, diese Niederlage zu akzeptieren, weil ich denke, dass wir mehr verdient gehabt hätten“, sagte FCK-Trainer Dirk Schuster, der mit Zucks Platzverweis haderte. Grund: Vor Zucks Ziehen habe Sirlord Conteh das Gleiche getan – und dies auf dem Platz auch zugegeben. Schuster hatte eindringlich vor der Offensivwucht der Paderborner gewarnt und SCP-Kapitän Ron Schallenberg als Top-Sechser gelobt. Nun, Mike Wunderlich, zentraler offensiver Mittelfeldspieler der Lauterer, hatte meist ein Auge auf Schallenberg. Aber nur meist: Der Sechser kam zum ersten Torabschluss für die Paderborner (20.). Zuvor hatte der FCK ein Ausrufezeichen gesetzt, als der bei einer Ecke aufgerückte Verteidiger Boris Tomiak den Ball an die Latte köpfte (12.).

Gefährliche Doppelchance

Die Offensivwucht kam zunächst nicht zum Tragen, weil der FCK konzentriert die Lauf- und Passwege des Gegners zustellte. Umgekehrt galt Selbiges, sodass der erste Abschnitt chancenarm geriet. Nach einer halben Stunde Spielzeit erarbeitete sich Paderborn, angetrieben vom in der Tat auffälligen Schallenberg, Feldvorteile. Und kam durch Marvin Pieringer, gegen den Luthe gedankenschnell parierte, und Platte zu einer gefährlichen Doppelchance (32.).

Doch Platte konnte den Ball, als er heranrauschte, nicht mehr drücken und köpfte ihn übers Tor. Die FCK-Viererkette um Abwehrchef Kevin Kraus, am Freitag 30 Jahre alt geworden, musste nun häufiger eingreifen. Das Offensivspiel der Roten Teufel war Stückwerk, zuweilen half Kommissar Zufall. So vertändelte Jasper van der Werff kurz vor der Pause leichtfertig den Ball, doch FCK-Stürmer Terrence Boyd schloss arg schwach ab (44.). Paderborn hatte mehr vom Spiel, große Gefahr brachte zunächst nur die Doppelchance für den SCP und Tomiaks Lattentreffer auf der anderen Seite.

Rot: Schiedsrichter Jöllenbeck verweist Hendrick Zuck (verdeckt) des Feldes. Davor: Erik Durm.
Rot: Schiedsrichter Jöllenbeck verweist Hendrick Zuck (verdeckt) des Feldes. Davor: Erik Durm.

Dann wird es turbulent

„In der zweiten Hälfte zeigen, wo am Betze der Hammer hängt“ – diesen Wunsch von der Fanbank des FCK-Biersponsors wollten die Lauterer gleich umsetzen. Trainer Schuster brachte auf der linken offensiven Bahn Kenny Prince Redondo für Daniel Hanslik. Redondo hatte sich kaum in Bewegung gesetzt, da wurde es schon turbulent. Aber vor dem FCK-Tor: Linksverteidiger Hendrick Zuck griff nach SCP-Offensivmann Conteh, Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied auf Elfmeter und Gelb für Zuck. Auf Zuruf des Videoassistenten – erstmals auf dem „Betze“ – aber korrigierte er dies. Denn Zucks Zieher war außerhalb des Strafraums. So hieß es Freistoß für Paderborn und Rot für Zuck wegen Notbremse.

Schuster wechselte: Dominik Schad kam als Rechtsverteidiger für den zentralen und defensiv diesmal nachlässigen Wunderlich, Erik Durm rückte für Zuck links in die Kette. Gegen dezimierte Lauterer kam erneut Schallenberg zum Abschluss, Geburtstagskind Kraus rettete auf der Linie (49.). Das kämpferische Gesicht der Roten Teufel zeigte sich klar, die Duelle wurden, angefeuert von den Fans, noch energischer geführt. „Betze“ pur. Dann ließ Durm Richmond Tachie flanken, und Platte entschied die Partie, die durch Zucks Platzverweis Fahrt aufnahm.

So spielten sie

1. FC Kaiserslautern: Luthe (Note 3,5) - Durm (3,5), Kraus (2,5), Tomiak (2,5), Zuck (5) - Niehues (3,5; 77. Ciftci -), Ritter (4) - Zimmer (4,5; 87. Hercher -), Wunderlich (4,5; 53. Schad 4,5), Hanslik (5; 46. Redondo 4) - Boyd (4; 77. Lobinger -)

SC Paderborn: Huth - Heuer, van der Werff (46. Hünemeier), Hoffmeier - Schallenberg - Justvan, Muslija (77. Srbeny), Obermair - Platte (88. Schuster), Pieringer (67. Leipertz), Conteh (77. Tachie)

Tor: 0:1 Platte (82.) - Gelbe Karten: Ritter, Tomiak (2), Lobinger (2) - Pieringer, Schallenberg, Huth - Rote Karte: Zuck (50.) - Beste Spieler: Kraus, Tomiak - Schallenberg, Platte - Zuschauer: 33.098 - Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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