Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Entwarnung und Sorgen auf dem Waldhof

Durfte aufatmen: Dorian Diring.
Durfte aufatmen: Dorian Diring.

Am Freitag kam das Coronavirus ganz unmittelbar beim Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim an. Mittelfeldspieler Dorian Diring stand unter Verdacht, mit dem Erreger infiziert zu sein, das Trainingsgelände wurde abgeriegelt. Aber am Nachmittag gab es Entwarnung, der Test des Franzosen ergab ein negatives Ergebnis. Dennoch wurde der Trainingsbetrieb gestern bis auf Weiteres eingestellt.

Von Michael Wilkening

Als Alsenweg herrschte gespenstische Stille. Nachdem bekannt geworden war, dass Diring im Verdacht steht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, wurden die Spieler, die Betreuer sowie der Trainerstab nach Hause geschickt. Auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie des Ticket- sowie Fanshops mussten das Gelände verlassen und sich vorsorglich zu Hause aufhalten. Die Ausbreitung des Virus hatte den Tabellenzweiten der Dritten Liga ohnehin schon in Atem gehalten, denn das für Freitag geplante Heimspiel gegen den KFC Uerdingen wurde abgesagt, eine Fortsetzung der Saison steht in den Sternen. Durch Dirings Erkältungssymptome bekam der Klub plötzlich das gesamte Ausmaß der Lage zu spüren.

Trainingsbetrieb pausiert bis auf Weiteres

„Wir mussten so reagieren“, sagte Markus Kompp. Der Geschäftsführer der Waldhöfer war erleichtert, dass sich der Verdacht nicht erhärtete, aber Normalität kehrt erst mal nicht zurück. Trainer Bernhard Trares hatte seinen Spielern zunächst bis einschließlich heute freigegeben. Am Sonntag dann die unfreiwillige „Verlängerung“ der Zwangspause. „Die Gesundheit aller hat absoluten Vorrang. Es hat oberste Priorität, die Verbreitung zu verlangsamen und Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen“, teilte Kompp mit. Wahrscheinlich ist, dass auf einer außerordentlichen Liga-Versammlung am Montag in Frankfurt entschieden wird, die Drittliga-Saison über die beiden nächsten Spieltage hinaus zu unterbrechen. Fraglich ist, ob in absehbarer Zeit der Spielbetrieb überhaupt wieder aufgenommen wird.

Kompp geht aktuell nicht davon aus, dass die Saison in der Dritten Liga beendet werden kann. Ungeachtet der daraus resultierenden Frage, ob es Auf- und Absteiger gibt, stellt sich für den SVW-Geschäftsführer die Frage, wie mit dem finanziellen Schaden umgegangen wird, der entstehen wird. Allein die Mannheimer verlieren durch ausbleibende Zuschauer- und Merchandising-Einnahmen einen siebenstelligen Betrag. Insgesamt kann der Schaden beim SVW bis zu zwei Millionen Euro betragen.

Waldhof hofft auf DFB-Kulanz

„Wir müssen jetzt mit dem Verband sprechen, also in unserem Fall mit dem DFB“, kündigt Kompp an. Er setzt darauf, dass der Deutsche Fußball-Bund Kulanz zeigt und den Schaden ausgleicht. Andernfalls dürfte es große Probleme in der Dritten Liga geben, denn jeder Klub ist wirtschaftlich unmittelbar von einem drohenden vorzeitigen Saisonende betroffen. „Aus dem regulären Geschäftsbetrieb kann das kein Verein auffangen“, ist Kompp überzeugt. Nicht jeder Klub hat einen Mäzen wie Bernd Beetz, der drohende Verluste eventuell ausgleichen würde. Es ist unklar, ob der Waldhof-Präsident bei einem vorzeitigen Saisonende mit seinem Vermögen einspringen würde, um Einnahmeausfälle zu kompensieren.

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