Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Der richtige taktische Kniff

JubelstimmungDie Spieler der Eulen Ludwigshafen lassen sich in Hüttenberg von ihren mitgereisten Fans feiern.
JubelstimmungDie Spieler der Eulen Ludwigshafen lassen sich in Hüttenberg von ihren mitgereisten Fans feiern.

Die Eulen Ludwigshafen fahren beim 31:28 in Hüttenberg den vierten Sieg in Folge ein. Vor der Pause sah es danach noch nicht aus, aber Coach Michel Abt hatte eine gute Idee.

Die Mittelhessen hatten bisher schon keine gute Heimbilanz: Nur zwei ihrer neun Punkte auf dem Habenkonto holte die Mannschaft von Trainer Johannes Wohlrab im eigenen Sportzentrum. Dabei bleibt es auch, denn die Eulen siegten am Samstagabend mit 31:28 (14:13) beim Tabellen-14. Erstmals seit langem war die Zuschauerzahl in Hüttenberg mal wieder vierstellig. „Es ist aber der Wurm drin hier zu Hause“, sagte Wohlrab hinterher. „Wir machen ein gutes Spiel, die Chancen waren da, aber wir bringen den Ball nicht im Tor unter. Jetzt ist wohl mal der Psychologe gefragt.“

Die Eulen ihrerseits taten sich in der ersten Hälfte sehr schwer gegen die zupackende 3:2:1-Deckung der Hüttenberger. Man merkte, dass der angeschlagene Sebastian Trost fehlte, der zuletzt die 5:1-Deckung der Großwallstadter im Heimspiel gut auseinandergespielt hatte. Aber hier: Marc-Robin Eisel, Pascal Bührer, Jannek Klein und auch Stefan Salger blieben einfach häufig in der Deckung hängen. „Wir haben da auch ein bisschen zu langsam gespielt“, analysierte Bührer hernach. Die Eulen kamen so oft in Not, weil die Schiedsrichter häufig passives Spiel anzeigten. Hinten verlieh wenigstens der eingewechselte Matej Asanin der defensiven 6:0-Abwehr der Eulen ab der 20. Minute mehr Stabilität. Er kam bis zur Pause noch auf fünf Paraden. Am Ende waren es ganz starke 14.

70 Eulen-Fans unterstützten die Mannschaft

Dass die „junge Mannschaft am Anfang ihres Entwicklungspotenzials“ (Wohlrab) einen ordentlichen Umbruch zu verkraften hatte, merkte man zunächst nicht. Unter anderem hatten die Hüttenberger ja den besten Spieler der vergangenen Zweitliga-Saison, Ex-Eule Dominik Mappes, verloren, der jetzt in der Ersten Liga bei Gummersbach für Furore sorgt und maßgeblich dafür gesorgt hatte, dass das TVH-Team die vergangene Saison als Vierter abgeschlossen hatte. Mappes war tatsächlich auch in der Halle, um sich seine ehemaligen Ludwigshafener und Hüttenberger Mannschaftskollegen anzuschauen. Den Ex-Eulen-Part deckt beim TVH jetzt Linksaußen Jannik Hofmann (vier Tore) ab, der vor der Saison zu seinem Heimatverein zurückkehrte.

Fast 70 Eulen-Fans hatten sich auf den Weg gemacht, unterstützen die Eulen lautstark vor Ort. Sie sahen, wie die Eulen aufdrehten, als Trainer Michel Abt etwa ab der 34. Minute den Torwart rausnahm und immer sieben Angreifer aufs Feld schickte. Plötzlich waren wieder Lücken da, und die Eulen-Angreifer nutzten jetzt ihre Chancen konsequent. Der früh mit zwei Zeitstrafen belastete Pascal Durak traf viermal sicher von rechtsaußen, Jan Remmlinger wartete ebenso geduldig auf seine Möglichkeiten und erzielte noch vier Tore. „Es ist ähnlich gelaufen, wie wir uns das hier vorher vorgestellt hatten. Die erste Halbzeit war zum Vergessen“, sagt Trainer Abt, „aber nach der Pause haben wir im 7:6-Angriff sehr sehr viel richtig gemacht.“

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