Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Das erste Winter Game der Adler: Als Udo Scholz den Wetterfrosch gab

Eis, wo sonst Rasen ist: Einlauf der Mannschaften beim DEL-Winter-Game 2017 in der Sinsheimer Fußballarena.
Eis, wo sonst Rasen ist: Einlauf der Mannschaften beim DEL-Winter-Game 2017 in der Sinsheimer Fußballarena.

Vor dem Winter Game der Deutschen Eishockey-Liga am Samstag zwischen den Kölner Haien und den Adlern Mannheim kommen Erinnerungen auf – an das Freiluftspektakel vor fast sechs Jahren, als die Adler Ausrichter waren.

Dauerfrost, erst Schnee, dann sogar Eisregen: Das Winter Game der Adler Mannheim am 7. Januar 2017 machte seinem Namen wirklich alle Ehre. Bei Stürmer David Wolf, damals in Sinsheim wie auch am Samstag (ab 16.30 Uhr, MagentaSport) bei der Partie im Kölner Fußballstadion dabei, kamen „Erinnerungen an die Anfänge hoch, als man auf zugefrorenen Seen gespielt hat“. Und der aus dem Allgäu stammende Torwart Dennis Endras spottete: „Ich bin jetzt fünf Jahre in Mannheim, und das erste Mal hat’s geschneit.“

Nostalgie ist Trumpf – und Wetter ein Thema

Ein nostalgisches Eishockey-Spektakel, damals vor 25.000 Zuschauenden, heute in Köln sollen es gar über 35.000 werden. Klar, das Wetter ist bei einem solchen Spiel unter freiem Himmel immer ein Thema. Am frühen Abend des 7. Januar 2017 schneite es erst leicht, die Eisfläche musste ab und zu geräumt werden. Und dann ging ein Raunen durch die Menge, als die 2020 verstorbene Stadionsprecherlegende Udo Scholz gewohnt fürsorglich diese Durchsage machte: „Passt nachher auf, wenn ihr nach Hause fahrt – es hat Eisregen eingesetzt.“ Tatsächlich schleppte sich die Blechlawine später mit 20, maximal 30 km/h über die A6 zurück Richtung Mannheim und Pfalz ...

Damals ein wildes Spiel

Am Samstag soll es trocken bleiben, aber auch kalt sein. Was den Spielern bei diesem Freiluftereignis grundsätzlich recht ist, auch wenn sich Trainer Bill Stewart erstmal auf schlechteres Eis als normalerweise in der Halle einstellt. In Sinsheim vor nun fast sechs Jahren, als die Adler das Winter Game organisierten und die Eisfläche mitten in eine angedeutete nordamerikanische Winterlandschaft mit Tannen und festgefrorenen Kajaks platzierten, wurde es jedenfalls ein buchstäblich wildes Spiel – wozu nicht nur die Kriegsbemalung beitrug, die sich die Profis ins Gesicht geschmiert hatten. Der damalige Mannheimer Trainer Sean Simpson stand in College-Jacke und mit Pudelmütze an der Bande und sah einen turbulenten 7:3-Sieg seiner Mannschaft – in einem Derby, denn Gegner waren die Schwenninger Wild Wings.

„Unsere Einstellung war: Es geht um drei Punkte, aber wir wollen das Spiel genießen. Es ging um diese Balance, die haben wir hinbekommen“, sagte Simpson hinterher. Ähnlich tickt nun Bill Stewart, der seine Mannschaft am Freitag im Training vor Ort auf die ungewohnte Atmosphäre etwas vorbereiten kann. Für ihn ist es „ein Tag mit veränderter Vorbereitung und im Anschluss ein Spiel, in dem es um drei Punkte geht“. Die Kölner Gastgeber dürften dem deutschen Eishockey-Klassiker den richtigen Rahmen verpassen, schließlich sind sie geübt: 2019 organisierten sie bereits ein Winter Game gegen den rheinischen Rivalen Düsseldorfer EG.

Der dritte Anlauf

Nun also das Dauerduell mit Mannheim vor großer Kulisse. Übrigens im dritten Anlauf, denn zweimal machte Corona der Partie schon einen Strich durch die Rechnung. Damit konnte vor knapp sechs Jahren in Sinsheim noch keiner rechnen. Damals, als – Achtung, Nostalgie – Brent Raedeke, Matthias Plachta, Luke Adam, zweimal Chad Kolarik und schließlich nochmal Plachta sowie Marcus Kink die Adler zum Sieg schossen. Auf dem zugefrorenen Weiher in der Winterlandschaft.

Die damals siegreiche Adler-Mannschaft vorm Tannenbaum.
Die damals siegreiche Adler-Mannschaft vorm Tannenbaum.
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