American Football
Beim 58. Super Bowl schmuggelt ein Pfälzer den FCK ins Stadion: Lautre in Las Vegas
Als sich im dritten Viertel abzeichnet, dass dieser 58. Super Bowl doch noch spannend wird, vibriert plötzlich das Telefon. „Man achte auf den Pulli“, schreibt Frank Einholz zu dem Foto, das er einmal quer durch das Allegiant Stadium von Las Vegas schickt. „Lautre“ steht auf dem schwarzen Hoodie. Während sich auf dem Feld die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers duellieren, fiebert der Mann aus Haßloch auf der Tribüne mit – und trägt den 1. FC Kaiserslautern ganz nah bei sich.
„American Football ist ein Vollkontaktsport, da geht es ordentlich zur Sache“, sagt Einholz, den die Dynamik des Sports fasziniert. Seine Begeisterung wurde vor etwa 25 Jahren geweckt, an einen Hype war damals in Deutschland nicht zu denken. „Wir haben vom Super Bowl gehört und in der Clique beschlossen, die Nacht durchzumachen, um das Spektakel anzuschauen“, sagt Einholz. Das Ergebnis beschreibt er so: „Ich bin hängen geblieben.“
Vom Sport und den USA begeistert
Noch mehr als vom Spiel ist der Pfälzer, der in dritter Generation einen Fensterbaubetrieb führt, aber vom Drumherum angetan. „Die Leute feiern vor dem Stadion, sie grillen und haben immer gute Laune“, sagt Einholz. Weil er neben einer Football- auch eine USA-Leidenschaft entwickelte, hat der Haßlocher schon viele NFL-Spiele live im Stadion gesehen. Trotzdem stellt sich die Frage, ob er Football oder Fußball bevorzugt, nicht. „Fußball“, sagt Einholz. Oder besser: den FCK: „In guten wie in schlechten Zeiten.“ Was ihm aber fehlt, ist eine Dauerkarte für das Fritz-Walter-Stadion. Dieser Missstand soll sich zur kommenden Saison ändern.
Hotel Tropicana, eines jener bunten Themenhotels am Las Vegas Boulevard, dem sogenannten Strip. „Ich mag die Superlative“, sagt Einholz über den Reiz der USA, als er inmitten vieler Spielautomaten steht: „Alles ist größer.“ In den Vereinigten Staaten kann der Haßlocher abschalten, hier verbringt er auch gerne den Urlaub mit seiner Frau und den Kindern. „Überall sind die Menschen supernett“, sagt Einholz, „wirklich jeder ist zuvorkommend, das ist in Deutschland leider nicht überall so.“ Nach Las Vegas ist er aber nicht mit der Familie gekommen, sondern mit einer Reisegruppe eines Anbieters aus Augsburg, der auch Sportreisen im Portfolio hat. Am Abend steht ein Auftritt der Sängerin Adele auf dem Programm, auch U2 schaut er sich in der gigantischen Konzert-Kugel „The Sphere“ an. „Wenn man da ist, ergreift man die Chance“, sagt Einholz.
Super Bowl 58 ist bereits das sechste NFL-Endspiel, das Einholz mit jenem Augsburger Reisebüro besucht. Die 50. Auflage des Finals 2016 in San Francisco war seine Premiere. „Man ist dort und begreift es erst, wenn man wieder zu zurück ist“, sagt Einholz. „Man macht große Augen und versucht, alles aufzusaugen und zu genießen. Aber das geht in dem Moment nicht.“ Ein Jahr später sah er in Houston, wie Quarterback Tom Brady das wohl größte Comeback der Football-Geschichte gelang. Mit den New England Patriots gewann er gegen die Atlanta Falcon nach 3:28-Rückstand noch 34:28. „Das bleibt in Erinnerung“, sagt Einholz.
Hochzeitstag bei Olympia
2019 war er in Atlanta dabei, 2020 in Miami. 2021 waren in Tampa wegen Corona nur wenige Zuschauer zugelassen. „Natürlich spielt die Stadt immer eine Rolle“, sagt Einholz, „Las Vegas ist eine super Sache“. Er überlegt kurz, denn ein Austragungsort fehlt in seiner Liste: 2022, Los Angeles. „Das hat alle Dimensionen gesprengt“, sagt er und lacht. „Es ist ein ganz großer Luxus, wenn man selbst überlegen muss, wo man überall dabei war. Aber ich bekomme es noch zusammen.“ Für das große Spiel in Las Vegas hält es Einholz derweil mit den San Francisco 49ers, am Ende siegen jedoch die Kansas City Chiefs nach Verlängerung.
„Ich bin meiner Frau total dankbar, dass sie mir das immer wieder ermöglicht“, sagt Einholz. Zwar will er nicht verraten, wie viel Geld er schon für seine NFL-Leidenschaft ausgegeben hat – aber es dürften viele Tausend Euro sein. Doch die sportliche Weltenbummelei verbindet auch: Im Sommer fahren sie über ihren Hochzeitstag zu den Olympischen Spielen nach Paris. Einholz hat Tickets für Leichtathletik, Beachvolleyball und Gewichtheben – und für die Kinder ist ein Ausflug ins Disneyland geplant. Insgeheim hofft der Haßlocher aber auf eine weitere Sportreise, diesmal mit dem 1. FC Kaiserslautern. „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir nicht absteigen“, sagt er, „und falls wir ins Finale des DFB-Pokals kommen, werde ich in Berlin sein.“
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