Eishockey
Die Adler Mannheim vor den Pre-Play-offs: Der direkte Vergleich mit den Ice Tigers
Die Adler Mannheim müssen in den Play-offs eine Extrarunde drehen. Daran ändert auch ihr deutlicher 6:1- Sieg bei den Kölner Haien zum Abschluss der Hauptrunde nichts. Die Mannheimer stehen auf dem siebten Tabellenplatz in der Abschlusstabelle der DEL, in den Pre-Play-offs geht es gegen die Nürnberg Ice Tigers um den Einzug ins Viertelfinale. Welches Team zuerst zwei Spiele gewinnt, kommt weiter. Für den Verlierer ist die Saison vorbei. Los geht es schon am Sonntag, 16.30 Uhr, in der SAP-Arena. Beide Mannschaften im großen Vergleich.
Torhüter
Bei den Adlern bekam Arno Tiefensee in den letzten Wochen deutlich mehr Spiele als sein Kollege Felix Brückmann. Und so ist auch davon auszugehen, dass Tiefensee für die Adler in den Play-offs starten wird. In seinem zweiten DEL-Jahr zeigte der erst 21-Jährige zwar stabile, aber mit einer Fangquote von etwas über 90 Prozent keine überragenden Leistungen. Mit einer Fangquote von fast 92 Prozent in den letzten zehn Spielen ist Niklas Treutle einer der Hauptgründe für den Nürnberger Endspurt. Vorteil Nürnberg
Abwehr
Die Adler stehen mit 149 Gegentreffern auf Platz acht im Mittelfeld der Liga. Offensiv fand immerhin John Gilmour immer besser in die Spur. Die Abwehr ist wohl der Schwachpunkt der Ice Tigers. 175 Gegentreffer sprechen dabei eine deutliche Sprache. Auch offensiv kam zu wenig, auch wenn Ian Scheid in den letzten fünf Spielen zwei Tore erzielte. Vorteil Mannheim
Offensive
Mit Matthias Plachta haben die Mannheimer den torgefährlichsten Spieler der Liga in ihren Reihen. Über 1,2 Punkte macht der Stürmer pro Spiel und überragt damit nicht nur seine Kollegen. Insgesamt haben die Adler nur fünf Stürmer, die zehn oder mehr Treffer erzielt haben. Hoffnung macht der Hattrick von Daniel Fischbuch am Freitag beim 6:1 in Köln.
Mit 148 Toren haben die Nürnberger in der Hauptrunde genau einen Treffer mehr als die Adler erzielt. Sie haben nicht diesen einen Torjäger wie die Adler, dafür ist ihre Offensivproduktion auf mehrere Schultern verteilt. Besonderen Spaß machen diese Saison die jungen Spieler um Roman Kechter und Danjo Leonhardt. Allerdings werden viele von ihnen kommende Saison für andere Mannschaften auflaufen. Unentschieden
Trainer
Dallas Eakins übernahm Ende November die Adler von Johan Lundskog – ohne jedoch eine wirkliche Richtungsänderung herbeizuführen. Tom Rowe, der die Ice Tigers zum Ende der Saison verlassen wird, hat es auch dieses Jahr wieder geschafft, sein Team unter die besten zehn zu führen. Beide sind lange im Geschäft und verfügen über viel Erfahrung, wobei Rowe den Vorteil besitzt, dass es nicht seine erste Serie in der DEL ist. Vorteil Nürnberg
Special Teams
Gerade in den Play-offs können in einem engen Spiel die Situationen mit einem Mann oder weniger auf dem Eis eine Serie entscheiden. Hier nahmen sich beide Teams über die Hauptrunde nicht viel. Hatten die Nürnberger das etwas bessere Überzahlspiel, waren die Adler dafür ihnen in Unterzahl leicht voraus.
Allerdings kommt das Überzahlspiel der Adler genau zum richtigen Zeitpunkt in Schwung. In den letzten zehn Spielen liegen sie bei einer Quote von 36 Prozent – Ligabestwert.
Vorteil Mannheim
X-Faktor
Mit Nationalspieler Leon Gawanke bekamen die Mannheimer kurz vor den Play-offs noch eine Verstärkung aus der AHL hinzu. Gawanke ist ein torgefährlicher Verteidiger mit einem starken Schuss, einem guten ersten Pass und zudem eine Waffe im Powerplay. Er löste seinen Vertrag in den USA auf, weil er in Deutschland Play-offs spielen wollte.
Auf Nürnberger Seite ist Stürmer Charlie Gerrard eine Augenweide. Er kam vor der Saison aus der zweitklassigen ECHL nach Deutschland und wusste schnell zu überzeugen. 14 Tore und 19 Assists zeigen sein Potenzial. Die Freude in Nürnberg war groß, dass man ihn zwei weitere Jahre an die Ice Tigers binden konnte. Vorteil Mannheim
Psychologie
Der Druck in dieser Serie liegt ganz klar bei den Adler Mannheim. Der Ligakrösus kann diese Saison nur noch durch starke Play-offs retten. Die Ice Tigers hingegen, mit dem geringsten Etat der Liga ausgestattet, haben gegen Mannheim nichts zu verlieren. Schon den Einzug in die Pre-Play-offs hätten diesem Team nur die Wenigsten zugetraut. Die Adler haben die Historie auf der Seite. Mannheim hat in den Play-offs noch nie gegen Nürnberg verloren. Unentschieden
Form
In den letzten zehn Spielen der Hauptrunde haben die Nürnberger sechs Punkte mehr als die Adler geholt (21:15) und sind eines der Top-Teams der Liga. Sechs Siege gegenüber nur einer Niederlage innerhalb von 60 Minuten zeigen, wie stark die Ice Tiger aktuell sind. Vorteil Nürnberg
Fazit und Tipp
Mannheim gegen Nürnberg bedeutet Physis gegen Geschwindigkeit. Während die Adler viel über ihre Körperlichkeit kommen, setzen die jungen Nürnberger vor allem auf ihre Laufstärke. Aber Play-off-Serien werden oft über die Frage entschieden, wer erfahrener, wer ausgebuffter, wer abgezockter ist. Und hier haben die Adler einen großen Vorteil gegenüber den Ice Tigers. Mannheim gewinnt die Serie in drei Spielen.