Im Garten
Alt, aber gut: Inkagurken
Manche Früchte sucht man auf dem traditionellen Wochenmarkt wahrscheinlich vergeblich. Dazu gehören sicherlich auch Inkagurken. Umso mehr lohnt sich der Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon im Kübel. Die Pflanze ist optisch und kulinarisch ein Genuss. Die fingerlangen grünen Früchte werden auch Andenhörnchen genannt. Diese Namen sind ein deutlicher Hinweis auf die Herkunft dieses Kürbisgewächses, das in Südamerika beheimatet ist. Weitere Bezeichnungen sind Hörnchenkürbis, Füllgurke, Peruanische Gurke, Cuchu de vento und Begrünungskünstler.
Die Inkagurke (Cyclanthera pedata) ist nah verwandt mit der Explodiergurke (Cyclanthera brachystachya), die weiche Stacheln hat. In Peru wird das einjährige Kürbisgewächs von der Urbevölkerung seit Jahrhunderten als Gemüse verwendet. Die Früchte sollen den Blutdruck und den Cholestinspiegel senken und antidiabetisch sein. Zudem sollen sie beim Abnehmen helfen. Außerdem enthalten sie immunstärkende, krebshemmende sowie antioxidative Flavonoide.
Die Früchte des Hörnchenkürbis haben eine grüne Schale, die mehr oder weniger mit Stacheln besetzt ist. Sie sind leicht gebogen und können rund zehn Zentimeter lang werden. In den reifen Früchten sind mehrere matte, dunkelbraune bis schwarze Samen enthalten, die sehr unregelmäßg geformt sind.
Anbau und Pflege
Inkagurken können als Samen ausgesät werden und sind im gut sortierten Fachhandel und über das Internet auch als vorgezogene Pflanzen erhältlich. Da die Samen rasch auflaufen, reicht es, sie ab April auszusäen. Ins Freiland dürfen die jungen Pflanzen aber erst nach den Eisheiligen im Mai gepflanzt werden.
Ein längere Vorkultur ist alleine schon deshalb schwierig, weil die kleinen Pflanzen rasch Ranken bilden und sich überall festhalten. Die Kletterer sind also perfekt als sommerlicher Sichtschutz mit essbaren Früchten geeignet. Inkagurgen erreichen eine Wuchshöhe von über zwei Metern. Wer ein entsprechend großes und vor allem hohes Gewächshaus hat, kann die Andenhörnchen darin gut anbauen. Aber auch Zäune und Rankgitter lassen sich damit bestens begrünen.
Als wärmeliebende Pflanze bevorzugt die Inkagurke einen sonnigen Platz. Beim Ein- und Auspflanzen sollte eine nährstoffreiche Pflanzerde verwendet werden. Reifer Kompost verbessert normalen Gartenboden. Während der gesamten Vegetationsphase muss das Kürbisgewächs regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Zum Düngen kann man Hornmehl oder einen organischen Flüssigdünger nutzen.
Ernte und Verwendung
Die kleinen, hörnchenförmigen Früchte zupft man am besten ganz jung von den Trieben, wenn sie etwa so groß sind wie Oliven. Dann sind sie noch ganz zart und können direkt im Ganzen verzehrt werden. Die ersten jungen Früchte sind je nach Region schon ab Juni erntereif. Jung schmecken sie ähnlich wie Gurken und können roh gegessen oder wie Gurken eingelegt werden.
Wenn die Früchte etwa zehn Zentimeter lang sind, bilden sich im Inneren die dunklen Kerne aus. Diese sind hart und sollten vor der Zubereitung entfernt werden. Inkagurken können ähnlich wie Zucchini auch gedünstet werden. Doch viel besser noch eignen sich die reifen Früchte zum Füllen, da sie innen fast hohl sind. Wie beim Paprika muss man die Samen vorher entfernen.
Die Gurkenhälften lassen sich mit Fleisch, Fisch oder vegetarischen beziehungsweise veganen Zutaten füllen. Aus diesem Grund heißen Inkagurken auf englisch stuffed cucumber (gefüllte Gurken). Aber nicht nur die Früchte kann man verwenden, sondern auch die jungen Ranken und Blätter: Sie bereichern Salate und Smoothies. In der Heimat der Inkagurke werden die Früchte häufig püriert und als Saft getrunken. Daher eignen sie sich ideal als Zutat für Smoothies.
Und sogar die Kerne lassen sich nutzen. Diese können zerstoßen und als Tee aufgebrüht werden. Diesem Getränk wird eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben. Wer gerne bastelt, kann die ungewöhnlich geformten Samen sogar zu Schmuck verarbeiten, indem sie zu Halsketten oder Armbändern aufgefädelt werden. Einen Teil der Samen sollte man für eine Aussaat in den Folgejahren kühl und trocken aufbewahren. Sie sind etwa drei bis vier Jahre lang keimfähig.