Weinwelt RHEINPFALZ Plus Artikel Spaziergang mit der Pfälzischen Weinkönigin Charlotte Weihl durch ihren Heimatort Gönnheim

Charlotte Weihl in ihrem Heimatort Gönnheim.
Charlotte Weihl in ihrem Heimatort Gönnheim.

Wo liegen ihre Wurzeln? Die Pfälzische Weinkönigin Charlotte Weihl zeigt während eines Spaziergangs durch ihre Heimatgemeinde Gönnheim ihr persönliches Umfeld und gibt interessante Fakten ihres Weinwissens preis.

Es ist regnerisch, Charlotte Weihl erscheint ohne Krone, in Jeans, Lederjacke und mit Regenschirm. Der Rundweg beginnt in der Dorfmitte an einer Gemeinde-Waage, gegenüber ist die Gaststätte „Zum Lamm“.

Geläut nach der Wahl

Als Station eins wählt die 24-Jährige die Protestantische Kirche: Nachdem sie zur 85. Pfälzischen Weinkönigin gewählt wurde, haben in ihrer Heimatgemeinde ab 23 Uhr eine halbe Stunde lang die Kirchenglocken geläutet. Die Idee dazu hatte Ortsbürgermeister Wolfram Meinhardt, der sich erinnerte, dass mit Glockengeläut der Gönnheimerin Diane Blaul gratuliert wurde, die 1990 zur Pfälzischen Weinkönigin gewählt wurde. Charlotte Weihl erzählt: „Ich bin stolz, was die Gemeinde macht. Es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl im Dorf. Die Leute haben mitgefiebert und sich mitgefreut.“

Wie zur Bestätigung läuten gerade die Kirchenglocken. Und wie verlief die Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin im Neustadter Saalbau? Um die Aufregung zu legen, verfolgte sie im Liveticker das Freitagsspiel ihres Lieblingsvereins FCK. Auf der Bühne verkündete sie, dass der FCK gewonnen hatte, und später wurde verkündet: auch sie hat den Sieg davongetragen.

Am Samstagmorgen habe sie in der RHEINPFALZ untereinander die beiden Schlagzeilen gelesen: „FCK Tabellenführer“ und „Charlotte Weihl neue Pfälzische Weinkönigin“. „Ein schönes Gefühl“, erinnert sich Weihl und lächelt. Auch für die Gönnheimer: Im Dorf kann man noch Fähnchen mit ihrem Konterfei zur Wahl der Pfälzischen Weinkönigin sehen.

Ein Ort zum Verweilen

Es gibt viele Pfade im Dorf. Über Schleichwege am „Schwabebach“ entlang geht es zu Station zwei, der Streuobstwiese. Eine grüne Wiese mit Apfel- und Kirschbäumen. „Mein Lieblingsort, der zum Verweilen einlädt“, erklärt die junge Frau. Der Ort ist ruhig, nur Vogelgezwitscher ist zu vernehmen.

Ein Mann, der mit seinem Hund spazieren geht, grüßt freundlich, Weihl grüßt freundlich zurück. Die Gemeinde hat sie hier mit einer Abschiedsweinprobe als Ortsweinprinzessin würdig verabschiedet. Ein großer, langer Gemeinschaftstisch bietet an dieser Stelle Sitzgelegenheiten, und man kann hier ein gemütliches Picknick machen. Nach der kurzen Pause geht es weiter Richtung Ortsausgang. An allen Ortseingängen wird bald ein Foto mit ihrem Konterfei zu sehen sein.

Mit Kindheitserinnerungen

Station drei weckt Kindheitserinnerungen. „Meine Grundschule hat heute mehr Farben und einen neuen Anbau“, lächelt die 24-Jährige. Leute kommen entgegen, die Weihl erkennen und freundlich grüßen, sie grüßt freundlich zurück. Mit Blick auf das Wein-Dorf sagt Weihl: „Gönnheim ist ein Rotweindorf mit Spätburgunder und Dornfelder. Spätburgunder ist mein Lieblingswein, sehr elegant.“ Natürlich wird auch Weißwein angebaut.

An Weinbergen mit natürlicher Begrünung vorbei geht es zurück ins Dorf. Weihl wagt ein Blick in die Zukunft. Ja, die Wahl zur Deutschen Weinkönigin ist eine Perspektive, die sie sehr interessiert. Vorbilder gibt es: Hildegard Weber aus Gönnheim wurde 1980 Deutsche Weinkönigin, und mit der aktuellen Deutschen Weinprinzessin Lea Baßler sei sie befreundet.

Jetzt heißt es aber erst mal ein Jahr lang deutschlandweit die Pfalz zu repräsentieren. Fachwissen ist vorhanden, und auch in Kleidungsfragen ist sie bewandert: „Je nach Anlass Jeans, Bluse, hohe Schuhe oder Kleid“, erklärt die Studentin der Internationalen Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim, die im Weingut Knipser in Laumersheim im Keller, Vinothek und Außenbetrieb praktische Erfahrung sammelt.

Ein kurzweiliger Spaziergang endet nach rund eineinhalb Stunde am Ausgangspunkt in der Dorfmitte. Die Pfälzische Weinkönigin Charlotte Weihl ist eine sympathische junge Frau, die mit Ausstrahlung und Fachwissen die Pfälzische Weinkultur bundesweit vertritt. Ihre Heimatgemeinde Gönnheim und die Pfalz können stolz auf sie sein. Der Regenschirm wurde übrigens nicht gebraucht.

Empfehlungen der Pfälzischen Weinkönigin

Wein: Ob Riesling, Bukett-Weine oder Burgunder, ich begeistere mich für die verschiedensten Rebsorten. Seit meinem Studium Internationale Weinwirtschaft und meiner Arbeit in der Weinbranche, habe ich immer mehr den Spätburgunder für mich entdeckt. Er ist facettenreich, elegant und gleichzeitig komplex im Abgang. Sowohl im Weinberg, wie auch im Keller benötigt die Sorte viel Sorgfalt im Ausbau und wird deshalb gerne als die „Diva“ unter den Rebsorten bezeichnet. Dafür spiegelt sie wunderbar das Terroir wieder.

Wein und Speisen: In der Pfalz haben wir die unterschiedlichsten Weine, die zu verschiedenen Gerichten passen können. Doch welcher Wein passt zu welchem Gericht? Eine Möglichkeit, um zu entscheiden, welcher Wein zu welchem Essen passt, ist die harmonische Kombination von Geschmacksprofilen. Zu leichten Gerichten passt beispielsweise ein schlanker Wein.

Je kräftiger die Speise ist, umso vollmundiger darf auch der Wein sein. Spannend ist es auch mit den Aromen zu spielen. Vielleicht finden sich im Wein und Essen die gleichen fruchtigen oder würzigen Noten. Auch die Textur des Gerichtes kann die Weinauswahl beeinflussen. Zum Beispiel kann die Säure im Wein die Textur im Gericht ausgleichen. Deshalb trinken wir in der Pfalz auch so gerne Riesling zum Pfälzer Teller, weil die Säure der Rebsorte dem Gericht mehr Leichtigkeit verleiht. Jedoch ist es wichtig zu beachten, dass Geschmäcker variieren können und es keine festen Regeln gibt. Eine schöne Idee ist es immer, verschiedene Weine auszuprobieren und herauszufinden, welche Kombinationen dir persönlich am besten gefallen.

Stichwort: Gönnheim

Gönnheim liegt an der Mittelhaardt und gehört zur Verbandsgemeinde Wachenheim im Landkreis Bad Dürkheim. Das Weindorf hat rund 1600 Einwohner. Schon zur Römerzeit sei auf dem Gebiet Gönnheims Weinbau betrieben worden, 776 ist in der ersten urkundlichen Erwähnung der Weinbau in Gönnheim bezeugt. Die Gemarkung hat eine Gesamtfläche von 654 Hektar, darunter 459 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, wovon 240 Hektar Rebflächen sind. Acht Winzerbetriebe sind im Ort aktiv.

Kurz nach der Krönung zur Pfälzischen Weinhoheit.
Kurz nach der Krönung zur Pfälzischen Weinhoheit.
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Hast du die Pfalz im Blut?

Liebst du die Pfalz genauso wie wir? Gehst du gerne auf Weinfeste? Kennst du dieses Pfalzgefühl, das sich nicht beschreiben lässt, weil man es einfach erleben muss? Hier gibt es Artikel für alle Pfälzer, die die Pfalz im Herzen tragen. Für alle, die wissen, wo Hettrum, Hääschde und Harschem liegen. Und für alle, die warme Sommerabende am liebsten mit ihren Freunden und Dubbeglas in der Hand verbringen.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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