Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel So warm wie noch nie: Die Pfalz-Wetterbilanz für 2022

Extrem wenig Wasser: das Kaiserslauterer Strandbad Gelterswoog im Juli 2022.
Extrem wenig Wasser: das Kaiserslauterer Strandbad Gelterswoog im Juli 2022.

Die Daten sind eindeutig: 2022 war das bislang wärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen in der Region anno 1781. In ihren Bilanz verraten die Pfalz-Meteorologen von „Klima-Palatina“ aus Maikammer (Südliche Weinstraße), wo während des Dürre-Julis in der Pfalz am wenigsten Regen fiel – und wie es mit dem Wetter jetzt weitergeht.

Fast 39 Grad am 4. August: Wo war der heißeste Ort der Pfalz?
Selbst das Rekordwärme-Jahr 2018 hat 2022 überboten: Im Vergleich zum 30-jährigen Klima-Mittel ist das vergangene Jahr pfalzweit viel zu warm ausgefallen, bilanziert der „Klima-Palatina“-Meteorologe Christian Müller. Das Plus gegenüber dem langjährigen Durchschnitt beziffert er pfalzweit auf etwa 2,5 Grad. Die Jahresmitteltemperatur lag in der Vorderpfalz am Rhein entlang bei 13,1 Grad (Römerberg im Rhein-Pfalz-Kreis), in der Westpfalz waren es 11,7 (Kaiserslautern) und in der Nordpfalz 11,0 Grad (Ruppertsecken im Donnersbergkreis). Der heißeste Tag in der Pfalz war der 4. August mit 38,9 Grad in Römerberg, am kältesten war es am 18. Dezember mit -14,8 Grad in Ramstein am dortigen US-Flughafen.

Trockener Juli: Wo fiel am wenigsten Regen?
Bei der Niederschlagsverteilung gab es große regionale Unterschiede. In Trippstadt in der Westpfalz wurden stattliche 849 und im südpfälzischen Bad Bergzabern immerhin noch 777 Liter pro Quadratmeter als Jahressumme gemessen. In Frankenthal-Studernheim hingegen waren es magere 493 und auf der Kalmit auch nur 517 Liter. Auffällig: Im Juli fiel überall extrem wenig Niederschlag, am allertrockensten war es dabei mit lediglich 4,5 Litern in Lauterecken (Kreis Kusel). Da auch der August zu trocken ausfiel, waren extrem niedrige Rheinwasserstände die Folge.

Den Rekord um eine Stunde verfehlt: Wie sonnig war das Jahr?
Mit 2255 Sonnenscheinstunden (Römerberg) in der Vorderpfalz ist das Jahr 2022 ganz knapp nach dem Jahr 2003 (2256 Stunden) das zweitsonnigste Jahr seit Messbeginn. Gemessen wird die Sonnenscheindauer in der Pfalz seit dem Jahr 1947.

Sturm und Schnee: Wie sah es auf der Kalmit aus?
Die höchste Windgeschwindigkeit des Jahres 2022 auf der Wetterstation auf dem Kalmit-Turm wurde am 18. Februar mit Orkanböen der Stärke 12 und Geschwindigkeiten bis zu 133 Kilometern in der Stunde registriert. Der erste Schnee im Winter fiel am 14. Dezember bei leichtem Dauerfrost auf der Kalmit, doch es blieb bei mageren zwei Zentimetern. Zum Vergleich: Am 17. Februar 1942 lagen auf der Kalmit 67 Zentimeter, auch die 38 Zentimeter Schneehöhe vom 10. Januar 1982 in Germersheim bleiben mittlerweile in weiter Ferne. Weihnachten blieb schneefrei. Der Silvestertag war bei freundlichem Wetter mit bis 19,4 Grad so extrem mild wie noch nie zuvor in der Pfalz.

Wie es jetzt weitergeht: Ist der Winter schon vorbei?
Nach der Interpretation der aktuellen Computer-Wettermodelle erwarten die Meteorologen von „Klima-Palatina“ auch im restlichen Januar einen spürbar zu milden Witterungsverlauf. Die sibirische Kaltluft über Russland hat sich weit nach Nordosten bis zum Ural zurückgezogen, sodass ein erneuter Wintereinbruch bis auf weiteres bei uns ausbleiben wird. Übrigens: Die tiefste jemals in der Pfalz verzeichnete Temperatur betrug -27,9 Grad. Gemessen wurde sie am 19. Januar 1940 in Limburgerhof (Rhein-Pfalz-Kreis).

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