Mitmachen & Gewinnen RHEINPFALZ Plus Artikel Die Pfälzer Buchstabiertafel: Vun Alla hopp bis Zweebrigge

rheinpfalz_28_04_2022

Es hat sich als recht nützlich erwiesen, dieses Dings, wie heißt es noch gleich? Ach ja: Buchstabiertafel. Sie wissen schon: B wie Balalaika, U wie Uncle Ben’s, C wie Citroën, H wie Hannebambel und so weiter. Eine Anleitung eben, um Wörter mündlich so weitergeben zu können, wie sie geschrieben werden. Es wohnt ja nicht jeder in einem so eingängigen Ort wie, sagen wir, Neustadt. Oder in Lug, ebenfalls leicht reproduzierbar. Schon schwieriger wird es da mit Herxheimweyher. Oder Einselthum. Oder Eßweiler. Oder Cölln. Da ist es schon praktisch, wenn man weiß, wie die korrekte Buchstabenfolge lautet.

Noch diffiziler wird es bei Vor- und Familiennamen. So haben zwar viele, aber nicht alle das Glück, Schmitt zu heißen. Geschweige denn Martin. Statt dessen müssen sie sich mitunter mit komplizierten Konstrukten quälen. Rebecca mit zwei cc? Mit Doppel-k? Meier mit ei, ai oder ay? Und erst die neuen Trends der Nachwuchsbenamung! „Wie heißt du, Kleiner?“ „Lennart-Casimir Hühnerfauth-Stollbrinck.“ „Äh, wie schreibt sich das?“

Spätestens hier entpuppt sich die Buchstabiertafel als Segen, als Erfindung zur Fettnäpfchen-Vermeidung aus der Frühzeit der fernmündlichen Kommunikation. Als die Worte nicht mehr vor einem lagen, sondern man sie durch den Telefonhörer vernahm.

Damit aber nicht jeder einfach so drauflos buchstabierte, wie es ihm gerade in den Sinn kam – unter Umständen des Dudens nicht mächtig – entwickelte man anfangs des 20. Jahrhunderts ein festes Alphabet als Diktiergrundlage. Das orientierte sich an gängigen Vornamen: A wie Anton, D wie Dora, G wie Gustav – und wurde in eine Norm gegossen: DIN 5009, „Text- und Informationsverarbeitung für Büroanwendungen – Ansagen und Diktieren von Texten und Schriftzeichen“. Damit alles seine Ordnung hat.

Was damals zweifellos praktisch war, klingt heutzutage schlicht altmodisch und aus der Zeit gefallen. Zumal in der bis dato gebräuchlichen Aufsagehilfe Frauennamen stark unterrepräsentiert vorkamen und zudem die Nazis ihre Finger im Spiel hatten, indem sie alles Biblische verbannten.

Also wurde unlängst die Buchstabiertafel überarbeitet und neu veröffentlicht, mit neutralen Städtenamen als Richtschnur. Aachen ist dabei, Berlin, logo, auch Jena und Wuppertal. Pfälzer Kommunen sucht man jedoch vergebens. Rheinhessen ist mit Ingelheim vertreten – und das Saarland mit Völklingen, brrr. Immerhin haben es weder Karlsruhe, Mannheim noch Mainz in die Liste geschafft, hehe.

Doch wenn schon das amtliche Regelwerk ein Update bekommt, warum dann nicht eines, das zu den Menschen und ihrer Heimat passt? Eines, mit dem sie sich identifizieren können? Kurz gesagt: ein Pfälzisches.

Daher nun folgender Vorschlag:

A wie Alla hopp. Vorwärtsgewandt und optimistisch.

B wie Betzenberg. Nie mehr 3. Liga!

C wie Chores. Okay, ist ein Problem, wird bisweilen Koores geschrieben.

D wie Dubbeglas.

E wie Elwetritsche. No ebbes?

F wie Ferz mit Krigge.

G wie Grumbeere.

H wie Heckewelsch. Hambacher Schloss wäre symbolhafter, aber fad.

I wie Iwwerzwerch. Wundervolles Wort, nur schwer zu buchstabieren.

J wie Jetzad. Basst? Jo, alla.

K wie Lautern? Nein, wie Keschde. Un macht mir ned de Krumbel noi!

L wie Lewwerworschd, beleidigte.

M wie Madenburg. Tolle Aussicht.

N wie Noigeplackte. Ihnen soll damit die Integration erleichter werden. Alternativ: Noischluppschlappe.

O wie Olwer. Für Grobmoteriker.

P wie Palz. Klar wie Worschdsupp.

Q wie Queich. Ein Fluss muss rhein.

R wie Riesling, gern als Schorle.

S wie Sellemols. So schää.

T wie Trottwar.

U wie Uffbasse! Stets angebracht.

V wie Verdummbeidle.

W wie Wingert. Woi. Wasgau. Wefze. Es darf diskutiert werden.

X wie ... tja, wie? Schwer. Xylophon? Erklingt auch in der Pfalz.

Y wie Ypsilon. Unschlagbar.

Z wie Zweebrigge, sonst ist Zores!

Liebe Leserinnen und Leser, nun sind Sie dran. Welche Ideen haben Sie für eine Buchstabiertafel, die der Pfalz und ihren Menschen gerecht wird? Die besten Einsendungen werden ins RHEINPFALZ-Buchstabieralphabet aufgenommen. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 20 Überraschungspakete mit allerlei Nützlichem. Schicken Sie Ihre Vorschläge bis einschließlich 30. Juni bitte per E-Mail an leseraktion@rheinpfalz.de.

Viel Erfolg!

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