Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Voltigier-Talent Geib auf Platz fünf bei Europameisterschaft

Ein super Team: Jonathan Geib und Möbel Martins Instore Girl bei der Europameisterschaft der Voltigierer in Ungarn.
Ein super Team: Jonathan Geib und Möbel Martins Instore Girl bei der Europameisterschaft der Voltigierer in Ungarn.

Jonathan Geib, 19 Jahre alter Schüler der BBS Zweibrücken, wurde bei der Europameisterschaft der Voltigierer im ungarischen Kaposvar Fünfter im Feld der Young Vaulters (U21). Der Mörsbacher, der für die Voltigier- und Reitgemeinschaft Südwestpfalz (VRG) startet, turnte am Donnerstag die fünftbeste Pflicht, überraschte mit dem drittbesten Technikprogramm und zeigte am Samstag die fünftbeste Kür im Feld der acht Starter.

Der Mörsbacher patzte zweimal beim Abgang, musste nach dem Technikprogramm und der Kür in den Sand greifen, das kostet Punkte. Trotz allem ist das ein Riesenerfolg für Geib, der erst seit November 2021 dem Bundesnachwuchskader angehört und erst seither entsprechend gefördert wird. Geib war eher eine Zufallsentdeckung, wie seine Vereinsvorsitzende Sandra Schwebius unterstrich, da ihr Schützling auf Landesverbandsebene lange unter dem Radar blieb und erst bei einem Sichtungslehrgang in Warendorf von Nachwuchs-Bundestrainerin Elisabeth Simon entdeckt und dann dort in Westfalen weiter entwickelt wurde. Auch deshalb sitze der Abgang mit dem Salto noch nicht sicher: „Von zehn Versuchen greift er eben fünfmal in den Sand“, sagt Schwebius, die aber vielmehr die Entwicklung Geibs in den Vordergrund rückt. Und nicht nur seine. „Voltigieren ist ein Teamsport“, betont sie.

Und das Team Geib ist eine rein Zweibrücker Mannschaft: Longenführerin und Trainerin ist Melissa Habibovic aus Zweibrücken, 22 Jahre alt und Architekturstudentin. Dazu kommt die echte Zweibrücker Stute „Möbel Martins Instore Girl“, die der Züchterfamilie Linn entstammt und vom VRG „von der Pike auf bis zum Championats-Niveau gefördert wurde“, wie Schwebius „mit Stolz“ erzählt. Dieses Pferd habe auch mit den bis zu 800 Zuschauern in der Halle umzugehen gewusst, was nicht jedem Ross sein Ding sei.

Mit Mentaltrainer und Tierarzt

Die Entwicklung des Zweibrücker Teams in dem erst 2011 gegründeten Verein sei vor allem in den vergangenen zehn Monaten „der Wahnsinn“ gewesen. Aus dem Nichts ging es zu den Profis der international neu geschaffenen U21-Klasse. Mit allem, was dazugehört: Physiotherapeuten, Mentaltrainer, Tierärzte waren in Ungarn verbandsseitig vor Ort, kümmerten sich um die zwei- und vierbeinigen Athleten. „Das war schon schön zu sehen, wie es im Profibereich abgeht“, war Schwebius überwältigt von den Eindrücken rund um diese EM, für die sich Geib als einer von drei Deutschen beim „Preis der Besten“ in Warendorf qualifiziert hatte. „Da hat er abgeliefert. Was danach kam, fühlt sich immer noch unwirklich an“, sagt Schwebius, „aber es hat uns beflügelt und Jonathan ist auch sehr fleißig im Training, ist seither regelmäßig mit dem Pferd in Warendorf.“

Zwei Voltigierer dominierten in der U21-Klasse, in der es erstmals einen offiziellen EM-Titel gab. Der Franzose Ruben Delauny (8,179) gewann vor dem Österreicher Philip Clement (8,051). Dritter wurde der Österreicher Fabian Lipp. Dann folgten die Deutschen: Philip Goroncy wurde Vierter, Jonathan Geib Fünfter. Beide lagen dicht hinter dem Bronzerang, Lipp hatte die Gesamtnote 7,711, Goroncy 7,674, Geib 7,608. Die geringe Beteiligung sei darauf zurückzuführen, dass viele Nationen noch keine Voltigierer im U21-Bereich hätten, da diese international nicht zwischen der Erwachsenenklasse (Senioren) und der U21 hin und her wechseln dürften. Viele, die altersbedingt in der Nachwuchskategorie starten könnten, treten schon bei den Senioren an. Für Geib stehen nun im August die Deutsche Meisterschaft in der Seniorenklasse in Verden (Niedersachsen) und im September die nationale U21-Meisterschaft nahe Berlin an.

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