Boxen RHEINPFALZ Plus Artikel Was der Zweibrücker Profi Senad Gashi am „Land des Lächelns“ schätzt

Seit 9. Mai ist der Zweibrücker Boxer Senad Gashi wieder in Thailand und bereitet sich intensiv auf seinen 33. Profikampf gegen
Seit 9. Mai ist der Zweibrücker Boxer Senad Gashi wieder in Thailand und bereitet sich intensiv auf seinen 33. Profikampf gegen Mustapha Amadu vor. Nach dem Training gönnt sich Gashi hier ein Sonnenbad am Strand. An genau dieser berühmten Stelle duellierten sich vor 50 Jahren Roger Moore (als James Bond ) und Bösewicht Francisco Scaramanga (Christopher Lee) im Film »Der Mann mit dem goldenen Colt«.

Er hat ein eigenes Gym in Zweibrücken, bereitet sich aber lieber im fernen Osten auf seinen 33. Profikampf im Juli vor. An Thailand mag der 34-Jährige vor allem eine Sache besonders.

Nach Thailand ist vor Thailand: Nach seinem Grundlagen-Ausdauertraining in der thailändischen Stadt Phuket und einem knapp dreiwöchigen Kurzbesuch in der Heimat Zweibrücken ist Boxer Senad Gashi nun schon wieder ins „Land des Lächelns“ gereist, um sich auf seinen Kampf im Juli gegen Mustapha Amuda vorzubereiten.

„Bei meiner ersten Thailandreise in diesem Jahr habe ich mich viel mit Krafttraining und Ausdauerläufen beschäftigt und meinen Körper so vorbereitet, dass ich nun mit dem zweiten Teil der Vorbereitung beginnen kann.“ Eigenen Worten zufolge hat Gashi zuletzt reichlich an Muskelmasse zugelegt. Nun ginge es darum, die fürs Boxspezifische zu transformieren. Sprich: Zum einen viel Pratzentraining, bei dem sein Trainer beide Pratzen wechselseitig mit der Trefferfläche hinhält, damit der Boxer dynamisch auf die verschiedensten Szenarien reagieren und unterschiedliche Schlagtechniken einüben kann. Zum anderen am Boxsack, an dem Schnelligkeit, Präzision und Koordination trainiert werden.

Im Training noch kräftig abspecken angesagt

In den vergangenen Wochen hatte Gashi jedoch nicht nur an Muskelmasse zugelegt, er hatte auch ein paar Kilo mehr Speck auf den Rippen. „Man darf nicht mit zu wenig Fett in die Vorbereitung gehen. Denn Fett schützt auch den Körper vor Verletzungen. Jede Woche nehme ich jetzt wieder ein bisschen ab, und am Tag X habe ich dann meine beste Form.“ Kurz vor seiner Abreise brachte der Zweibrücker Athlet 115 Kilogramm auf die Waage. Bis zu seinem Kampf am 12. Juli im Bridgergewicht (91 bis 102 Kilo) muss er also noch rund 15 Kilo abtrainieren.

„Das geht schnell“, weiß Gashi aber. Sein täglicher Grundbedarf an Kalorien betrage – wenn er nicht trainiert – dennoch um die 3000 Kalorien. Zwischen 5000 und 6000 Kalorien seien es beim täglichen Training, bestehend aus hauptsächlich eiweißreicher Kost, mit speziell auf seinen Körper abgestimmten Ergänzungen. Unter den Augen seines neuen Coaches Vlad Agafonov steigt Gashi nun in die letzte Vorbereitungsphase ein.

Neuer Coach Vlad Agafonov in Thailand gefunden

„Im Apollo-Gym in Phuket habe ich meinen neuen Trainer entdeckt: Er hat schon mit den besten russischen Boxern trainiert und viel mit Profis gearbeitet, unter anderem mit dem Russen Dmitri Biwol, aktueller WBA-Super World Champion im Halbschwergewicht.“ Gashis Trainer Agafonov in Thailand sei – metaphorisch betrachtet – der verlängerte Arm seines langjährigen Trainers Sergej Ostrovski, der das Training von Deutschland aus Woche für Woche vorbereitet und leitet. Beide hielten sich über Whatsapp auf dem Laufenden.

Auf die Frage, weshalb er sich nicht im eigenen Zweibrücker Box-Gym trainieren lässt, sagt Gashi als Grund: „Natürlich habe ich in meinem Gym auch trainiert, aber hier ist mir zu viel Ablenkung. Du gehst auf die Straße, und fast jeder will ein Schwätzchen mit dir halten. Das sind hier zwei Minuten, dort drei Minuten – und am Ende des Tages hast du zwei Stunden nur mit Small Talk verbracht. In Thailand hat man das nicht, da ist man mehr für sich – und es fällt leichter, ins Training zu gehen. Für meinen nächsten Kampf möchte ich mich auf alle Fälle konzentriert in Thailand vorbereiten.“

Im Juli in Tschechien gegen „Royal Bull“ Amadu

Gashis 33. Profikampf ist für den 12. Juli im King’s Casino in Rozvadov/Tschechien anberaumt. Sein Gegner ist der 27-jährige Mustapha Amadu – ein in Aachen lebenden Boxer aus Ghana, Kampfname: The Royal Bull. Beide Boxer standen sich Ende 2023 schon mal in einem Sechs-Runden-Schaukampf gegenüber, bei dem der routinierte Gashi gegen seinen sieben Jahre jüngeren Gegner den Kürzeren zog. Der Rückkampf im Juli wird diesmal in die Wertung aufgenommen.

Dass er seinen Gegner im Juli schlagen wird, dessen ist sich Gashi heute schon sicher. Als angehender Box-Opa fühlt sich der 34-Jährige noch lange nicht. „Box-Opa ist man, wenn man zu viel auf den Kopf bekommt. Ich habe mir selbst gesagt, umgehend mit dem Boxsport aufzuhören, wenn es mal soweit ist und ich gesundheitliche Konsequenzen spüre oder Kämpfe bestreite, in denen ich zu stark dominiert werde. Bis jetzt macht mir das alles viel Spaß, obwohl Boxen ein sehr kostspieliger Sport ist und eine brotlose Kunst. Aber man kommt viel herum und lernt viele Menschen kennen. Boxen ist, glaub’ ich, der einzige Kampfsport der Welt, bei dem man sich vorher schlägt und hinterher besser versteht als vorher“, sagt Gashi mit einem Schmunzeln.

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