Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz fehlen ein, zwei Sekunden zum schöneren Saisonabschluss

Er war erst im Februar gekommen, am Sonntag macht Lasse Finck (Mitte, gegen die Eckbachtaler Fabian Quandt, links, und Matthias
Er war erst im Februar gekommen, am Sonntag macht Lasse Finck (Mitte, gegen die Eckbachtaler Fabian Quandt, links, und Matthias Kassel) noch mal ein starkes Spiel für die VTZ Saarpfalz gegen die HSG Eckbachtal.

Mit einem Heimsieg, der einen Platz unter den besten Zehn in der Liga bedeutet hätte, wollte sich Oberligist VTZ Saarpfalz im letzten Ligaspiel verabschieden. Das klappte nicht, weil dem ersatzgeschwächten Zweibrücker Team in Summe zu viele Fehler unterliefen. Gefeiert wurde trotzdem, und es hieß wie üblich am Saisonende auch Abschied nehmen.

Urlaub, ein paar freie Tage, erst mal keinen Handball mehr. Als am Sonntagabend der Grill hinter der Westpfalzhalle auf Hochtouren arbeitete, war das Spiel gegen die HSG Eckbachtal längst kein Thema mehr. Dass die VT Zweibrücken-Saarpfalz die letzte Saisonbegegnung mit 26:27 (15:12) verloren hatte, war egal. Der Klassenverbleib war vorzeitig sichergestellt.

Es ging also nur noch ums Prestige in diesem Spiel, in das beide Mannschaften nach einer kräftezehrenden, mental sehr herausfordernden Runde ersatzgeschwächt gingen. „Schade, ich hätte schon noch mal gerne gewonnen. Dann wären wir in der Tabelle vor dem Gegner geblieben“, sagte VTZ-Trainer Philip Wiese hinterher. Eckbachtal kletterte durch den Erfolg auf Rang sieben und feierte damit die erfolgreichste Oberliga-Saison in der Vereinsgeschichte. „Das zu erreichen, war schon noch unsere Motivation“, sagte Nisse Nehrdich, mit 181 Toren der erfolgreichste Torschütze der HSG. Er hatte auch maßgeblichen Anteil daran, dass die Eckbachtaler am Ende siegten. Man müsse ehrlich sagen, „es hätte auch anders herum ausgehen können“, stellte HSG-Trainer Thorsten Koch allerdings fest.

Für Jungs Wurf war die Zeit schon abgelaufen

Ein, zwei Sekunden fehlten der VTZ, um die letzte Chance noch abschließen zu können. Jannick Flockerzi hatte für die Zweibrücker auf 26:27 verkürzt. 16 Sekunden standen noch auf der Uhr. Clever ließen die Eckbachtaler einige Sekunden verstreichen, ehe sie den Ball Richtung Anwurfzone brachten. Koch nahm eine Auszeit, Wiese bemängelte das vorherige Zeitspiel der HSG bei den Schiedsrichtern, die aber auf der Uhr keine Sekunden zurückdrehen ließen. Anwurf Eckbachtal, die VTZ deckte ganz offen, und Abderrahmane Belhadi eroberte tatsächlich noch mal den Ball. Er passte zu Thomas Jung, der an den Eckbachtaler Kreis gelaufen war. Aber bevor Jung den Ball richtig zu fassen bekam, war die Spielzeit abgelaufen. „War knapp“, bedauerte Belhadi. Mit dem Treffer zum Unentschieden hätte Jung, der zu den HF Illtal wechselt, gerne den Schlusspunkt gesetzt. Mit fünf Treffern verabschiedete sich der Allrounder, der mal wieder am Kreis gefordert war.

Einer, der mit Belhadi im Februar zur VTZ gekommen war – beide haben großen Anteil am Klassenverbleib – ist Lasse Finck. Das in Saarbrücken wohnende Nordlicht verabschiedete sich am Sonntag mit starken acht Toren von der VTZ. „Ich freue mich, dass es diesmal mit dem Torewerfen wieder funktioniert hat. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat“, bedauerte Finck, der zum Stadt-Rivalen SV 64 Zweibrücken wechselt. Nach längerer Handballpause hatte er im Februar wieder mit dem Sport begonnen. Zunächst wollte er nur aushelfen, „aber ich habe jetzt wieder richtig Lust auf Handball“, sagt Finck, der sich beim SV 64 gerne in Liga drei bewiesen hätte. „So erlebe ich wenigstens auch mal ein Stadt-Derby“, freut er sich aber schon jetzt aufs Wiedersehen mit der VTZ.

Momentum wechselt zu Eckbachtal

Mit drei Treffern zwischen der 33. und 40. Minute trug Finck maßgeblich dazu bei, dass die VTZ auf 20:15 wegziehen konnte, einem Heimsieg entgegenzustreben schien. Aber schon in dieser Phase häuften sich die technischen Fehler, ließ die VTZ beste Chancen wie Strafwürfe und Tempogegenstöße aus. „Das hat mich noch mal ein bisschen geärgert, das war spielentscheidend“, sagte Wiese.

Die Fehler brachten Eckbachtal zurück ins Spiel. Als Nehrdich kurz vor Schluss einen Strafwurf einnetzte – seinen vorherigen Versuch hatte VTZ-Torwart Yannic Klöckner entschärft, der sich mit einer guten Leistung in Richtung Illtal verabschiedete – und kurz darauf einen Tempogegenstoß zum 27:24 abschloss, war das Momentum auf Eckbachtaler Seite.

So spielten sie

VT Zweibrücken-Saarpfalz: Klöckner, Dentzer (Siebenmeter) - Baumgart (3), Belhadi (1), von Lauppert (5/2) - Michel, Rolshausen (5) - Jung (3) – Finck (8/1), Flockerzi (1)

HSG Eckbachtal: Häuselmann - Jochen Schloß (4/2), Schreiber (5), Nehrdich (7/1) - Kassel (2), Kluzik (3) - Quandt (1) – Lerzer (3), Ebel (2), Pozywio

Spielfilm: 3:5 (11.), 8:8 (17.), 14:9 (26.), 15:12 (Halbzeit), 20:15 (40.), 21:20 (49.), 22:22 (50.), 24:24 (56.), 24:27 (59.), 26:27 (Ende) - Zeitstrafen: 4:3 - Siebenmeter: 5/3 - 4/3 - Beste Spieler: Finck, Klöckner - Nehrdich, Schloß - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Stitz/Lehmler (HV Rheinland).

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