Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VT Zweibrücken-Saarpfalz sichert Klasse und Stadtderby

Hat sich ein zweites Stück Pizza mit seiner Leistung verdient: Moritz Baumgart (am Ball), der im Zweibrücker Rückraum gegen Dans
Hat sich ein zweites Stück Pizza mit seiner Leistung verdient: Moritz Baumgart (am Ball), der im Zweibrücker Rückraum gegen Dansenberg eine starke Leistung zeigte.

In der kommenden Runde gibt es in der Handball-Oberliga wieder ein Zweibrücker Stadtderby. Das wurde möglich, weil die VT Zweibrücken-Saarpfalz den Klassenverbleib mit Siegen gegen Dansenberg II und Abstiegskonkurrent Vallendar am Doppelspieltag gesichert hat. Gezittert wurde nur in einer der beiden Partien.

Wer am Sonntag auf unbändigen Freudentaumel bei den Spielern der VTZ wartete, wurde enttäuscht. Still im Spielerkreis mit anschließendem Dankeschön ans Publikum feierten sie den Klassenverbleib. 29:28 (15:15) gewann die VTZ gegen den TuS Kaiserslautern-Dansenberg II. Deutlich konzentrierter präsentierte sich die VTZ am Sonntag gegen den HV Vallendar, setzte sich verdient mit 22:16 (11:6) durch.

„Jetzt können wir die beiden noch ausstehenden Partien in Ruhe bestreiten“, atmete VTZ-Trainer Philip Wiese durch. Gegen Vallendar hatte die Mannschaft vom Anpfiff weg gezeigt, dass sie wusste, worum es ging. Konzentriert spielten die Zweibrücker, die in Torwart Yannic Klöckner, Thomas Jung und dem überragenden Tomas Kraucevicius drei Matchwinner hatten. „Ich will heute gar keinen herausheben. Wir haben das als Mannschaft über die beiden Partien zusammen gelöst“, sagte Wiese.

Auf Klöckner ist Verlass

Die 5-1-Deckung mit dem vorgezogen agierenden Jung, der die Kreise von Vallendars Top-Torschützen Christian Schröder einengte, funktionierte. Dahinter war auf Klöckner Verlass. Seine größte Tat: Als Hendrik Rolshausen beim Versuch, einen Tempogegenstoß zu starten, den Ball in die Hände von Vallendars Kreisläufer Oliver Lohner passte, rettete Klöckner gegen den frei an der Sechs-Meter-Linie stehenden Rheinländer.

„Im Angriff haben wir viel zu viele freie Würfe vergeben“, analysierte Vallendars Trainer Veit Waldgenbach. Mit der Defensivleistung seiner Mannschaft, der es aber selten gelang, die tollen Anspiele von Kraucevicius zu unterbinden, war er zufrieden.

Mindestens zwei Stücke Pizza

Deutlich mehr Zittern war bei der Freitagspartie gegen Dansenberg angesagt. In der standen die Torhüter beider Mannschaften im Mittelpunkt des Geschehens. „Zu Beginn der zweiten Hälfte konnten sich die Zweibrücker dank des starken Yannic Klöckner absetzen“, analysierte Dansenbergs Trainer Sebastian Wächter. Dass das nicht früher gelang, hatte aber auch etwas mit dem Torhüter der Dansenberger zu tun: Benedict Haubeil. Der Zweibrücker, der in der A-Jugend-Bundesliga noch das Tor des SV gehütet hatte, entschärfte 17 Würfe der VTZ-Angreifer. Weitere zwölf Würfe setzten die Zweibrücker an Pfosten, Latte oder warfen sie am Tor vorbei. „Mit Blick auf die Statistik muss man schon sagen, dass wir uns das Leben selbst schwergemacht haben“, bekannte VTZ-Trainer Kai Schumann.

Dansenberg führte nach sieben Minuten 7:5, lag nach 25 Minuten 14:12 vorne. Dass es mit einem 15:15 in die Pause ging, verdankte die VTZ den ersten Paraden des eingewechselten Klöckner und eines stark spielenden Moritz Baumgart. Der machte am Freitag eines seiner besten Spiele für die VTZ, brachte seine Würfe aus dem Rückraum an Haubeil vorbei. „Heute habe ich mir zwei Stücke Pizza verdient“, sagte Baumgart lachend beim Essen nach dem Abpfiff. Mindestens, bestätigte sein Trainer Philip Wiese.

Hail Mary gerät zu lang

An Klöckner kamen die Dansenberger zu Beginn der zweiten Hälfte immer schwerer vorbei. Die VTZ-Defensive funktionierte, vorne war auf Kraucevicius Verlass. 22:16 führte die VTZ nach 37 Minuten. Und 27:21 nach 52 Minuten. Dass es noch mal knapp werden würde, glaubte keiner mehr. Wurde es aber. „Den hast du mir schön weggenommen“, gratulierte Dansenbergs zwölffacher Torschütze Niklas Jung Klöckner zu dessen Top-Parade bei einem Gegenstoß. „Den zuvor hast du auch so geworfen, darauf habe ich gesetzt“, sagte Klöckner, der damit den 26:25-Anschlusstreffer des TuS verhinderte.

Es blieb spannend. Lasse Finck scheiterte an Haubeil. Im Gegenzug verkürzte Frederick Bohm auf 28:29. Die VTZ vergab die nächste Chance. Noch fünf Sekunden waren zu spielen. Der TuS nahm eine Auszeit. Abwurf Haubeil. „Ich schaue schon so lange American Football, da musste ich es mit einer Hail Mary probieren“. Hail Mary beschreibt einen langen Pass nach vorne, der nur geringe Erfolgsaussichten hat, aber mit der Hoffnung verbunden ist, doch punktbringend anzukommen. Haubeils Pass auf Bohm war zu lang. Bohm fing ihn im Kreis. Die VTZ gewann.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz - TuS Dansenberg II 29:28 (15:15)

Tore VTZ: Kraucevicius (7), Baumgart (6), Jung (5), von Lauppert (5/4), Belhadi (3), Finck, Stauch, Rifel (je 1)

VTZ Saarpfalz - HV Vallendar 22:16 (11:6)

Tore VTZ: Kraucevicius, Jung (je 5), von Lauppert (4/3), Rolshausen (3), Finck (2), Baumgart Flockerzie, Belhadi (je 1).

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