Tischtennis
VT Contwig setzt bei Neustart auf die Jugend
Am 10. Dezember des vergangenen Jahres war das Aus eines Dinos im hiesigen Tischtennis-Bezirk besiegelt. Die VT Contwig zog seine erste Mannschaft, die lange Jahre in den Bezirksklassen und der Bezirksliga angesiedelt war, vom Spielbetrieb zurück. Doch im Hintergrund tut sich schon wieder etwas. Die Nachwuchsarbeit von Markus Wilhelm und seinem Team trägt bereits erste Früchte.
Zur Saison 2001/2002 stiegen die Herren der VT Contwig in die Bezirksliga auf. Es war nochmals ein Höhepunkt, nachdem sie in den Jahren zuvor auch mal in den Verbandsspielklassen aktiv waren. Seit der Saison 2002/2003 spielten die Contwiger ununterbrochen in der Bezirksklasse West. „Wir hatten immer mal wieder ein Aufstiegsspiel“, erzählt der 49-jährige Markus Wilhelm. Er war seit Jahren immer mal wieder im Wechsel mit Paul Sefrin der Spitzenspieler der VTC. Vor zwei Jahren, begünstigt durch die neue Struktur der Ligen, spielten die Contwiger wieder in der Bezirksliga. Das entsprach aber in etwa der Wertigkeit der früheren Bezirksklasse. Das Aus der Contwiger habe zu vielfältigen Diskussionen geführt, sagt Wilhelm.
Einer spielt Fußball, einer ist umgezogen
Mit Christian Ohlinger, der auch Fußball-Verbandsligaspieler der SG Rieschweiler ist und der zeitweise dort auch coachte, Paul Sefrin und dem aus beruflichen Gründen in die Vorderpfalz verzogenen Felix Ernst fehlten plötzlich drei Säulen der ersten Mannschaft. „Christian Ohlinger wollte nur noch im äußersten Notfall spielen, bei Paul Sefrin steht wegen einer Operation ein langer Ausfall an, Felix Ernst hat der Beruf in die Vorderpfalz gezogen“, sagt Wilhelm, der selbst immer wieder wegen seines Konti-Schicht-Modells nicht zur Verfügung steht. „Wir mussten permanent mit Ersatz spielen“, erzählt er. So waren Dieter Bärmann, Helmut Veith und Andreas Striegel regelmäßig für die Contwiger Bezirksliga-Mannschaft im Einsatz.
„Wir haben dann noch einmal gesprochen. Da kam auf, dass wir die erste Mannschaft abmelden“, meint Wilhelm der bei der Firma Thyssen-Krupp Gerlach in Homburg arbeitet: „Die Spieler der zweiten Garde wollten nicht dauerhaft im Bezirksliga-Team spielen. Wir haben lange und kontrovers diskutiert. Es blieben aber letztlich neben mir nur noch Jonas Rendgen und Michael Semar.“ Um einer Strafe von 500 Euro aus dem Weg zu gehen, wurde das Team dann im Dezember abgemeldet.
Trotz Corona kommen immer mehr Kinder
„Wir werden wohl zur Saison 2022/2023 wieder zwei Teams melden und ganz unten neu starten“, lässt Wilhelm bereits durchblicken. Denn vor mehr als einem Jahr hat er eine Nachwuchsabteilung bei der VTC ins Leben gerufen. Neben seinen Söhnen Luca (14) und Elias (9) trainieren viele andere Kinder fleißig mit. „Wir haben hier manchmal 16 Kinder in der Halle“, freut sich Wilhelm, der für die kommende Spielrunde eine Schüler- und eine Jugendmannschaft melden will. Zweimal pro Woche (Dienstag 18.30 bis 20 Uhr und Donnerstag 17 bis 19 Uhr) wird trainiert. „Wir hatten zu Beginn nicht gedacht, dass es so gut klappt. Wir hatten mit drei Spielern angefangen. Dann war auch noch Corona. Trotzdem kamen immer mehr Kinder. Die Kinder erzählen weiter, dass bei uns trainiert wird“, freut sich der Familienvater, dessen Sohn Luca bereits zeigte, dass er ein Händchen für den Tischtennissport hat. „Er war Pfalzmeister im Sprint über 60 Meter. Danach hat er aber immer mehr Lust am Tischtennis gefunden“, freut sich sein Vater, dessen Sohn im Gegensatz zu ihm selbst eher offensiv spielt.
Neben den Spielern im Jugendalter gibt es auch eine Gruppe mit Jüngeren. „Die Kleinsten sind acht bis zehn Jahre alt“, erzählt Wilhelm, dem mittlerweile drei weitere Trainer zur Seite stehen. Melanie Haufschild ist eine frühere Pfalzligaspielerin des TV Rieschweiler. Alexander Klensch und Abteilungsleiter Michael Semar helfen ebenso fleißig mit. „Es macht richtig Spaß mit dem Team. Wir haben eine schöne Gruppe zusammen“, sagt Wilhelm, der den Kindern alle Grundschläge des Tischtennissports vermitteln will. Deshalb will auch Wilhelm sich fortbilden und kann sich vorstellen, eine Trainerausbildung zu absolvieren.
Schlagvariante Rückhand-Banane
„Wir üben auch die Rückhand-Banane“, erzählt der Trainer, von einer Rückschlagvariante, bei der ein Schlag aggressiv mit viel Spin und Tempo gespielt wird. „Das hatte ich mal im Fernsehen von einem Moderator gehört und wollte es unseren Kindern auch beibringen“, sagt Wilhelm, der sich über die kleinen Erfolge seines Tischtennis-Nachwuchses sehr freut. „In einem halben Jahr sind wir so gut, dass wir in einer Mannschaftsrunde mitspielen können und auch Spiele gewinnen werden.“