Boule
TSG Mittelbach wieder auf dem Weg nach oben
„Gegen welche Gegner wir kommende Saison spielen, wissen wir noch nicht, das zeigt sich erst, wenn wir wissen, ob wir in die Bezirksliga Mitte oder in die Bezirksliga Mitte-Süd gesteckt werden. Das entscheidet der Verband im Januar“, erklärt Walter Müller aus Ernstweiler. Die neue Saison startet um den 20. April herum. Auch in der Bezirksliga will Müller mit seiner Mannschaft durchstarten. Der Durchmarsch in der Bezirksklasse war für ihn erwartbar, konnte er doch antreten mit einem Team aus ehemaligen Regionalliga-Spielern.
„Wir sind vor Corona zwangsabgestiegen aus der Regionalliga, weil ich vergessen hatte, ein Häkchen bei der Bestandserhebung im Dezember 2020 richtig zu setzen“, redet der langjährige Coach nicht um den heißen Brei herum. Der Fall sei tief gewesen. „Von zwei Klassen unter der Bundesliga in die unterste Klasse, das war cool“, hadert Müller ein wenig mit dem Schicksal. Sein Umfeld riet ihm, einen Anwalt einzuschalten und den Zwangsabstieg anzufechten. Doch der Mannschaftspool damals sei auch ein wenig ausgedünnt gewesen.
Müller seit dem 14. Lebensjahr Trainer
Mittlerweile ist seine Tochter Gina aus der Landesliga zur TSG-Mannschaft gestoßen und der Mittelbacher Francesco Daniele, der für Wittlich in der Bundesliga gespielt hat, ist auch wieder zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Das Team habe sich wieder gefestigt. Eine Boule-Mannschaft besteht aus neun Spielern, sechs sind auf dem Feld, drei sind Ergänzungsspieler.
Walter Müller ist seit seinem 14. Lebensjahr Trainer. Zuerst hat er Judoka trainiert, dann folgten Stationen als Fußball-Jugendtrainer beim SV Niederauerbach, von den Bambini bis in die B-Jugend. Und nachdem er mit Bernd Schmidt die ersten Boulebahnen am Mittelbacher Sportplatz gebaut hatte, stieg er 2005 als Bouletrainer ein. 44 Jahre macht er jetzt stets eine Art von Trainerjob neben seinem Beruf als Gas-Wasser-Installateur bei den Stadtwerken Zweibrücken. „Ich bin etwas müde“, gibt er zu, wenn man ihn fragt, ob er den Trainer-Job noch lange machen möchte.
36 Teams bei Stadtmeisterschaft
Allerdings glänzen Müllers Augen wieder, wenn man ihn auf die bevorstehende 21. Stadtmeisterschaft anspricht, die am Samstag um 13 Uhr in Mittelbach startet. Ausgerichtet von der TSG und als offene Stadtmeisterschaft konzipiert, das heißt, mit Teilnehmern auch von außerhalb Zweibrückens. So zieht die offene Stadtmeisterschaft seit 17 Jahren Mannschaften aus Luxemburg, Frankreich, Herxheim und ganz Südwestdeutschland an. 36 Mannschaften starten am Samstag ab 13 Uhr. Zwei Jahre war Coronapause, jetzt treffen Luxemburger Nationalmannschaftsspieler wieder auf Zweibrücker Hobby-Pétanquisten. Den Trainerjob will Müller nicht ewig machen, aber selbst spielen wird er wohl noch lange. Denn: „Boule spielen kann man in jedem Alter.“