Zweibrücken Tolle Ausgangslage fürs Rückspiel

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Berlin. Zehn Sekunden waren gestern noch zu spielen im ersten Halbfinale um die deutsche B-Jugend-Meisterschaft im Handball zwischen den Füchsen Berlin Reinickendorf und dem SV 64 Zweibrücken. Mit 31:28 führte der amtierende Deutsche Meister aus der Hauptstadt. Letzter Angriff für die Zweibrücker, Coach Tony Hennersdorf und sein gestriger Co-Trainer Christian Schwarzer zeigten an: Kempa-Trick von Außen. Kapitän Marc-Robin Eisel spielte den Pass, Linksaußen Tim Schaller war optimal abgesprungen und verwertete das Zuspiel wie gefordert zum 29:31 (13:16)-Endstand.

Abpfiff, die Zweibrücker Spieler jubelten mit ihren 40 mitgereisten Fans. Sie hatten eine starke Leistung gezeigt, dem Favoriten das Leben richtig schwer gemacht, und bewiesen, dass sie zu Recht im Halbfinale stehen. Zudem hielten sich die Nachwuchslöwen alle Chancen für das Rückspiel am kommenden Samstag (18 Uhr, Westpfalzhalle) offen. „Wir wollten hier gewinnen und haben gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind. Jetzt freuen wir uns aufs Rückspiel“, sagte SV-Rückraumspieler Robby Welsch, der eine gute Partie machte. Und viel einstecken musste. „Das war von der körperlichen Härte her eine ganz andere Hausnummer als im Viertelfinale“, meinte Welsch und fügte lachend an: „Wenn man ins Finale will, muss man so etwas wegstecken“. Zweibrücken steckte ein, ließ sich nie abschütteln. „Das Ergebnis geht aus meiner Sicht so in Ordnung. Zweibrücken hat toll gespielt, so wie wir es erwartet haben“, analysierte Füchse-Trainer Bob Hanning, in Personalunion DHB-Vizepräsident. Dass sein Team es in eigener Halle nicht schaffte, einen Fünf-Tore-Vorsprung (27:22/45.) nach Hause zu bringen, zeigte aus Hannings Sicht, mit welcher Leidenschaft die Gäste aus der Pfalz dagegen hielten. Die präsentierten sich deutlich stärker als zuletzt in den Viertelfinalspielen zu Hause. „Ich bin absolut zufrieden. Die Jungs waren gefordert. Man hat irgendwann gemerkt, dass die Körner langsam alle werden, aber die Mannschaft hat immer dagegengehalten“, lobte SV-Trainer Tony Hennersdorf. Sein Team ging voll konzentriert ins Spiel. „Wir haben stark begonnen“, analysierte Robin von Lauppert. Nach drei Minuten erzielte Kapitän Marc-Robin Eisel das erste SV-Tor, es war der Anschlusstreffer zum 1:2. Kian Schwarzer vom Kreis und Schaller von Außen, der SV führte 3:2. Und konnte die Führung auf 4:2 ausbauen, weil Torwart Norman Becker, der gut begann, den ersten Füchse-Siebenmeter entschärfte. Die durch die Bank weg mindestens 1,85 Meter großen Berliner setzten im Angriff ihre körperliche Überlegenheit ein. Immer wieder wurde Platz geschaffen für den überragenden Mex Raguse, der kaum zu halten war. Nach zwölf Minuten war Berlin auf 7:8 heran. Hennersdorf stellte um. Philipp Meiser, der körperlich bedingt im Rückraum gegen die großen Berliner, die zudem intensiv körperbetont verteidigten, keinen Stich machte, übernahm die Rechtsaußenposition. Und markierte von dort wichtige Tore, beispielsweise kurz vor dem Halbzeitpfiff den 13:16-Anschlusstreffer. Nach dem Seitenwechsel, Berlin hatte einiges ausprobiert, beispielsweise beim Überzahlspiel offensiv Eins-gegen-Eins gedeckt, beorderte Bob Hanning zu Beginn der zweiten Halbzeit Tim Matthes von der Außenbahn auf die Spielmacherposition. Gemeinsam mit Raguse bereitete der Jugend-Nationalspieler der SV-Abwehr einige schwierige, nicht immer zu lösende Aufgaben. Nach 39 Minuten führten die Gastgeber 25:20, schienen auf dem Weg, eine gute Basis für das Rückspiel zu legen. Aber Zweibrücken spielte nicht mit, setzte nach. Die teils harte Abwehrarbeit der Füchse hatte Folgen. Nachdem Erik Gerntke Robby Welsch beim Sprungwurf ins Gesicht geschlagen hatte, kassierte er seine dritte Zeitstrafe (43.). Vier Minuten später musste auch Aaron Krai nach Roter Karte vom Feld: Er hatte Marc-Robin Eisel beim Gegenstoß gefoult. Eisel verwandelte den fälligen Strafwurf zum 26:29-Anschlusstreffer, und Welsch verkürzte auf 27:29 (47.). Der SV war wieder im Rennen um den Finaleinzug. Sport So spielten sie Füchse Berlin: Rau, Jochens (ab 46.) - Knauer (4), Krai (1), Raguse (12) - Gerntke (2), Matthes (8) - Felix Butzke (1) - Urios (2), Kazmirski (1), Sebastian Butzke SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold (ab 41.) - von Lauppert (1), Eisel (8/2), Meiser (6) - Hugo, Schaller (5) - Schwarzer (4) - Welsch (5), Meister, Eder, Dobrani Spielfilm: 3:6 (8.), 7:9 (14.), 11:11 (17.), 13:12 (20.), 16:13 (Halbzeit), 20:16 (30.), 20:19 (33.), 25:20 (39.), 28:23 (45.), 29:27 (47.), 31:29 (Ende/50.) - Zeitstrafen: 7:5 - Rote Karten: Gerntke (43./dritte Zeitstrafe), Krai (47., grobes Foul) - Siebenmeter: 4/3 - 2/2 - Beste Spieler: Raguse, Matthes, Rau, Knauer - Eisel, Welsch, Schwarzer, Meiser - Zuschauer: 320 - Schiedsrichter: Chung/Otto (HV Niedersachsen/Bremen - HV Niederrhein).

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