Handball
SV 64 Zweibrücken: Trainer Lydorf und sein spezielles Dorf
Der Bach schlängelt sich an Turm und Kirche vorbei. Leicht mit Schnee angezuckert präsentiert sich die winterlich-weihnachtliche Landschaft. Die Krippe ist noch verwaist. „Das ist in diesem Jahr dem Stress geschuldet“, sagt Rüdiger Lydorf schmunzelnd. Er habe gewusst, dass in seinem Weihnachtsdorf etwas fehlt. „Was, das sehe ich erst jetzt“, ergänzt er lachend. Das hat auch mit der sportlichen Situation der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken zu tun, die Lydorf trainiert. Der Abstiegskampf zehrt an den Trainernerven. Am Sonntag (16 Uhr kommen die HF Köllertal zum Derby in die Westpfalzhalle.
Lydorf mag Weihnachten, mag die Adventszeit und weihnachtlich geschmückte Häuser. Das kennt er von seinem Elternhaus, „und das ist mir auch bei mir zu Hause wichtig“, bekennt der Physiotherapeut. Ein Blickfang ist das große beleuchtete Weihnachtsdorf im Flur. Das Dorf ist sukzessive gewachsen und soll weiter wachsen. „Eine zweite Ebene möchte ich mal haben“, verrät Lydorf seine Bauideen. Sozusagen ein Ober- und Unterdorf bauen und diese über einen Wasserlauf verbinden. Die notwendigen Bauplatten hat er schon erworben.
Entspannung beim Auf- und Abbau
Abgesehen vom Weihnachtsbaum, der für Lydorf gar nicht groß genug sein kann, ist das Weihnachtsdorf Mittelpunkt im Lydorfschen Weihnachtskosmos. Pünktlich zum ersten Advent wird es jedes Jahr aufgebaut. „Auch in diesem Jahr“, sagt Lydorf. Der Aufbau „ist für mich mit Entspannung verbunden“, erzählt er. Beim Dorfaufbau „muss man sich so konzentrieren, dass sich gar keine anderen Gedanken einschleichen können“, erklärt er. Das gelte auch für den Abbau, wenn im Januar wieder alles verpackt wird. Noch so ein Entspannungsmoment. Auch das Thema Handball ist in der Auf- und Abbauphase nicht präsent. „Was es sonst fast immer ist. Gerade in der aktuellen Lage“, sagt Lydorf. Zwei Punkte am Sonntag im Derby gegen Köllertal „hätte ich schon auf meinem Wunschzettel stehen“, verrät er.
Während seine Mannschaft am Sonntag um Oberliga-Punkte kämpfen wird, erwacht zu Hause über die Zeitschaltuhr das Dorf zu beleuchtetem Leben. Seine Begeisterung für Weihnachtsdörfer hat er von einem Winterbesuch in Titisee-Neustadt. In der Schwarzwaldgemeinde gibt es ein Geschäft, „das das ganze Jahr über nur Weihnachtsartikel verkauft“, erzählt er. Dort entdeckte er die Häuser für das Weihnachtsdorf. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich mal ein Haus habe, will ich auch ein Weihnachtsdorf haben“, erzählt Lydorf. Mit Freundin Barbara Köhler wohnt er seit 2020 im Eigenheim in Zweibrücken, „und im Flur ist Platz für das Weihnachtsdorf“, freut sich Lydorf. Die Häuschen hat er sukzessive gekauft beziehungsweise geschenkt bekommen. „Ein Haus ist bekanntlich nicht billig. Nicht im echten Leben und auch nicht im Weihnachtsdorf“, verrät er lachend.
Das Weihnachtsdorf soll noch weiter wachsen
Dass er selbst handwerkliches Geschick mitbringt, habe sich gezeigt, als er zusammen mit Papa Harald – der bei den Spielen der Zweibrücker Oberliga-Frauen oft hinter der Kamera steht – eine Krippe als Geschenk für Mama Brigitte baute. Das klappte so gut, dass er das auch für sich selbst machte. Um die Krippe finden nun alle Teile des Weihnachtsdorfes ihren Platz. Gebaut hat er die Krippe „noch in der Mietwohnung, also nicht unter besten Bedingungen“, sagt er schmunzelnd. Die sind jetzt im eigenen Haus erheblich besser: Hier gibt es eine Werkstatt. Deshalb plant Lydorf nicht nur, das Weihnachtsdorf zu vergrößern, sondern auch eine neue Krippe zu bauen. „Wenn ich mal Zeit habe“, merkt er mit Blick auf seinen vollen Handball-Terminkalender an.