Hermersberg RHEINPFALZ Plus Artikel Rieschweiler verliert den Kampf im Nieselregen

Zweikampf der Torschützen: Marius Dausmann (SV Hermersberg, Mitte) bleibt Sieger gegen Rieschweilers Lukas Bißbort. Rechts steck
Zweikampf der Torschützen: Marius Dausmann (SV Hermersberg, Mitte) bleibt Sieger gegen Rieschweilers Lukas Bißbort. Rechts steckt Patrik Bold im Getümmel.

Fussball-Verbandspokal: Rund 40 Minuten lang war das Pokalderby Hermersberg - Rieschweiler am Sonntagabend eher ein Langweiler. Aber dann! Binnen einer Minute landete das Runde gleich zweimal im Eckigen. Am Ende hatten schließlich die Gastgeber aus der Landesliga glücklich mit 3:2 die Nase vorn.

Mit dem 3:2 gegen Verbandsligist SG Rieschweiler zog der SV Hermersberg gestern Abend in die vierte Runde des Verbandspokals ein. Mit dem ersten fein nach vorne getragenen Angriff über Christoph Metzger, der seinen Pass genau in die Schnittstellen der Gästeabwehr auf den losstürmenden Jens Kolb gespielt hatte, und nach dessen flachen Hereingabe war Florian Weber zur Stelle: 1:0 (41.). Doch direkt nach dem Wiederanstoß fischte sich Rieschweilers Sturmspitze Mirko Tüllner eine Rückgabe vor SVH-Keeper Reiner Schwartz und netzte zum 1:1 ein. Das waren allerdings auch schon alle Höhepunkte der ersten Halbzeit.

Bißbort markiert das 1:2

Ohne Spielfluss, mit technischen Fehlern, ohne Kombinationen, aber mit einer Aneinanderreihung von Zweikämpfen boten die 22 Akteure zunächst keinen Augenschmaus. „Jeder wollte Fehler vermeiden“, sagte SGR-Sportvorsitzender Daniel Preuß.

Erst nach dem Seitenwechsel nahm bei leichtem Nieselregen die Partie Fahrt auf. „Wir waren dann spielbestimmender und spielstärker“, resümierte hinterher SVH-Trainer Jens Mayer. Das Tor fiel aber auf der anderen Seite: Rieschweiler bestrafte einen Abwehrfehler der Hausherren, der zu einem Eckball führte, mit dem 1:2 (68.), als Bißbort per Kopf den Ball im Hermersberger Tor unterbrachte.

Die kampfstarken Hermersberger setzten den Kasten des nicht immer sicheren SGR-Keepers Jan Ohle mächtig unter Druck. Zwei Minuten nach der Gästeführung donnerte Kolb den Ball an den Außenpfosten des Gästetors. In Minute 74 schien das 2:2 fällig, als der technisch starke Timm Dudek vom eingewechselten Sebastian Gehring freigespielt aus bester Position den Ball neben das Tor schoss. „Die macht der sonst immer“, kommentierte ein älterer SVH-Anhänger die Szene.

Doch dann war es soweit: Dudeks Freistoßflanke wurde von der SGR-Abwehr nicht geklärt. Florian Weber setzte sich im Luftduell gegen Ohle durch. Sein Kopfball ging an den Pfosten. Der nach vorne geeilte Außenverteidiger Marius Dausmann bugsierte den Ball, der auf Höhe der Torlinie herumhüpfte, irgendwie zum 2:2 (78.) ins Netz. Nun wurde die Begegnung zum offenen Schlagabtausch. Bemerkenswert der Versuch des eingewechselten Marc Daniel Arzt (SGR), der kurz nach Balleroberung hinter der Mittellinie sah, dass SVH-Keeper Reiner Schwartz etwas zu weit vor seinem Kasten stand und abzog. Nur mit einer Klassereaktion konnte Schwarz einen Treffer Marke „Tor des Monats“ (80.) verhindern.

Letztlich war es eine Co-Produktion von Miguel Deho und Gehring, die die Partie entschied. Deho setzte sich eindrucksvoll auf Linksaußen durch, und Gehring wuchtete den vor das Tor geflankten Ball zum 3:2 (84.) ein.

„Kein Vorwurf an meine Mannschaft. Es hätte auch leicht eine Verlängerung geben können. Aber vielleicht war Hermersberg etwas cleverer“, zog Rieschweilers neuer Trainer Patrick Hildebrandt hinterher sein Fazit. Und Hermersbergs Coach wusste genau, wen er sich in der vierten Runde um den Verbandspokal als Gegner wünscht: „Den FC Kaiserslautern.“

So spielten sie

SV Hermersberg: Schwarz – Dausmann, Mendel, Deho, Metzger – Bold (87. Jochum), Masch, Gries (62. Gehring), Kolb – Dudek – Weber (90. Vogt)

SG Rieschweiler: : Ohle – Wagner, Frank, Sprau, Rung – Brödel (73.), Ohlinger, Emser – Tüllner (64.), Bißbort, Bayer (81. Lieblang)

Tore: 1:0 Weber (41.), 1:1 Tüllner (41.), 1:2 Bißbort (68.), 2:2 Dausmann (78.), 3:2 Gehring (84.)- Gelbe Karten: Dausmann, Weber, Dudek – Rung, Tüllner, Brödel - Gelb-Rote Karte: Emser (90.) - Beste Spieler: Dudek, Weber – Ohlinger - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Ziehmer (Ramstein)

x