Spiel der Woche
Kaiser lässt Fans beim 2:2 gegen den Hilster SV spät jubeln
Die Gastgeber geraten nach der Führung in Durchgang eins zwar in Rückstand. Trotz der besseren Chancen verpasst der SV Martinshöhe beim 2:2 (1:2) einen Heimsieg gegen den Hilster SV, überwintert aber im Mittelfeld. Die taktische Maßnahme von Martinshöhes Spielertrainer Jochen Brunner, Yannik Schuster aus der Viererkette rauszunehmen, damit er sich als Sonderbewacher um SVH-Torjäger Jan-Luca Hahn kümmert, ging in der Partie des SV Martinshöhe gegen den Tabellenzweiten der A-Klasse, Hilster SV, größtenteils auf. Nur einmal befreite sich Hahn so richtig von seinem Schattenmann, um eine gefährliche Aktion zu starten. Das war ein Flachpass an der Strafraumlinie zum einlaufenden Maximilian Mayer, der mit seinem Tor das Spiel zugunsten der Gäste nach Rückstand binnen sieben Minuten in eine 2:1-Führung drehte (43.).
SVM hat bessere Chancen
Damit zeigte der SVH den Gastgebern, wie effektiv ein Team sein kann. Denn das Zwischenergebnis spiegelte im Großen und Ganzen nicht das Geschehen auf dem Rasen am Buchenweg wider. Bei ausgeglichenen Spielanteilen hatte der SV Martinhöhe mehr Torgelegenheiten – und vor allem die deutlich besseren. Es war schon kurios, dass dann ausgerechnet ein scheinbar harmloser Kopfball von Daniel Schulz in der 32. Minute über Freund und Feind hinweg erst an den Innenpfosten klatschte und dann über die Linie ging.
Schon in der Anfangsphase hatte Schulz frei stehend die Latte (7.) getroffen, Andreas Schneider den Ball über die Linie (19.) gedrückt. Der Jubel der Martinshöher und der 85 in der Kälte ausharrenden Zuschauer wurde aber vom Abseitspfiff unterdrückt. Selbst als der Hilster Torwart Patrick Schmitt Harakiri mit dem Ball am Fuß außerhalb des Strafraums spielte und ihn auch prompt im Zweikampf verlor, konnten drei SVM-Abschlussversuche aufs verwaiste Tor nicht in Erfolg verwandelt werden.
Kaiser: Müssen uns für Aufwand auch belohnen
Auch SVM-Kicker Sven Vogelgesang auf der rechten Außenbahn hätte sich mehrfach für seine Einsatzbereitschaft über 90 Minuten belohnen können. Doch jedes Mal, wenn er den Abschluss mit dem Fuß oder Kopf suchte, standen Torwart Schmitt oder Gegenspieler Maximilian Kömmerling im Weg. Die Antwort auf die nachlässige Chancenverwertung gab für den Tabellenzweiten dann Niklas Dahler, praktisch mit der ersten Gästechance im Sechzehner – 1:1 (36.).
Ineffektivität wird bestraft, Einsatz belohnt, heißt es unter den Fußballern. Der Freistoß aus dem rechten Halbfeld von Elias Kaiser war der beste Beweis für diese Weisheiten, auch wenn der Gäste-Torwart einen großen Anteil am späten Ausgleichstreffer hatte (73.). „Ich hab’ so einen schon mal gemacht“, verriet der Torschütze, dass der sehenswerte Schuss in Unterzahl durchaus geplant war. „Ich hab’ gesehen, dass der Torwart nur auf die Flanke spekuliert. Da dachte ich mir, ich kann es ja mal probieren“, erläutert der 22-jährige Linksfuß, der zu Saisonstart von der SG Knopp/Wiesbach kam. Der Battweilerer haderte dennoch etwas mit dem Remis. „Wir dürfen das Spiel nach der Führung nicht aus der Hand geben, sondern müssen uns für unseren Aufwand belohnen.“
Coach stellt zur Winterpause gutes Zeugnis aus
Ähnlich sah es sein Trainer. „Respekt an meine Jungs, wir haben gegen eine der besten Mannschaft der Liga mehr als mitgehalten, wir hatten die besseren Möglichkeiten“, sagte Jochen Brunner stolz. „Bei uns war mehr Feuer drin. Wir sind verdient in Führung gegangen, bekommen kurz vor der Halbzeit den Nackenschlag, kommen in Unterzahl zurück und halten im offenen Schlagabtausch mit. Die Mannschaft ist nicht nur talentiert, sondern sie nimmt auch an, wenn ich etwas sage. Die Jungs wissen mittlerweile, dass sie es auch spielerisch mithalten können, nachdem es in den letzten Jahren gegen den Abstieg ging“, lobte Brunner.
So spielten sie
SV Martinshöhe: Klöfer - Schuster, Munzinger, Maske, Nickolay - Brunner - Vogelgesang, Schumacher, Kaiser, Schulz (82. Armbrüster) - Schneider
Hilster SV: Schmitt - Luka Maus (85. Fuchs), Reck, Schira - Uhl, Mayer - Dahler, Jan Maus, Hahn, Kömmerling - Barazi
Tore: 1:0 Schulz (32.), 1:1 Dahler (36.), 1:2 Mayer (43.), 2:2 Kaiser (73.) - Gelbe Karten: Nickolay, Kaiser - Jan Maus - Zehn Minuten Zeitstrafe: Schulz (69.) - Jan Maus (90.+3)- Beste Spieler: Brunner, Vogelgesang, Schuster - Mayer, Schira - Zuschauer: 85 - Schiedsrichter: Brettar (Kirkel).