Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Die U19 der Roten Teufel 2011 – ein wunderbares Kollektiv und ein Trainer mit viel Herz

Julian Derstroff (hier im Jahr 2011) traf schon sechsmal für den Halleschen FC.
Julian Derstroff (hier im Jahr 2011) traf schon sechsmal für den Halleschen FC.

FUSSBALL: Vor zehn Jahren stand die U19 des 1. FC Kaiserslautern im Finale um die deutsche Jugendmeisterschaft. Der Vater der Erfolge: Gunther Metz. Seine „Buben“ sind längst erwachsene Männer – wie auch der Zweibrücker Julian Derstroff, der heute für Drittligist Hallescher FC kickt. Die meisten sind ihrem Förderer bis heute sehr, sehr dankbar. Eine Spurensuche.

Es war eine besondere Mannschaft, die der 1. FC Kaiserslautern 2011 in der A-Junioren-Bundesliga auf dem Rasen wusste. Der FCK wurde – überraschend – Staffelsieger Süd/Südwest, setzte sich im Halbfinale gegen 1860 München durch und spielte ein großes Finale um die deutsche U19-Meisterschaft, das der VfL Wolfsburg am 19. Juni 2011 im alten VfL-Stadion am Elsterweg vor 7150 Zuschauern 4:2 (1:0) gewann. In die Bundesliga schafften es aus der damaligen Lauterer Startelf Willi Orban (RB Leipzig), Dominique Heintz (1. FC Köln, SC Freiburg), Philipp Klement (VfB Stuttgart) und Jean Zimmer (Fortuna Düsseldorf), der kürzlich auf Leihbasis zum FCK zurückgekehrt ist. Marius Müller, damals Ersatz-Torwart, war Profi beim FCK und RB Leipzig und steht seit 2019 beim FC Luzern in Lohn und Brot. Julian Derstroff, der Zweite Liga beim SV Sandhausen und Jahn Regensburg spielte, heuerte in der laufenden Spielzeit beim Drittligisten Hallescher FC an. „Eisenfuß“ Calogero Rizzuto, damals beim Abschlusstraining vor dem Finale verletzt und deshalb ausgefallen, spielt seit 2015 beim Zweitligisten Erzgebirge Aue.

„Magic Metz“ ist Kult

Wolfsburg gewann das Los und hatte Heimvorteil“, erinnert sich der damalige FCK-Jugendtrainer Gunther Metz. 17 Jahre wirkte der heute 53 Jahre alte Winzer aus dem rheinhessischen Hangen-Weinsheim beim FCK-Nachwuchs. Schon bald nach seinem selbst gewählten Abschied vom FCK im Sommer 2017 kam die Offerte von Boris Notzon, als Co-Trainer von Jeff Strasser zurückzukehren. Die Aufgabe im Zweitliga-Team reizte, kam aber um einige Monate zu spät. Notzon aber hielt den Kontakt, und so ist Metz seit 2018 auf Honorarbasis für das Fördertraining von FCK-Talenten zuständig. In Sascha Hildmanns Zeit als Cheftrainer war Metz auch bei den Profis auf dem Platz gern gesehen. „Boris Schommers wollte das aber nicht, kein Problem. Seitdem mache ich das ausschließlich auf dem Fröhnerhof, wenn es passt“, sagt Metz, der seit 2018 beim Deutschen Fußball-Bund mitarbeitet, bei der U16 als Co-Trainer begann und nun „Co“ der U20 ist. Metz, in der Jugend beim FCK ausgebildet, dann Profi geworden, spielte zwölf Jahre beim Karlsruher SC. 286 Bundesliga-Spiele – 278 für den KSC – absolvierte der Rechtsverteidiger. Fünf Tore schoss der Musterprofi. Bei den KSC-Fans ist „Magic Metz“ Kult.

Fast wie im Profi-Fußball

Das Finale vor zehn Jahren war das Spiel des Kevin Scheidhauer. Er traf dreimal für die Wolfsburger (11., 55. und 73. Minute). Zweimal gelang dem FCK der Anschluss. Nils Rattke, der blonde Schlacks, traf zum 1:2 (59.), Jan-Lucas Dorow zum 2:3 (74.). Dorow, derzeit bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag, kam für Sascha Simon ins Spiel, der heute als Videoanalyst beim VfL Wolfsburg II arbeitet. „Nils hat im Finale das Spiel seines Lebens gemacht“, schwärmt Metz beim Blick zurück. Eine Offerte, Profi in Hoffenheim zu werden, habe ihm der FCK kaputtgemacht, grämte sich Rattke. Nach der Jugendzeit gehörte der zentrale defensive Mittelfeld-Malocher noch dem Kader der zweiten Lauterer Mannschaft an, in Morlautern endete seine so verheißungsvolle Fußballerlaufbahn dann vor sieben Jahren.

Akai Gogia, der mit dem 4:2 zwölf Minuten vor dem Abpfiff im Finale alles klar machte, spielt heute ebenso wie der damalige VfL-Innenverteidiger Robin Knoche bei Union Berlin in der Bundesliga. Maximilian Arnold ist längst ein Gesicht der erfolgreichen Wolfsburger Bundesliga-Mannschaft, Tolga Cigerci ist nach einer Zeit bei Galatasaray nun bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag, Florian Hartherz ist nach dem Bielefelder Bundesliga-Aufstieg bei Fortuna Düsseldorf gelandet. Namen, die belegen, welche Qualität damals auf dem Rasen stand.

„Die Wolfsburger waren in dieser Zeit brutal aktiv auf dem Markt, haben sehr viel in die Jugend investiert“, erklärt Gunther Metz, der sich noch heute gerne an das Endspiel erinnert: „Das hatte was von Profi-Fußball! Wir sind zwei Tage vorher angereist, hatten eine optimale Vorbereitung. Und eine Mannschaft mit ganz tollen Charakteren. Dazu gehörten auch die, die in der zweiten Reihe standen. Beim 3:2 stand das Spiel auf des Messers Schneide. Das Spiel war eine überragende Erfahrung für alle.“

Dem Spieler des Spiels, Kevin Scheidhauer, schienen damals alle Türen offen zu stehen. Ein Mittelstürmer mit Gardemaß. Er hat den Durchbruch als Profi nicht geschafft. Nicht bei den „Wölfen“, nicht beim VfL Bochum, beim MSV Duisburg oder bei Energie Cottbus. Am 13. Februar wurde er 29 Jahre alt. Und spielt beim SSV Vorsfelde – Landesliga.

Pfrengles großer Tag

„Ein Finale ist ein Finale, das ist immer etwas Besonderes“, sagt Gunther Metz. Großartig aber waren auch die Halbfinals gegen 1860 München. „5000 Zuschauer bei uns im Stadion, die Jungs haben erstmals vor so einer Kulisse gespielt“, erinnert sich Metz. Vielleicht erklärt auch das die 0:1-Niederlage gegen die „Löwen“ mit Ausnahmetalent Kevin Volland, der heute beim AS Monaco stürmt.

Das Rückspiel an der Grünwalder Straße – die Löwen-Fan-Clubs machten ein Fest in Blau und Weiß draus. „Unvergesslich“, schwärmt Philipp Klement, damals der Regisseur der Roten Teufel. Nico Pfrengle, der längst wieder daheim gelandet ist, beim Bezirksligisten TSG Jockgrim spielt, schoss beide Tore zum 2:0-Triumph. „Der Kleine mit dem starken linken Fuß“, erinnert sich sein früherer Trainer noch ganz genau. „Es waren viele gute Spieler, es war eine sehr gute Mannschaft. Auch wenn es nicht alle nach ganz oben geschafft haben. Dazu gehört eben auch Glück, dazu gehört auch, dass man von Verletzungen verschont bleibt“, sinniert Gunther Metz in Erinnerung an eine wunderbare Zeit.

Heintzi, der „Linke“ mit Herz

„Das war eine geile Zeit“, schwärmt Dominique Heintz beim Blick zurück auf die Spiele um die „Deutsche“ vor zehn Jahren. „Das vergisst man nicht. Unsere Mannschaft war top, da war ein überragender Zusammenhalt, und da waren einige super Kicker dabei. Was wir über die ganze Strecke in der Staffel performt haben“, sagt „Heintzi“, der „Linke“ mit dem Kämpferherzen. Mit acht Jahren kam der Abwehrspieler, seit 2018 Profi beim SC Freiburg, zuvor drei Jahre beim 1. FC Köln, von Herta Kirrweiler zum Betze. Dreimal ist er mit dem FCK knapp am Bundesliga-Aufstieg gescheitert und 2015 gegangen. „Der Kontakt ist nicht verloren gegangen, schon gar nicht zu Gunther Metz, unserem überragenden Trainer. Er hat gefordert und gefördert“, sagt „Dome“ Heintz, dessen Kontrakt in Freiburg noch bis Mitte 2022 läuft.

Beim FCK wurde der Linksfuß Jugend-Nationalspieler, durchlief alle DFB-Mannschaften von der U18 bis zur U21. Das enge Band in die Pfalz ist geblieben, das Interesse am FCK sowieso: „Ich empfinde es schon als Besonderheit, dass Jean Zimmer zurück ist, um zu helfen. Respekt!“ Als Vater der kleinen Lilli erlebt der 1,90 Meter große Profi neue Erfahrungen und ein großes Glück abseits des Rasens. 172 Bundesliga-Spiele mit vier Toren hat der 27-Jährige bisher auf dem Konto.

Ans Herz gewachsen

Auf den Durchbruch durfte auch Chris Keilmann hoffen, der später in höheren Amateurklassen sein Können zeigte, das Tor von Eintracht Trier und Wormatia Worms hütete. Jetzt ist er bei der FSG Riedrode. „Rizzuto rechts, links Jean Zimmer. In der Innenverteidigung waren Orban und Heintz mit das Beste, was es damals in Deutschland gab. Dominique mit seinem starken linken Fuß stand für eine fast perfekte Spieleröffnung, Willi war der Zweikämpfer vor dem Herrn. Zentral hatten wir Sebastian Lindner, der dann ja auch bei Waldhof spielte, und eben Nils Rattke. Ihm stand auf dem Weg nach oben irgendwas im Weg. Auch Kevin Schwehm, heute in Mechtersheim, war ein großes Talent, Philipp Klement hatte eine brutale Genialität, einer der Besten, den ich trainiert habe. Und vorne drin Jule Derstroff mit hohem Niveau. Die Jungs sind mir – wie so viele andere – ans Herz gewachsen. Ich verfolge ihren Weg, viele Kontakte bestehen“, schwärmt Metz von früher.

Im Finale hatte er nach Rizzutos Ausfall damals auf folgende Elf gesetzt: Chris Keilmann – Sebastian Lindner, Willi Orban, Dominique Heintz, Jean Zimmer – Nils Rattke – Kevin Schwehm, Sascha Simon (63. Jan-Lucas Dorow), Philipp Klement, Nico Pfrengle – Julian Derstroff. Zum Kader zählten 2010/11 ferner die Torhüter Marius Müller und Thorsten Hektor sowie Samet Alan (heute SV Hummetroth), Dennis Kopf (Kehler FV), Roland Wagner (TuS Landstuhl), Enrico Bienroth (zuletzt SV Kirchheimbolanden), Lukas Leideck (GW Eimsbüttel), Dennie Schmitt (SG Oberarnbach) und René Brunner (GSV Maichingen). Thorsten Hektor, später wieder beim FKP, bei der SG Blaubach und TuS Hohenecken, kann wegen einer schweren Schulterverletzung nicht mehr das Tor hüten. Jetzt ist er beim SV Mackenbach Feldspieler.

„Jule“ Derstroff suchte Rat

„Ich habe Herrn Metz vor meinem Wechsel nach Halle angerufen, auch seinen Rat gesucht“, erzählt der aus Zweibrücken stammende Julian Derstroff. Den Schritt zurück, von der Zweiten in die Dritte Liga, empfindet der jetzt 29 Jahre alte Derstroff als Fortschritt. „Ich bin glücklich. Ich habe wieder Spaß am Fußball“, sagt der beim SV Ixheim ausgebildete Profi, der auf der linken Außenbahn oder als Linksaußen spielt. „In Regensburg bin ich ja nicht mehr zum Einsatz gekommen“, bedauert der Offensivmann beim Blick zurück auf 15 Einsätze in zwei Jahren.

„Ich bin FCK-Fan geblieben“, bekennt er. Von 2002 bis 2013 spielte er beim FCK, in den letzten beiden Jahren als Profi. Über Borussia Dortmund II, FSV Mainz 05 II, SV Sandhausen und Regensburg ist er nach Halle gekommen. „Es passt, alles wunderbar. Nur die Entfernung in die Heimat ist größer geworden. Ich bin ja sehr heimatverbunden, ein Familienmensch und fahre gerne heim nach Zweibrücken“, schildert der Linksfuß seine Befindlichkeit. Die Erinnerung an die tolle Jugendzeit ist lebendig – gerade weil der Kontakt mit Willi Orban im nahen Leipzig wieder intensiver wurde. „Es waren super Spiele damals in der Jugend mit dem Finale, den Spielen gegen die Löwen“, sagt Derstroff, der sich auch mit Philipp Klement noch gerne austauscht.

„Der Trainer ist für mich die wichtigste Person im Fußball. Über Herrn Metz kann ich nur Positives sagen, er hat uns Demut vorgelebt und klare Ziele gesteckt“, betont Derstroff. Sehr gut befreundet ist er mit Steven Zellner, der beim 1. FC Saarbrücken groß herauskam, jetzt seinen zweiten Kreuzbandriss erlitten hat. Beide erlebten am 11. Februar 2012 im FCK-Spiel bei Bayern München ihre Bundesliga-Premiere; Derstroff kam für Konstantinos Fortounis, Zellner für Thanos Petsos. Bayern gewann durch Tore von Mario Gomez und Thomas Müller 2:0.

Kraftwürfel Zimmer

Gunther Metz hat auch früh in Jean Zimmer etwas Besonderes gesehen – und sich nicht getäuscht. Mit zehn Jahren kam Jean Zimmer vom SV Bann in die FCK-Jugend, zwölf Jahre später bescherte er dem klammen FCK 1,5 Millionen Euro Ablöse mit dem Transfer zum VfB Stuttgart, am 12. Januar 2021 kehrte der Offensivverteidiger für zunächst sechs Monate zu seinem Herzensverein zurück. Zimmer, 27 Jahre alt, war sofort „on fire“ und ist nun auch Kapitän der Mannschaft, geht im Abstiegskampf in der Dritten Liga voran. So kennt man Jean Zimmer, den Kraftwürfel auf dem Betze, wo er Publikumsliebling war, sich 2016 tränenüberströmt mit einer emotionalen Rede vor der „West“ verabschiedet hatte.

Schon in der U19 war er nach dem altersbedingten Ausscheiden Willi Orbans als dessen Nachfolger Kapitän. Berufen von Gunther Metz. „Menschlich war Gunther Metz der Trainer, der mir am meisten gegeben hat“, betont Zimmer, der in Metz und dessen Co-Trainer Stefan Meißner für sich entscheidende Weichensteller auf dem Weg nach oben sieht. Jean Zimmer ist inzwischen Vater, Charlotte ist knapp elf Monate alt und macht das Glück der kleinen Familie perfekt. „Nicht absteigen, nur das zählt“, sagt der neue FCK-Kapitän zu seiner Mission. Was die Zukunft bringt, ist ungewiss. Der Vertrag bei der Fortuna läuft noch bis 30. Juni 2022, die Leihe an Lautern endet in diesem Sommer.

Zimmer hatte in Düsseldorf zunächst sein Glück gefunden. Anders als beim VfB. Als er dort unterschrieb, war der VfB Bundesligist, der Abstieg nicht absehbar. Manager Robin Dutt und Trainer Jürgen Kramny wollten den rechts wie links einsetzbaren Zimmer unbedingt. Als er im Juli 2016 zum VfB kam, war der gerade abgestiegen, Dutt und Kramny Geschichte. Kramnys Nachfolger Jos Luhukay war nach drei Monaten wieder weg, Manager Jan Schindelmeiser holte Hannes Wolf als Coach und Zimmer, bar seines Selbstvertrauens, war nur noch Reservist. Das wurde in Düsseldorf anders. Aufstieg 2018, Klassenerhalt 2019 – auch dank Zimmer, der beim 2:1-Triumph gegen Borussia Dortmund das Tor des Monats schoss. Eine Verletzung warf Zimmer, bei Friedhelm Funkel gesetzt, zurück. Unter dessen Nachfolger Uwe Rösler spielte „der Jean“ keine Rolle mehr. Die große Chance für den FCK, den Zimmer sofort wieder beflügelte.

Klement der Kunstschütze

Die Ausbildung bei den FCK-Junioren – sie war die Basis für die Karriere von Philipp Klement. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren Profi“, sagt der Mittelfeldmann, ein Spielmacher, ein klassischer Zehner, wie er für manchen Trainer gar nicht mehr existent ist. 2019 ist der in Ludwigshafen geborene Bad Dürkheimer vom SC Paderborn zum VfB Stuttgart gewechselt – ein Vier-Jahres-Vertrag bei einem Groß-Klub reizte. In Paderborn hatte er die besten eineinhalb Jahre seiner Profi-Laufbahn erlebt: 47 Einsätze, 18 Tore, Aufstieg in die Zweite Liga, Aufstieg in die Erste Liga. Klement – gesetzt und der beste Vorlagengeber, gefürchtet als Freistoßschütze. Ein Kunstschütze!

„Ich bin gesund, das ist das Wichtigste. Sportlich könnte es sicher besser laufen, ich konnte beim VfB nicht so durchstarten, wie ich mir das erhofft hatte“, bekennt Klement, der auch mit den Schwaben den Bundesliga-Aufstieg feierte. Die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld ist groß, Klement kämpft um mehr Spielzeit und will sich in Geduld üben, um den Durchbruch zu schaffen. Die alten Zeiten sind nicht vergessen. „Kürzlich beim Spiel gegen Leipzig habe ich Willi Orban wieder getroffen. Ich habe zwar nicht gespielt, aber mit Willi das Trikot getauscht“, erzählt Klement, der beim TuS Wachenheim begann, von 2004 bis 2011 im FCK-Talentschuppen daheim war. „Gunther Metz war fast drei Jahre mein Trainer. Er hat für meine Karriere eine große Rolle gespielt und mich extrem geprägt, vor allem auch charakterlich. Er hat extrem viel kommuniziert – auch über taktische Dinge – und uns dabei in seine Gedanken einbezogen. Das tun viele Trainer im Profi-Fußball nicht mal mit den erfahrenen Spielern“, sagt der 28 Jahre alte Klement.

Vom FCK war er zum 1. FC Nürnberg gewechselt, spielte zweieinhalb Jahre für die zweite Mannschaft (62 Spiele/zehn Tore), war ein halbes Jahr an Hansa Rostock ausgeliehen (10/1). Der Durchbruch ließ auf sich warten. 2014 ging’s zu Mainz 05 II. In dreieinhalb Jahren setzte er Zeichen (73/16). Klement bekam einen Profivertrag, spielte aber nur zweimal in der Ersten Liga für Mainz, ehe er im Januar 2018 dem Lockruf aus Paderborn folgte.

Willi durch und durch Kapitän

Mit vier Jahren begann Willi Orban beim FCK mit dem Fußball, 18 Jahre trug er das Trikot der Roten Teufel, ehe er 2015 die Offerte von RB Leipzig angenommen hat. Orban, Kapitän der U19, die 2011 ins Finale stürmte, war schon in jungen Jahren Kapitän der FCK-Profis und auch bei RB bald Kapitän. Eine langwierige Verletzung kostete den Abwehrspieler vor Beginn dieser Saison die Spielführerbinde, die Trainer Julian Nagelsmann Marcel Sabitzer übertrug. Aber Orban, jetzt 28, ist wieder zurück, wieder eine feste Größe in der Mannschaft, die in der Bundesliga an der Spitze mitmischt, im DFB-Pokal weiter ist und im Achtelfinale der Champions League dem FC Liverpool mit 0:2 unterlag.

In 111 Bundesliga-Spielen hat Willi Orban 15 Tore erzielt – seine Spezialität sind Kopfballtore. Ein Produkt intensiven Trainings. Schon zu Lauterer Zeiten blieb Orban nach Trainingsende regelmäßig mit einem Torhüter und ein, zwei Jungs, die Ecken und Flanken schlugen, auf dem Platz und übte: Kopfbälle! „Dass so viele Spieler aus unserer Mannschaft den Sprung zu den Profis schafften, das zeichnet die Nachwuchsarbeit des FCK aus“, sagt Willi Orban. „Unsere Mannschaft damals hatte ein überragendes Kollektiv und hatte in Herrn Metz einen Trainer, der als Mensch einfach überragend war. Ich habe ihm geschrieben, als er fürs Fördertraining wieder zum FCK kam. Ein Mann wie Gunther Metz tut dem FCK gut“, sagt Orban, der von Jean Zimmers Rückkehr überrascht wurde. „In dem Alter hätte Jean ganz sicher auch andere Möglichkeiten gehabt. Respekt vor seiner Entscheidung! Ich finde es schön, dass er unserem Verein helfen will und wird“, sagt Orban, der ungarischer Nationalspieler ist und auf die EM im Sommer brennt. Ein Gruppengegner ist Deutschland!

Spätlese, Auslese, Gütesiegel

Gunther Metz hat auch als Bundesliga-Profi immer in seinem Weingut in Hangen-Weinsheim gearbeitet, erst mit dem Vater, dann als Chef. Die Corona-Pause lässt Metz über neue Wege nachdenken. „Im Fußball herrscht ja totaler Leerlauf für mich: keine DFB-Maßnahmen, kein Scouting, keine Spielbeobachtungen. Mein Sohn ist ja jetzt daheim mit im Betrieb und hat auch eigene Ideen. Wir sind bisher Genossenschaftswinzer, haben gerade jetzt in der Corona-Zeit über Eigenvermarktung nachgedacht und wollen das probieren“, verrät Metz. Mit Qualität kennt er sich ja aus – mit Spätlesen wie mit Auslesen, mit Qualitätsweinen, mit Gütesiegeln und Reifeprozessen …

Die Startelf im Halbfinale (von links): Julian Derstroff, Dominique Heintz, Sebastian Lindner, Philipp Klement, Jean Zimmer, Kev
Die Startelf im Halbfinale (von links): Julian Derstroff, Dominique Heintz, Sebastian Lindner, Philipp Klement, Jean Zimmer, Kevin Schwehm, Nico Pfrengle, Nils Rattke, Calogero Rizzuto, Chris Keilmann und Willi Orban.
Abklatschen mit den Fans: vorne Willi Orban, hinten Jean Zimmer.
Abklatschen mit den Fans: vorne Willi Orban, hinten Jean Zimmer.
Geschafft! Dominique Heintz feiert mit seinen Jungs den Einzug ins Finale.
Geschafft! Dominique Heintz feiert mit seinen Jungs den Einzug ins Finale.
FCK-Trainer Gunther Metz jubelt und freut sich mit Julian Derstroff.
FCK-Trainer Gunther Metz jubelt und freut sich mit Julian Derstroff.
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