Radsport
Olympiakader trainiert in Dudenhofen
Bilderbuchwetter in Dudenhofen, blauer Himmel über der Badewanne, zumindest am Dienstag war das so. Ideale Bedingungen also für die deutsche Olympiamannschaft im Kurzzeitbereich, für die Sprinterinnen und Sprinter, die mit großen Ambitionen im August in Paris um olympisches Edelmetall fahren werden. Bundestrainer Jan van Eijden (47) aus Kaiserslautern, der in seiner aktiven Zeit für den RV 08 Dudenhofen startete, Sprint- und Teamsprint-Weltmeister war und auch Olympia-Vierter und -Fünfter in Sydney, hatte die Idee mit einem Lehrgang in der Pfalz, der am Pfingstmontag mit dem Rennen in Dudenhofen abgeschlossen wird. „Nur für ein Rennen hierher zu kommen, wäre zumindest für die Fünf aus Cottbus ein heißer Ritt gewesen, also habe ich mich mal für was Anderes entschieden“, begründete van Eijden seine Entscheidung.
Von Montag bis Montag weilen Emma Hinze, Lea-Sophie Friedrich, Pauline Grabosch und Alessa-Catriona Pröpster, die Frauenmannschaft, und Luca Spiegel, Nik Schröter und Max Dörnbach, das Männerteam, in der Vorderpfalz, wohnen im Hotel „Salischer Hof“ in Schifferstadt und trainieren in Dudenhofen und im Fitnessstudio „Fit Camp“ nahe des Technik-Museums. „Ich hatte mir das Fitnessstudio im Vorfeld angeschaut, denn die äußeren Begebenheiten müssen ja schon passen“, sagte van Eijden, der auch ein dickes Lob für das Hotel übrig hat. „Es ist klasse, man kommt uns da sehr entgegen.
Tolle Pfalz
Für Luca Spiegel (20), den Landauer, und für Alessa-Catriona Pröpster (23), die aus Jungingen stammt, aber vor sieben Jahren nach Kaiserslautern kam und zwei Jahre für den RSC Ludwigshafen fuhr, ist der Lehrgang ein Heimspiel auf ihrer Hausbahn. Die beiden Teammitglieder des Bahnradteams Rheinland-Pfalz starten für den RV Offenbach/Queich. „Ich bin ja fast das ganze Jahr bei Lehrgängen in Frankfurt/Oder, jetzt es natürlich schön, auch mal in der Heimat zu trainieren, und den anderen zu zeigen, wo man lebt und wie toll die Pfalz ist. Für mich ist das mal ein super Tapetenwechsel“, sagte Spiegel, dem van Eijden eine tolle Entwicklung bescheinigt: „Er ist im zweiten Männerjahr und hat sich auf Position eins des Teamsprinttrios souverän durchgesetzt.“ Alessa Pröpster wird in Paris die Rolle der Ersatzfrau einnehmen.
Am Dienstagnachmittag radelten die Sieben mit dem Rad von Schifferstadt nach Dudenhofen und nach zweistündigem Training auch wieder zurück. Thema des Trainingsnachmittags: 200 Meter aus der Beschleunigung heraus, nach dem Krafttraining am Vormittag also eine kraftbetonte Einheit mit großen Gängen. „Die Betonung lag auf maximaler Wattleistung und wir machten das in Gruppen“, sagte van Eijden. Am Donnerstag und Freitag wiederholt sich das Ganze, und auch über Pfingsten wird voll durchgezogen.
Parallel haben die drei Inder Esow Esow, Ronaldo Laitonjam und Singh Harschveer Sekhon ihre Zelte in Dudenhofen aufgeschlagen, wohnen im „Goldenen Lamm“ und trainieren in der Badewanne. Anders als die Inder startet das deutsche Nationalteam nicht beim Renntag in Ludwigshafen-Friesenheim am Mittwoch. „Ich will einen ordentlichen Trainingsblock haben. Wenn da ein Rennen dazwischen kommt, wird es schwierig, die individuellen Belastungen zu regulieren“, begründete der Bundestrainer. Stattdessen ist am Vormittag ein 50 Kilometer langes Straßentraining entlang des Rheins südlich von Speyer vorgesehen. Regen würde die Truppe nicht stören, „die sind ja nicht aus Zucker“, sagte van Eijden, der bereits Vorfreude auf die deutschen Meisterschaften in 15 Monaten in der Badewanne spürt: „Dudenhofen und sein Publikum zeigen schon seit Jahren so ein großes Interesse am Bahnradsport. Das hilft mir und den Rennfahrern sehr.“