Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Stadtviertel „Am Fluss“: Vier von fünf Quartieren fertig

Innenausbau läuft in Q5 mit gutem Blick auf den Rhein: Steffen Rink (links) und Nicky Oliver Giebenhain-Glausinger von Investor
Innenausbau läuft in Q5 mit gutem Blick auf den Rhein: Steffen Rink (links) und Nicky Oliver Giebenhain-Glausinger von Investor Deutsche Wohnwerte.

Bei Speyers größtem Bauprojekt sind die Dimensionen acht Jahre nach dem Start nun komplett erkennbar: Das fünfte Quartier (Q5) von „Am Fluss“ auf dem früheren Erlus-Gelände steht im Rohbau. Bis es ganz fertig ist, wird noch ein Jahr vergehen. Bürgerpark und Umbau der Erlus-Villa dauern noch länger. Gastronomie soll schneller einziehen.

Seit einem Monat wird Q4 bezogen, das mit 84 Einheiten größte Quartier innerhalb des Projekts von Investor Deutsche Wohnwerte (Heidelberg). 30 Prozent der Q4-Wohnungen seien schon bewohnt, 90 Prozent vermietet, schätzt Projektleiter Steffen Rink. Der Einzug werde sich bis März 2024 hinziehen. Q4 ist der einzige Teil des 170-Millionen-Euro-Projekts, der komplett an einen Käufer ging: Die saarländische Familie, die hinter der Wagner-Fertigpizza steht, hat ihn erworben und vermietet ihn. Über den Zuspruch könne sie sich „nicht beschweren“, so Rinks Urteil, der für die Vermarktung aller Quartiere eine positive Zwischenbilanz zieht.

Auch für die Gastronomie-Einheit im Q4-Erdgeschoss ist mit Dario Tolone (früher „Café am Museum“) ein Betreiber gefunden. Die zuerst für Spätsommer 2023, dann für Oktober angekündigte Eröffnung seines Lokals „Riva“ hat sich indes verschoben. Derzeit laufe der „finale Ausbau“. Eine Lüftungsanlage wurde in dieser Woche eingebaut, der Fliesenleger soll nächste Woche kommen, so Rink. Er schätzt, dass eine Eröffnung im Januar möglich wäre, wenn der Gastronom das wollte. Tolone war für eine Anfrage dazu nicht erreichbar. Gerade im Sommer werde sich zeigen, wie das Lokal mit 300 Quadratmeter Außenbereich „Leben ins Quartier“ bringe, so Rink.

Letztes ist teuerstes Quartier

Den endgültigen Zustand wird „Am Fluss“ voraussichtlich 2025 erreicht haben: Dann soll auch der Bürgerpark am Rhein fertig sein. Über einen autofreien Quartiersplatz zwischen Q3 und Q4 werde er von der Franz-Kirrmeier-Straße her zugänglich sein, erklären der Projektleiter und Firmensprecher Nicky Oliver Giebenhain-Glausinger. Diese Woche gab es eine Absprache mit der Stadtverwaltung über das künftige Mobiliar. „Einen Kinderspielplatz, eine Bewegungsfläche und viele Sitzgelegenheiten“ kündigt Rink an. Der städtebauliche Vertrag über den öffentlichen Park ist schon gut ein Jahrzehnt alt. Er legt fest, dass Deutsche Wohnwerte die Fläche fertigstellt und dann der Stadt übergibt.

Der „erste Schritt in Richtung Park“ wird laut Rink die Entfernung des temporären Hochwasserschutzes sein, der seit dem Start der Arbeiten das Baufeld vom Rhein abgeschottet hat. Am Ende wird eine in den Hausfassaden verschwindende Spundwand das neue Wohngebiet mit rund 1000 Bewohnern in 340 Einheiten vor Überschwemmungen schützen. Der erste Schritt könne voraussichtlich im Frühjahr 2024 gegangen werden, wenn die Fassadenarbeiten an Q5 fertig sind, die Gerüste wegkommen und die Baustraße am Fluss entlang nicht mehr für die Andienung benötigt wird.

Vermarktung gut angelaufen

Soweit ist es noch nicht. Zwischen 50 und 70 Handwerker sind täglich in Q5 zugange, wo derzeit der Innenausbau läuft. In vielen Bereichen des zum Rhein hin dreistöckigen, an der Franz-Kirrmeier-Straße fünfstöckigen Gebäudes ist der Estrich gelegt, zum Teil auch das Parkett schon drin. In der zweiten Jahreshälfte 2024 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden, bis ins Jahr darauf wird laut Rink der Bezug laufen. Im September war Vermarktungsstart – auch hier mit „sehr guter“ Zwischenbilanz. Das letzte wird das teuerste Quartier „Am Fluss“ sein. Die Verkaufspreise liegen laut Giebenhain-Glausinger zwischen 6350 und 7300 Euro pro Quadratmeter.

Ein Gemeinschaftsbereich, der schon fertig ist, sind die Parkplätze entlang der Häuserfront zur Kirrmeier-Straße hin. Sie sind über die Straße „Alte Ziegelei“ erreichbar, die als Projektabschluss noch eine neue Asphaltdecke und zwei weitere Zufahrten erhalten wird. Die Stellflächen sind schon gut belegt. Immer wieder sind sie zu knapp. „Eigentlich müssten sie reichen“, sagt Rink. Die Engpässe sieht er darin begründet, dass die nicht vermieteten Parkplätze unter anderem von Autofahrern mit Arbeitsplätzen im Umfeld des neuen Viertels genutzt würden.

Das passiert in der Villa

Eine Entscheidung ist laut Deutsche Wohnwerte inzwischen zur künftigen Nutzung der früheren Erlus-Villa an der Südspitze des Geländes gefallen. Die Nutzung für Coworking-Büros mit dem Karlsruher Betreiber Goodspaces habe sich bewährt. Aus der heutigen „Pop-up“-Version werde eine feste Lösung auf drei Etagen statt heute einer und mit einem zweistöckigen Anbau. Auch wenn die Gastronomie-Ergänzung schon wieder passé ist, hat das Angebot von Gemeinschaftsbüros laut Rink „eingeschlagen wie eine Bombe“. Im Quartier lebten etliche Mitarbeiter von Großkonzernen, die sich gerne Goodspaces-Räume buchten. Jetzt werde der Ausbau der Villa geplant, 2025 könne er angepackt werden.

Quartier 5 ist im Bau: Das wird der Innenhof zum Fluss hin.
Quartier 5 ist im Bau: Das wird der Innenhof zum Fluss hin.
Lüftungsanlage wird eingebaut: Arbeiten vor dem künftigen Lokal „Riva“.
Lüftungsanlage wird eingebaut: Arbeiten vor dem künftigen Lokal »Riva«.
Mehr zum Thema
x