Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Kevin Hoffmann trainiert den FV Dudenhofen seit dieser Saison

Arbeitet zumeist im Stehen und lautstark: Kevin Hoffmann, Trainer des FV Dudenhofen, im Spiel gegen Diefflen.
Arbeitet zumeist im Stehen und lautstark: Kevin Hoffmann, Trainer des FV Dudenhofen, im Spiel gegen Diefflen.

Kevin Hoffmann (33) trainiert seit Sommer Fußball-Oberligist FV Dudenhofen. Bei seiner ersten Station ist er auf dem besten Weg, die fünfthöchste Klasse zu halten. Nun spricht er über 49 Punkte, neue Spielergenerationen und das Match gegen Worms.

Sportdirektor Christian Schultz sprach von 49 Punkten, die zum Klassenerhalt benötigt werden – schaffen Sie das?
In den ersten 22 Spielen haben wir uns eine gute Ausgangssituation erarbeitet. Wir wissen aber auch, dass die halbe Liga noch um den Klassenverbleib kämpft. Wir sind optimistisch, wissen aber, dass es ein langer und schwerer Weg wird. Es sind 16 Endspiele, die es gilt, fokussiert als Team und als Einheit anzugehen. Ich hoffe, dass die Jungs gesund und verletzungsfrei durch die Saison kommen.

Wie bewerten Sie Ihr erstes halbes Jahr als Cheftrainer?
Mir macht es riesig Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Es ist sehr intensiv, und man kann gefühlt nicht abschalten. Man überdenkt alles und will das Bestmögliche für die Mannschaft. Im Vordergrund steht ganz klar der Spaß und die Freude, aber auch die harte Arbeit mit den Jungs.

Auf was haben Sie in der Wintervorbereitung besonderen Wert gelegt?
Keine Mannschaft darf fitter sein als wir. Das dürfen wir uns nicht vorwerfen lassen. Im Winter haben wir die Jungs mit Laufplänen ausgestattet. Es waren auch viele spielerische Elemente und Standards, die Spiele entscheiden können, dabei. Wir haben in allen Bereichen noch mal gut gearbeitet.

Was erwarten Sie vom ersten Gegner Worms, und mit welcher Erwartungshaltung gehen Sie ins Spiel?
Ein absolutes Highlight, deshalb möchten wir Oberliga spielen, um genau gegen solche Teams spielen zu dürfen. Worms hat sich im Winter noch mal sehr verstärkt. Ich erwarte eine dominante Mannschaft, die gleich zeigen will, dass sie in die Aufstiegsrelegation möchte. Wir haben nichts herzuschenken, und das Spiel geht erst mal bei 0:0 los. Ich erwarte eine hochkonzentrierte Leistung von meiner Mannschaft, und dann werden wir sehen, was herauskommt.

Aktuell erwerben Sie Ihre Trainer-B-Lizenz. Wie läuft das ab?
Der Basis-Lehrgang ist abgeschlossen. Das ist eine Online-Phase über zwei bis drei Wochen. Jetzt gab es eine Präsenzzeit von zweieinhalb Tagen in Edenkoben in der Sportschule. Am letzten Tag gab es die Eignung, ob man zur B-Lizenz zugelassen wird. Die wird dann im August oder im September stattfinden und gliedert sich auch in Online- und Präsenzphasen. Es macht jede Menge Spaß, verschiedene Trainertypen kennenzulernen, und ich freue mich schon auf die nächsten Tage in Edenkoben.

Sie haben als Spieler Ihre längste Zeit in Dudenhofen verbracht, sind jetzt Trainer – was bedeutet der Verein für Sie?
Jeder, der mich kennt, weiß, was dieser Verein für mich bedeutet. Ich habe dem Verein so viele schöne Momente zu verdanken. Aufstiege, das Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, aber auch Leid mit dem Abstieg. Auch wenn ich mal nicht mehr an der Seitenlinie stehe, werde ich immer ein großer Fan von diesem Verein bleiben. Zu groß ist die Leidenschaft, die in mir für diesen Verein brennt.

Welche Unterschiede stellen Sie zu Ihrer Zeit als Spieler fest? Hat sich die Spielergeneration verändert, funktioniert die Kabine anders?
Ich glaube schon, dass sich die Spielergeneration verändert hat, nicht unbedingt zum Negativen. Die Jungs machen sich sehr viele Gedanken ums Spiel und stellen viel in Frage, fordern viel. Eigentlich ist das gut. Aber im Umkehrschluss müssen sie dann liefern. Die richtigen Typen mit Kanten und einer klaren Hierarchie in der Mannschaft gibt es nicht mehr so wie zu meiner Zeit. Als ich aus der A-Jugend beim SC Hauenstein rauskam, war klar abgesteckt, wie es in der Kabine läuft. Diese Tradition wird bei uns aber auch weitergeführt, und die Kabine funktioniert ähnlich wie zu meiner Zeit. Ich habe mich da ein bisschen rausgenommen, um den Jungs Freiheiten zu lassen, um auch mal Dampf gegen den Trainer rauszulassen. Das gehört dazu, und ich muss nicht immer alles wissen. Das ist schon in Ordnung so.

Wie hilfreich ist es, dass Sie erst vor Kurzem als Spieler aufgehört haben, und wie viel Nähe zur Mannschaft lassen Sie zu?
Ich glaube, dass es mir hilft, dass ich vor Kurzem mit den Jungs auf dem Platz stand. Ich habe dadurch das gewisse Fingerspitzengefühl, wie sie ticken und was sie gerade brauchen. Der Respekt und eine gewisse Distanz müssen da sein. Aber die Jungs sollen wissen, dass ich immer für sie da bin, egal ob auf dem Platz oder privat. Für mich ist es das Wichtigste, dass die Jungs glücklich sind und sie Spaß haben. Es gibt keinerlei Probleme bisher. Ich bin ja auch mit vielen Spielern befreundet. Aber die Jungs setzen es hervorragend um.

Welche kurz- und langfristigen Ziele haben Sie?
Uns muss bewusst sein, wer wir sind und wo wir herkommen. Es ist ein absolutes Highlight, jedes Jahr Oberliga spielen zu dürfen. Es ist schön, zu sehen, dass junge Spieler sich auch immer wieder etablieren und dann langfristig im Verein bleiben. Wir haben auch für nächstes Jahr schon wieder ein gutes, ligaunabhängiges Gerüst.

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