Römerberg Künstlerisch gestaltete Litfaßsäule

Litfaßsäule in Römerberg: Jochen Frisch bei der Arbeit.
Litfaßsäule in Römerberg: Jochen Frisch bei der Arbeit.

Die fünf verbliebenen Litfaßsäulen in Römerberg waren zuletzt keine Zierde. Nun werden sie zum Kunstobjekt. Der Kunst- und Kulturverein Römerberg hat regionale Künstler mit der ästhetischen Gestaltung der Säulen beauftragt.

Die fünf verbliebenen Litfaßsäulen in Römerberg waren in den vergangenen zehn Jahren nur wenig genutzt und nicht mehr gepflegt worden. Plakate lösten sich nach kurzer Zeit und um die Säulen häuften sich die Papierfetzen. Die fünf Säulen waren Schandflecke in der Gemeinde. Im vergangenen Jahr hat dann der Römerberger Gemeinderat beschlossen, Litfaßsäulen der Gemeinde dem Kunst- und Kulturverein Römerberg (KuK) zur Gestaltung zu übergeben.

Der gemeinnützige Kunst- und Kulturverein hat sich die Förderung von Kunst und Kultur in der Gemeinde Römerberg zur Aufgabe gemacht. Bereits in der Satzung wurde die aktive Mitarbeit bei der zukünftigen Gestaltung des Ortsbildes formuliert.

Regionale Künstler am Werk

Wie Roland Hacker, der erste Vorsitzende des KuK Römerberg mitteilt, wurden im Frühjahr vom Bauhof die bis zu vier Zentimeter dicken Plakatreste entfernt und eine Grundreinigung durchgeführt. Der KuK übernahm daraufhin die Reparatur, die Grundierung und einen zweifachen Farbauftrag. Die Gestaltung der Säulen wird nun von regionalen Künstlern übernommen werden. Den Anfang machte am Wochenende der Speyerer Künstler Jochen Frisch. In seinem Werk mit dem Nonsens-Namen „Swonlplag“ bezieht sich Frisch auf den ursprünglichen Zweck einer Litfaßsäule – die Werbung.

Werbung für Swonlplag

Der Künstler selbst, der spontan zugesagt hatte, an dem Projekt mitzuarbeiten, schreibt zu seiner Arbeit: „Ich gestalte eine Fantasie-Werbung für ein Produkt, das es gar nicht gibt, um Stil der 1930er- und 1940er-Jahre. So wurde ,Swonlplag’ geboren, eine Wortschöpfung, die ähnlich entstand, wie man manchmal Nonsens-Wörter mit Scrabble-Steinen legt. Dazu sollte natürlich eine junge Frau lächeln und vielleicht ein Tier – das war damals in der Werbung beliebt – dazu kommen. Hier half ein Besuch im Ozeaneum in Stralsund: Auf der Dachterrasse des Museums gibt es eine Pinguin-Kolonie. Also warum nicht einen Pinguin als Werbeträger zu der Dame dazu nehmen, ein paar angedeutete Eisberge im Hintergrund – das weckt kühlende Assoziationen! Unter Zuhilfenahme entsprechender Fotos und Schrifttypen aus den 1930er- und 1940er-Jahren gestaltete ich meinen Entwurf.“ Diesen übertrug Frisch auf die Säule und arbeitete ihn mit Acrylfarben aus. Seine erste Idee, den schreienden Marsyas nach der Skulptur von Balthsar Permoser auf die Säule zu malen, wurde wie andere Idee verworfen.

In Römerberg: Detail der fertigen Litfaßsäule.
In Römerberg: Detail der fertigen Litfaßsäule.
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