SPEYER
Fussball: Torwarttrainer Rausch wünscht sich neuen Leuchtturm-Club
Sascha Rausch ist seit dieser Saison hauptamtlicher Torwart-Trainer des hessischen Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger. Davor hütete er unter anderem beim FC Speyer 09 den Kasten und war Co-Trainer des U19-Regionalliga-Teams. Zusätzlich trainierte er in Speyer die Torhüter und arbeitete im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der TSG Hoffenheim.
Eine normale Woche in Steinbach beginnt für Rausch montags mit der Vorbereitung der Videoanalyse, da die Spieler noch frei haben. Dienstags startet dann das Training, dessen fester Bestandteil auch die Videoanalyse ist. Im Trainerteam wird die Einheit nachbereitet. Ab Mittwoch beginnt schon in die Vorbereitung auf den nächsten Gegner.
Saisonabbruch tut weh
In Zeiten von Corona ist das anders. Die Torhüter haben einen Laufplan von ihm bekommen, in Videokonferenzen hat Rausch Bein- und Schnellkraft mit seinen Schützlingen trainiert. Zwei- bis dreimal in der Woche stand er mit seinem Trainerteam in Kontakt. „Da ging es nicht nur um sportliche, sondern auch um private Sachen. Einfach mal nachfragen, wie es einem geht oder was er heute gemacht hat“, erklärt der ehemalige Keeper.
Dass die Saison auch in der Regionalliga nicht fortgesetzt wird, ist für Rausch ärgerlich: „Uns standen auf Platz drei alle Türen offen, deshalb tut es umso mehr weh. Geisterspiele haben in der Regionalliga keine Chance.“ Eine Idee, die Rausch befürwortet, wäre eine zweigleisige 3. Liga.
Kein leichter Abschied
Rausch ist als Beamter freigestellt, kann sich voll auf seine Tätigkeit in Steinbach konzentrieren. „Nachdem der Torwarttrainer aufgehört hat, war diese Position vakant. Mein Vorgänger hat mich ins Spiel gebracht. Als die Anfrage kam, hat Hoffenheim mir keine Steine in den Weg gelegt. Für mich war es aber nicht leicht, die TSG zu verlassen“, erklärt Rausch. Inzwischen fühlt er sich pudelwohl an seinem neuen Arbeitsplatz: „Steinbach ist extrem ambitioniert. Die Infrastruktur ist super. Der Verein bietet Spielern und Trainern extrem viele Möglichkeiten. Ich bin absolut froh, hier zu sein.“
Das Arbeiten in der Regionalliga ist anders als im Jugendbereich: „Im NLZ geht es mehr um Entwicklung. Du kannst bei den Torhütern noch deine eigene Würze reinbringen. Eine drei- bis vierwöchige Delle kann vorkommen. Hier ist es so: Du musst am Wochenende funktionieren. Wenn du eine mehrwöchige Delle hast, kannst du auf der Bank weiterfunktionieren.“ Wichtig bei seinen Torhütern sind ihm Dinge wie die beidbeinige Spieleröffnung, Raumverteidigung oder Antizipation. In der Jugend achtet Rausch auf Bewegungsabläufe: „Lieber hält einer den Ball unorthodox als wenn jemand die perfekte Technik hat, der Ball aber ins Tor geht.“
Lehrreiche Zeit mit Will
Aus seiner Zeit in Speyer blieben vor allem die Derbys in Erinnerung. „Bis zuletzt hatte ich guten Kontakt zum FC. Es gibt noch einige Spieler, mit denen ich bis heute befreundet bin“, erklärt Rausch, der ein großes Potenzial im Verein sieht: „Ich wünsche dem FC, dass er die Vormachtstellung in der Region bekommt. Der Verein muss in der Oberliga spielen. Speyer könnte das Walldorf der Pfalz werden.“
Rausch selbst arbeitete unter Dennis Will in der U19 als Assistent: „Die Zeit bei Dennis war sehr lehrreich. Er kann die fußballerische Qualität einer Mannschaft verbessern.“ Auch zu Ex-FC-Co-Trainer Andreas Backmann habe er noch regelmäßigen Kontakt.
Ein Himmelfahrtskommando?
Konkrete Ziele nennt Rausch keine: „Der Aufstieg von der Regionalliga in die Dritte Liga gleicht eigentlich einem Himmelfahrtskommando. Aber wir wollen natürlich auch nicht die nächsten zehn Jahre in der Regionalliga spielen. Ich bin aber zuerst mal dankbar, dass Steinbach mir diese Chance gegeben hat.“