Speyer Elgar zur Eröffnung der Dommusiktage

Licht in den Dom: Er wird auch klingend hell.
Licht in den Dom: Er wird auch klingend hell.

Am 23. September beginnen die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer mit Musik des englischen Komponisten Edward Elgar. Sein „Sursum corda“ und sein einstündiges Oratorium „The Light of Life“ werden zu hören sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Dom ein Oratorium von ihm aufgeführt wird. Schon 2012 gab ein bei den Musiktagen ein Konzert mit Elgars Oratorium „The Kingdom“, damals als Kooperation zusammen mit den Domchören aus Rottenburg und Trier. Wie das Programmheft von damals belegt, waren zum Schluss alle Besucher zum Mitsingen eingeladen – bei einer der heimlichen Nationalhymnen Englands: „Jerusalem“ von Hubert Parry auf den Text von William Blake. Das Stück ja ist eigentlich für Chor und Orgel komponiert, die Orchesterfassung stammt von Edward Elgar.

Natürlich meint „The Kingdom“ nicht das britische Empire, sondern das himmlische Jerusalem. Deshalb passte Parrys Lied ja auch so gut als Zugabe. Denn die Idee zu diesem Text basiert auf der Legende, Jesus sei in jungen Jahren in England gewesen.

„Jerusalem“ zum Mitsingen?

Es wäre natürlich sehr erfreulich, wenn es kommenden Samstag beim Eröffnungskonzert wieder diese oder eine andere Zugabe zum Mitsingen gäbe. Von Elgar selbst gibt es auch die gesungene Version zu seinem ersten Marsch aus „Pomp and Circumstances“. Ok, der Text zu „Land of Hope and Glory“ von Arthur Christopher Benson ist ein bisschen martialisch und vielleicht nicht ganz so gut für ein geistliches Konzert geeignet.

Vor einer Woche wurden die beiden England-Hymnen ja wieder in der Royal Albert Hall in London bei der legendären „Last Night of the Proms“ gesungen, nebst der offiziellen Nationalhymne (seit Jahrzehnten erstmals wieder als „God save the King“) und Thomas Arnes „Rule Britannia“. Bisher hielt ich ja immer die „Last Night“ von 1994 mit Andrew Davis als Dirigent und dem Bariton Bryn Terfel als „the best ever“, aber da bin ich mir nach dem fulminanten Auftritt von Marin Alsop am Pult und ebenso dem der Sängerin Lise Davidsen nicht mehr so sicher.

Ein Hoch auf das alte England

Das Konzert im Dom wird gewiss Zeugnis ablegen vom Rang der Musik Edward Elgar im Besonderen und der Englands durch die Jahrhunderte im Allgemeinen, auch der jenseits von Dunstable, Byrd, Purcell und Händel hinaus. Die Deutsche Staatsphilharmonie und Sängerinnen der Domchor haben ja im Juli bei Gustavs Holsts „Planeten“ im Technik Museum ein nachhaltiges Zeichen bei der Wiedergabe englischer Musik gesetzt.

Ich hätte deshalb noch einen Tipp für eine singende Zugabe, natürlich nicht im Dom, sondern hinterher bei der Nachfeier. Die Verse sind immerhin von dem großen englischen Dichter John Dryden (aus seinem Drama „King Arthur“, zu dem Henry Purcell Musik geschrieben hat) und lauten: „We’ll toss off our ale till we cannot stand;/And heigh for the honour of old England;/Old England, Old England,/And heigh for the honour of old England.“ Das heißt so etwa: „Wir schütten das Bier in uns rein, bis wir nicht mehr stehen können. Ein Hoch auf den Ruhm des alten England!“

Info

Weitere Info gibt es auf der Seite der Dommusik: https://www.dom-zu-speyer.de/dommusik/konzerte/internationale-musiktage/. Tickets für alle Konzerte online und in allen Reservix-Vorverkaufsstellen sowie vor Ort in der Dom-Info erhältlich.

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