Speyer
Die Magie der Fuchsie: Marie-Paul Gerbaults Malerei im Sophie-La-Roche-Haus
Die Ausstellung im Sophie-La-Roche-Haus unter dem Titel „Ouvertures – Öffnungen“ zeigt einen Querschnitt des Schaffens von Marie-Paul Gerbault und war bereits an verschiedenen Orten in Frankreich zu sehen. Seit über 30 Jahren widmet sich Marie-Paul Gerbault der Malerei. Mit ihren Arbeiten will sie die unterschiedlichen Facetten des menschlichen Daseins beleuchten und gleichzeitig das oft schwierige Zusammenspiel von Mensch und Natur hinterfragen.
Die Künstlerin stammt ursprünglich aus Sablé-sur-Sarthe im Nordosten Frankreichs und lebt heute in der Nähe von Chartres. Nach beruflich motivierten Aufenthalten in Frankfurt und London hat sie in Paris eine Hochschulausbildung im touristischen Bereich absolviert und kam 1996 nach Chartres. Als Mitglied der „Chartres-Cross Design Gallery“ präsentierte sie 2012 erstmals ihre „Nature“-Sammlung, eine Reihe von Gemälden zu Pflanzen aus der Umgebung von Chartres.
Ein fragiles Gleichgewicht
„L’ Echappée“ („Die Flüchtende“), eine Arbeit in Acryl-Öl auf Leinwand, wird zum ersten Gemälde ihres Projektes „Öffnungen“. In dieser und in zahlreichen weiteren Arbeiten der „Ouvertures“ wird die Blüte der Fuchsie zu einem beherrschenden Motiv für ihre künstlerische Arbeit. Figürliche Wesen erhalten Köpfe, die der Blüte dieser Blume nachempfunden sind. Damit verkörpern sie auf poetische Weise die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens. Aber auch soziale und ökologische Fragestellungen sowie das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur werden in ihren Arbeiten immer wieder thematisiert. Textliche Erläuterungen mit Anmerkungen zu den einzelnen Arbeiten ergänzen die Ausstellung.
Eine Begegnung wird zum Wendepunkt
2014 begegnet sie Gilles Bouttaz, einem Meisterkeramiker und ehemaligen Dekorateur der Manufaktur von Sèvres, dem französischen Pendant zur Meissener Porzellanmanufaktur in Deutschland. Die Arbeit mit ihm bezeichnet sie als Wendepunkt in ihrer künstlerischen Laufbahn. „Dank ihm entdeckte ich die Magie der Keramik, ein Medium, das es mir ermöglichte, neue Formen des künstlerischen Ausdrucks zu erforschen“, sagt Marie-Paule Gerbault heute. Zahlreiche Exponate in der Ausstellung belegen diese Entwicklung.
Der Kulturaustausch der beiden Städte Chartres und Speyer ist ein fester und verlässlicher Beitrag zur Partnerschaftsarbeit. Anlässlich des 65-jährigen Partnerschaftsjubiläums präsentierte Gerbault ihr Werk und wurde von Kulturbürgermeisterin Monika Kabs bei der Einführung in die Ausstellung am Donnerstag als „außergewöhnliche Künstlerin“ bezeichnet, die in ihren Werken wichtige Facetten der menschlichen Existenz beleuchtet. „Mit einer faszinierenden Mischung aus Farben, Formen und Texturen erschafft sie eine künstlerische Landschaft, die uns dazu einlädt, unsere Herzen und Gedanken zu öffnen und die Schönheit und Komplexität des menschlichen Lebens zu entdecken,“ so Monika Kabs.
Die Ausstellung
Die Ausstellung „Ouvertures – Öffnungen“ im Sophie-La-Roche Haus in der Maximilianstraße 99 ist noch bis Sonntag zu sehen (Samstag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr). Die Künstlerin Marie-Paul Gerbault wird an beiden Tagen anwesend sein.