Saarbrücken / Neunkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Was die beiden Saar-Zoos anders machen wollen

Neuankömmling im Saarbrücker Zoo: Gepardin Jala beendet für Männchen Oskar die Einsamkeit.
Neuankömmling im Saarbrücker Zoo: Gepardin Jala beendet für Männchen Oskar die Einsamkeit.

Sie lockten letztes Jahr zusammengenommen rund 350.000 Besucher an: Die beiden Saar-Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen. Um ihren Besuchern immer wieder was Neues bieten zu können, stehen einige Projekte an. Und neue Tiere.

Mit dem schönen Wetter beginnt für die beiden Zoos im Saarland die Hauptsaison. Sie haben Pläne, wie sie für Mensch und Tier noch attraktiver werden wollen. Die beinhalten drei Punkte: Mehr Platz, mehr Abwechslung für die Tiere und Unterstützung für Artenschutz-Projekte.

Jakob Kolleck, seit einem Jahr Zoo-Chef in Saarbrücken, möchte die drei Menschenaffen-Weibchen kurzfristig abgeben – sobald das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eine neue Unterkunft für sie gefunden hat. Vor allem die Außenanlage mit den zwei großen, trist wirkenden Käfigen entspreche nicht mehr den Anforderungen, die heute an eine moderne Tierhaltung gestellt werden. Doch für ein neues komplettes Menschenaffenhaus mit neuem Außenbereich fehlt das Geld. „Das heißt nicht, dass wir nie wieder Schimpansen halten werden. Aber dafür müsste der erste Schritt sein, das zu investieren“, sagt Kolleck. Bis es so weit ist, werden die vier Gorillas nebenan von der Abgabe der Schimpansen profitieren: Sie erhalten dann zusätzlich deren bisherigen Innenbereich.

Nandus Corre und Caminos und Gepardin Jala sind neu eingezogen

Seit Kurzem haben im Zoo auch neue Bewohner ihr Zuhause gefunden. Gestatten: Corre und Caminos, einjährige weibliche Nandus, kamen aus dem Kaiserslauterer Zoo und wohnen nun im Gehege mit den Guanakos. „Corre und Caminos erkunden interessiert die Anlage mit ihren restlichen Bewohnern“, sagt Zoo-Sprecherin Hannah Zewe.

Die fast sechsjährige Gepardin Jala macht das Trio komplett. Sie stammt aus dem Zoopark Erfurt, wo sie auch zur Welt gekommen ist. „Jala ist eine ruhige und zugängliche Katze, die schon Vertrauen zu ihrem Tierpfleger gefasst hat.“ Vielleicht wird sie sich bald ihrem männlichen Kollegen, Gepard Oskar, annähern. Seit dem Tod seines Bruders im vergangenen Jahr lebt Oskar allein im Gehege.

China-Alligatoren, sibirische Tiger und eine moderne Tierhaltung

Auch die Innenanlage der Tapire im Südamerika-Haus soll größer werden. Erst müssen noch die Piranhas in ein neues Aquarium ins Afrika-Haus umziehen: in ein Becken, das etwa achtmal so groß sei wie das aktuelle. Auch das Winterhaus für die Pinguine wird neu und dann wesentlich größer im Zoo mit seinen rund 1000 Tieren aus 100 Arten gebaut.

Auch der Neunkircher Zoo legt seinen Schwerpunkt auf eine moderne Tierhaltung. Im 21 Hektar großen Zoo mit 600 Tieren aus 120 Arten soll bald ein Großprojekt eingeweiht werden: Die ehemalige Seehundanlage wurde zu einer Anlage für Brillenpinguine umgebaut. Laut Zoo-Sprecherin Marieke Groß soll einige Wochen später auch die Pflanzenkläranlage fertiggestellt werden, die das Wasser der Pinguine ohne Zusatz von Chemikalien klären wird.

Ansonsten plane der Zoo, eine Anlage für China-Alligatoren und eine für sibirische Tiger zu bauen. Diese Vorhaben würden aber noch ein paar Jahre dauern. Wichtiger Bestandteil eines modernen Zoos sei für Neunkirchen eine moderne Tierhaltung. Diese beruhe auf einer „angemessenen Tierpflege, einer guten tierärztlichen Versorgung sowie abwechslungsreichen und naturnahen Gehegen“.

Die Nandus Corre und Caminos sind vom Kaiserslauterer Zoo nach Saarbrücken gezogen.
Die Nandus Corre und Caminos sind vom Kaiserslauterer Zoo nach Saarbrücken gezogen.
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