Homburg
Warum ein Grünen-Stadtratsmitglied den Bahnhof kritisiert.
Es ist nicht alles optimal am Homburger Bahnhof. Mit deutlichen Kritikpunkten wandte sich das Homburger Stadtratsmitglied Winfried Anslinger (Grüne) an die Deutsche Bahn (DB). Stellung nahm Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland, Klaus Vornhusen. Doch einige Fragen blieben offen.
Zunächst monierte Anslinger, dass es im Umfeld des Bahnhofs kein „angemessenes Parkmanagement zu vernünftigen Preisen“ gebe. Kurz gesagt: die Parkgebühren sind zu hoch. Klaus Vornhusen wies die Kritik von sich, antwortet lapidar, dass die DB-Bahn-Park über drei Parkflächen verfügen. Diese würden von der Contipark Parkgaragengesellschaft betrieben. Das heißt, die Gebühren würden seitens der Gesellschaft erhoben. Im gleichen Atemzug kritisierte das Grünen-Ratsmitglied die veralteten Radabstellmöglichkeiten und die zu geringe Anzahl an Radboxen. Vornhusen wies darauf hin, dass es durchaus etliche Radparkmöglichkeiten gebe. Des Weiteren plane die Bahn mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr „im Rahmen einer „Bike&Ride-Offensive“, die Anzahl der Fahrradabstellmöglichkeiten an den Bahnhöfen zu erweitern. Dafür würden auch Fördergelder bereitgestellt. Mit der Stadt Homburg befinde sich die DB bereits im Austausch.
Bahn will Gastronomie in den Bahnhof bringen
Vornhusen räumte ein, dass die „Verunreinigung durch Taubenkot“ die Bahn tatsächlich vor große Herausforderungen stellt. Gemeinsam mit den Taubenfreunden seien bereits Überlegungen zur Abhilfe angestellt worden. Der Konzernbevollmächtigte nannte als Beispiele das Errichten eines Taubenhauses, Automatiktüren oder Netze. Allerdings, meinte er, würden Taubenfütterer die Maßnahmen immer wieder untergraben. Um „unseren Kunden den Bahnhof in einem guten Zustand zu präsentieren“, würde dieser täglich gereinigt. Kontrollen, Begehungen und Nacharbeiten ergänzten die Arbeiten.
Perspektivisch solle regionale Gastronomie im Bahnhof Einzug halten, ging Vornhusen auf die Kritik einer fehlenden Gaststätte und die „suboptimale Aufenthaltsqualität“ im Bahnhof ein. Dabei richtete er sein Augenmerk auf die Sanierung und die Zusammenlegung der derzeitigen Leerstandsflächen. Nicht weniger wichtig und ein Ärgernis der Bahnkunden sind die geschlossenen Toiletten. Der Grund liegt laut Vornhusen im Vandalismus, von dem der Homburger Bahnhof besonders betroffen ist. Selbst nach Reparaturen seien die Anlagen immer wieder beschädigt worden und mussten zugemacht werden. Derzeit werde geprüft, ob das Service-Team, das demnächst in die Bahnhofshalle einzieht, einen Schlüssel ausgeben könnte
Warum kein Sonnenstrom vom Bahnhofsdach?
Dass die Taktung zwischen Zügen und Bussen nicht optimal sei und teils lange Wartezeiten bedinge, ist Anslinger ein Dorn im Auge. Die Fahrzeiten der oft überregional verkehrenden Züge könnten nicht an die der Busse angepasst werden, erwiderte Vornhusen. Dafür lasse „die Taktung im Fahrplan keinen Spielraum“. Er empfahl, sich mit diesem Anliegen an den Zweckverband Personennahverkehr Saarland (ZPS) zu wenden. Dieser sei auch zuständig für die Frage, weshalb für viele Zügen des Nahverkehrsbereichs keine Fahrkarten online gebucht werden könnten.
Schließlich wunderte sich Anslinger, dass die Bahn nicht verstärkt Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Gebäudes und der Bahnsteige installiert. Strom werde doch benötigt. Vornhusen gab ihm Recht. Er sah jedoch die spezifischen Anforderungen an die Statik der Flächen sowie die Zugangsmöglichkeiten als besondere Herausforderungen. Außerdem gelte es die, „strengen Sicherheitsanforderungen des Eisenbahnbetriebs zu beachten“. In Anbetracht der notwendigen Aufwendungen wäre der so gewonnene Strom wahrscheinlich teurer als der von externen Anbietern bezogene. Allerdings werde derzeit tatsächlich Photovoltaikeinsatz an Bahnhöfen geprüft. Ob Homburg dafür in Frage komme, vermochte er indes nicht zu sagen