Nonnweiler
Unbekannte bauen neue „Denkmäler“ am Keltischen Ringwall
„Immer wieder finden wir Steintürme, besonders nach besucherstarken Wochenenden“, berichtet Ranger Gerd Welker vom Nationalpark Hunsrück-Hochwald. „Dann entfernen wir sie wieder, damit es nicht so viele Nachahmer gibt“, sagt er weiter. Vor einigen Wochen seien recht massive Gebilde entdeckt worden. „Offensichtlich fehlt es an dem Bewusstsein beim Besuch und Umgang mit dem Denkmal“, kommentiert der Leiter des Landesdenkmalamtes Saarland, Georg Breitner.
2000 Jahre altes Bauwerk
Derartige Eingriffe seien unwiederbringliche Veränderungen an dem mehr als 2000 Jahre alten Bauwerk, betont Michael Koch, Archäologe und Mitarbeiter der Europäischen Akademie in Otzenhausen. Der Keltenring sei ein kulturhistorisches Bauwerk von europäischer Bedeutung. Doch nicht nur das: Die großen Quarzitblöcke bilden auch einen Lebensraum für Eidechsen und Schlangen, die sich auf den Steinen sonnen und in den Spalten verstecken. Zudem beherbergen die Steinmeere des Hunsrücks eine Rarität: So hat man 2018 eine bis dahin unbekannte Flechtenart, die „Verrucaria hunsrueckensis“, auf den Blockschutthalden des Nationalparks entdeckt.
Fernöstlich anmutende Steintürmchen, die man an vielen Stellen in der Landschaft, besonders in der Nähe von vielbegangenen Wanderwegen, finden kann, gehören nicht an den Keltenring, sind sich das Landesdenkmalamt Saarland und das Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald einig.
Neue Info-Schilder am Keltenpark, an der „Königstreppe“ und am Aussichtspunkt sollen den Besuchern nun vermitteln, dass Kultur und Natur am Keltenring ein besonderes Juwel sind. „Wir alle müssen sehr behutsam damit umgehen, damit auch nachfolgende Generationen die außergewöhnliche Dimension dieses wohl größten erhaltenen keltischen Bauwerks erfahren können“, betonen Georg Breitner und Hans-Joachim Brusius vom Nationalparkamt. „Zusätzlich werden Ranger an besuchsstarken Tagen öfter präsent sein“, ergänzt Brusius.