Golf
Zwei Spieler des EGW Rieschweiler-Mühlbach beim Finale des „Race to Dubai“
Wenn im Golf vom „Race to Dubai“ gesprochen wird, wissen Fachleute, dass es sich bei der Turnierserie für Profis (Gesamtpreisgeld 7,5 Millionen Dollar) um das höchstdotierte Turnier der Welt handelt. Im November 2021 gewann der Amerikaner Collin Morikawa das Finale auf dem Jumeirah-Earth-Course in Dubai. Die wenigsten wissen aber, dass auch Amateur-Golfer in den Genuss kommen können, dort abzuschlagen. Das ist der Firma Happy-Tec-Group mit Sitz in Dubai zu verdanken, die in diesem Jahr erstmals eine Turnierserie „Race to Dubai“ für Amateure ausgeschrieben und organisiert hatte.
Acht deutsche Vorturniere
„Ich habe in den sozialen Medien von dem Turnier gelesen“, erzählt Harald Henniger vom Ersten Golfclub Westpfalz in Rieschweiler. Der Saalstadter hatte sich nach Rücksprache mit seinem Golfpartner, dem Dellfelder Steffen Benoit, für die Serie angemeldet. Um sich für Dubai zu qualifizieren, mussten Henniger (Handicap 11) und Benoit (Handicap 4) im Laufe des Jahres acht Matches in Deutschland gegen unterschiedliche Gegner bestreiten. Der Spielmodus bei den Vorturnieren war „Best Ball“. Dabei spielen die Partner ihren jeweiligen Ball vom Abschlag bis zum Schluss. Der bessere Ball eines Paares wird dann gewertet. Das Duo, das das Loch gewonnen hat, bekommt einen Punkt; bei Gleichstand gibt es je einen halben Punkt. Am Ende kommt die beiden mit dem besten Punktestand eine Runde weiter.
Lehrer bekommt nicht frei
„Für jede Runde mussten wir uns mit den jeweiligen Gegnern absprechen, auf welchem Platz wir das Spiel austragen wollen“, berichtet Benoit. „Wir haben zweimal auf unserem Platz am Hitscherhof, und sonst unter anderem am Donnersberg, in Karlsruhe und Freiburg gespielt.“ Die Play-offs der letzten vier Spiele wurden in Karlsruhe und Rust ausgetragen, „bevor dann unsere endgültige Qualifikation feststand“.
Dass beim Finale jetzt in Dubai der Initiator der Geschichte gar nicht dabei war, ist dem Umstand geschuldet, dass Henniger als Lehrer an der Grundschule Wallhalben nicht freigestellt werden konnte. „Ich habe alles versucht. Aber weil das Turnier nicht in die Ferienzeit fiel, hatte ich keine Chance, dabei zu sein“, bedauert Henniger. Einen Ersatzpartner für Benoit hatte er im eigenen Club aber schnell gefunden: Felix Wiese.
„Der lachende Dritte“
„Ich war natürlich sehr froh über das Angebot meines Golfkumpels Harald, habe die Offerte gerne angenommen, obwohl ich zur Qualifikation für Dubai nichts beitragen konnte. Ich war am Ende der lachende Dritte“, freute der Golfer (Handicap 8) aus Rimschweiler. Im Gegensatz zu Henniger war es für Benoit und Wiese leichter, den Urlaub für die Reise organisieren: Der 36-jährige Benoit ist als Selbstständiger im Gerüstbau tätig. Wiese, 34 Jahre alt, arbeitet als Justizbeamter in der JVA in Zweibrücken.
In Dubai erwartete beide Spieler ein erlebnisreiches Turnier. Angefangen von der Unterkunft in einem Top-Hotel über die Betreuung während der fünf Tage bis zum Shuttle zum Platz war der Service professionell. „Wir fühlten uns wie die Profis“, berichtet Wiese. „Ich glaube, ich habe kein einziges Mal mein Golf-Bag selbst tragen müssen. Uns wurde jeder Wunsch erfüllt. Für mich war es ein Golfereignis wie vom anderen Stern, traumhaft.“
Texas-Scramble
Nach der Ankunft spielten die beiden eine Proberunde auf dem Montgomerie-Golfplatz. Am nächsten Tag begann das Turnier. Der Modus bei dem zweitägigen Final-Turnier heißt „Texas-Scramble“: Dabei schlagen beide Spieler ihren Ball ab. Anschließend wird entschieden, bei welchem Ball beide Spieler weiterspielen. Dies geschieht auch nach jedem weiteren Schlag – bis der Ball im Loch ist. Das Handicap beider Spieler wird zu einem Spielhandicap ermittelt (3 bei Benoit/Wiese).
Zwölfter unter 16 Paaren
„Der Platz ist phänomenal“, schwärmt Wiese vom ersten Tag auf dem Jumeirah-Earth-Course, auf dem Mitte November auch die Profis ihr Finale ausgetragen hatten. Der Platz im Dubai-Creek-Golfclub am zweiten Tag war nicht weniger gepflegt. „Aber es war mit über 30 Grad verdammt heiß beim Spielen“, sagt Wiese. „Leider haben wir nicht so gut gespielt, sodass am Ende bei 16 Paaren mit 147 Schlägen (Zwei unter Par) Platz zwölf für uns heraussprang“, meint Benoit. Doch das Ergebnis war eigentlich zweitrangig. „Allein dass wir uns qualifiziert haben, und dieses Golfereignis in einem tollen Ambiente in einer tollen Stadt genießen konnten, war sensationell“, findet Wiese.
„Vielleicht können wir die Teilnahme im nächsten Jahr noch mal erreichen: Als Finalteilnehmer 2021 sind wir für 2022 automatisch für die Play-offs qualifiziert“, hofft Benoit.