Pirmasens „Wir leben alle noch“

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Fußball-Oberligist SC Hauenstein hat seine letzten beiden Spiele jeweils mit 3:1 gewonnen. Heute muss der trotzdem noch auf einem Abstiegsrang liegende Sportclub um 14.30 Uhr beim Tabellendritten FC Karbach antreten. Peter Seibel sprach mit SCH-Kapitän Sandro Rösner (30), seit 22. November Gymnasiallehrer für Sport und Geographie, auch über den Trainerwechsel.

Herr Rösner, kam es für Sie überraschend, dass der Verein nun doch noch vor der Winterpause einen neuen Trainer präsentiert hat?

Ja. Wir hatten schon gedacht, dass Heiko Magin das bis zum Winter fertigmacht. Er hat das sehr gut gemacht und gibt grundsätzlich alles für den Verein. Aber natürlich ist er als sportlicher Leiter absolut doppelt belastet. Mit Peter Rubeck hat der Verein nun einen sehr erfahrenen Mann geholt. Was macht Rubeck anders als sein Vorgänger Thomas Fichtner? Jeder hat da sein eigenes Ding. Bei ihm ist alles eine Spur straffer und intensiver. Er arbeitet sehr akribisch. Das zahlt sich jetzt auf dem Platz aus. Es wurde viel über den Fitnesszustand der Mannschaft gesprochen. Haben die Spieler nicht gemerkt, dass vielleicht zu wenig gemacht wurde oder wie beurteilen Sie den Zustand? Es ist mir zu einfach zu sagen, die sind nicht fit und haben deshalb keine Punkte. Jeder Trainer macht das anders. Wir hatten in der Vorbereitung viele Spiele und haben dementsprechend weniger trainiert. Aber die Misere wurde durch mehrere Faktoren verursacht. Thomas Fichtner hatte es nicht einfach. Es gab sehr viele neue Spieler und viele Verletzte. Wie hart wird denn nun unter dem neuen Coach trainiert? Insgesamt kann man sich sicher weniger Auszeiten nehmen. Aber wir leben alle noch. Für die aktuelle Situation war es sicher gut, drei Wochen kein Spiel zu haben und intensiv trainieren zu können. Zuvor gab es viele englische Wochen. Da war das so nicht möglich. Als Zuschauer hatte man den Eindruck, dass die Mannschaft den Ernst der Situation lange nicht richtig erkannt hat und vieles rein spielerisch lösen wollte ... In den letzten Jahren war das spielerische Element unsere Stärke. Es hat eine Zeit gedauert, bis wir gemerkt haben, dass es so im Moment nicht geht. Aktuell sind andere Dinge gefragt. Salopp gesagt mehr beißen und kratzen als spielen. Und genau das fordert der Trainer, ganz einfach zu spielen und sicher zu stehen. Und es kann nur so gehen. Weniger Gegentore bedeuten letztlich mehr Punkte. Und natürlich will der Trainer irgendwann auch wieder mehr die spielerische Komponente sehen. Was erwarten Sie beim nächsten Gegner, dem FC Karbach? Karbach verfügt über eine gute Mannschaft. Aber ich fahre dorthin, um zu gewinnen. Karbach sieht aktuell, wie es ist, vorne zu stehen und jedes Spiel gewinnen zu müssen. Es ist schon etwas anderes, wenn man von allen gejagt wird. Sie stehen noch bis Saisonende beim SC Hauenstein unter Vertrag. Zudem haben Sie gerade das zweite Staatsexamen bestanden und sind nun Lehrer. Wie geht es für Sie sportlich und beruflich weiter? Durch die bestandenen Prüfungen ist jetzt für mich eine enorme Belastung weg. Ich bin total erleichtert und freue mich auch auf die zwei Wochen Weihnachtsferien. Mein Vertrag beim Pamina-Schulzentrum in Herxheim läuft bis 31. Januar 2017. Zunächst werde ich mich um eine Vertretungsstelle bewerben. Ich hoffe, dass ich in Herxheim bleiben kann. Für das kommende Schuljahr bewerbe ich mich dann um eine Planstelle. Sportlich kann ich mir absolut vorstellen, beim SC Hauenstein zu verlängern. Da bin ich guter Dinge, wenn es unter Trainer Rubeck weiter so ordentlich läuft.

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